Ein Puzzleteil passt nicht an die gewünschte Stelle. Das Kind zeigt darauf und bittet: «Kannst du es für mich drehen?» Eine solche Bitte beschreibt nicht nur eine Schwierigkeit, sondern auch eine mögliche Unterstützung. Sprache ist dafür ein Weg unter mehreren: Zeigen, Gesten oder ein Kommunikationsgerät können ebenso deutlich machen, welche Hilfe gebraucht wird.

Hilfe beginnt mit einer verlässlichen Antwort

Wer um Hilfe bittet, gibt einen Teil der Kontrolle vorübergehend an eine andere Person ab. Ein Kind braucht deshalb nicht nur passende Worte, sondern auch die Erfahrung, dass eine Bitte wahrgenommen und ernst genommen wird. Eine erwachsene Person kann zunächst innehalten, zuhören und fragen: «Wobei soll ich helfen?» Anschließend stimmt sie ab, was sie übernimmt und was das Kind selbst tun möchte.

Eine konkrete Bitte kann das Problem und eine gewünschte Handlung benennen: «Der Reißverschluss klemmt. Bitte halte die Jacke fest.» Sie muss aber nicht so ausführlich sein, um zu gelten. «Hilfe», ein Blick auf das Problem, eine Geste oder eine Nachricht auf einem Gerät können ein guter Anfang sein. Die erwachsene Person hilft beim Klären, statt Unterstützung bis zu einem vollständigen Satz zurückzuhalten.

Das Kind darf Hilfe auch ablehnen oder die Art der Unterstützung ändern. Vielleicht möchte es, dass jemand das Puzzleteil hält, aber nicht einsetzt. Vielleicht war zuerst eine Erklärung erwünscht und danach eine Pause. Fragen wie «Soll ich halten oder soll ich es dir zeigen?» bieten eine Wahl, sofern beide Möglichkeiten tatsächlich verfügbar und passend sind. Das Kind kann auch eine andere Idee vorschlagen.

Für ein erstes Spiel eignen sich ein Puzzle mit großen, gut greifbaren Teilen und eine Spielfigur. Wählen Sie Material, das zum Kind und zur Situation passt. Ein Teil kann absichtlich neben eine passende Öffnung gelegt werden; es muss nicht verklemmt oder das Spiel absichtlich frustrierend gemacht werden. Die Figur erlebt eine kleine Schwierigkeit und fragt eine zweite Figur oder das Kind um Unterstützung.

Beginnen Sie mit einer kurzen Szene. Die Figur sagt: «Ich möchte dieses Teil drehen. Kannst du mir helfen?» Das Kind kann das Teil drehen, einer erwachsenen Person eine Anweisung geben oder eine andere Lösung zeigen. Danach darf die Szene enden. Niemand muss eine feste Höflichkeitsformel aufsagen oder die gesamte Aufgabe zu Ende bringen, um Hilfe zu erhalten.

Wenn das Kind selbst Hilfe braucht, geht die tatsächliche Situation vor dem Übungsspiel. Unterbrechen Sie die Geschichte und reagieren Sie auf sein Anliegen. Eine vertrauensvolle Antwort auf eine echte Bitte ist wichtiger als das Einhalten eines vorbereiteten Ablaufs. Wenn Hilfe gerade nicht sofort möglich ist, sagen Sie ehrlich, wann Sie wieder verfügbar sind, und achten Sie darauf, dass das Kind bis dahin angemessen unterstützt wird.

Von «Hilf mir» zu einer passenden Handlung

Betrachten Sie gemeinsam das Puzzleteil. Die Figur könnte sagen: «Ich weiß nicht, wie das Teil liegen soll.» Ein Partner bietet an: «Soll ich es drehen oder soll ich dir die passende Stelle zeigen?» Wenn die Figur sich für das Drehen entscheidet, wird nur diese Handlung ausgeführt. Danach kann sie selbst versuchen, das Teil einzusetzen, oder um einen weiteren Schritt bitten.

Eine hilfreiche Bitte nennt häufig drei Dinge: Worum geht es, was ist schwierig und welche Unterstützung wäre willkommen? Im Beispiel sind das das Puzzleteil, seine Ausrichtung und die Bitte, es zu drehen. Diese Teile müssen nicht alle ausgesprochen werden. Das Zeigen auf das Teil und eine vereinbarte Geste für «drehen» können dieselbe Information übermitteln, wenn der Partner sie versteht.

Manchmal weiß das Kind nur, dass etwas nicht funktioniert. Reagieren Sie auf «Ich kann das nicht» mit einer offenen Klärung: «Zeig mir, wo es schwierig wird» oder «Möchtest du, dass ich mit dir schaue?» Erst wenn das Kind mehr Informationen geben kann oder möchte, lässt sich die Hilfe genauer auswählen. Eine ungenaue erste Bitte ist kein Fehlverhalten und muss nicht korrigiert werden, bevor jemand zuhört.

Achten Sie darauf, nicht aus einem kleinen Hilfeschritt die Übernahme der ganzen Aufgabe zu machen. Wenn das Kind darum bittet, die Dose festzuhalten, öffnen Sie sie nicht ungefragt selbst. Halten Sie sie und lassen Sie das Kind entscheiden, ob es weiter versuchen möchte. Falls die gewünschte Handlung nicht sicher oder nicht möglich ist, erklären Sie das knapp und suchen Sie gemeinsam eine geeignete Alternative.

Eine Bitte kann sich auch auf eine Erklärung beziehen: «Zeig mir den ersten Schritt» oder «Sag mir noch einmal, wo ich anfangen soll». In diesem Fall hilft ein einzelnes Beispiel oft besser als eine lange Folge von Anweisungen. Die erwachsene Person kann vormachen und dann fragen, ob das Kind den nächsten Schritt selbst wählen oder weitere Hilfe möchte. Das Vormachen ist ein Angebot, keine Prüfung.

Nach der Unterstützung können beide besprechen, ob sie gepasst hat. Das Kind könnte sagen: «Noch ein Stück drehen» oder «Jetzt möchte ich es allein versuchen». Auch ein Kopfschütteln oder das Verschieben einer Auswahlkarte kann diese Rückmeldung ausdrücken. Die helfende Person stoppt, wenn das Kind darum bittet, und klärt nach, falls ein Sicherheitsproblem sofortiges Eingreifen erfordert.

Vier Alltagsszenen zum Ausprobieren

Beim Anziehen: Der Ärmel einer Jacke ist nach innen geraten. Das Kind kann auf den Ärmel zeigen und bitten: «Halte die Jacke, damit ich den Ärmel herausziehen kann.» Eine andere passende Bitte wäre, den Ärmel gemeinsam umzudrehen. Welche Unterstützung sinnvoll ist, hängt von der Situation und vom Wunsch des Kindes ab. Die erwachsene Person fragt nach, statt automatisch die ganze Jacke anzuziehen.

Beim Bauen: Ein Turm aus großen Bausteinen soll eine Brücke tragen. Das Kind möchte vielleicht, dass jemand einen Baustein festhält, während es den nächsten daraufsetzt. «Halte diesen Stein hier» wird verständlicher, wenn das Kind auf den Stein und die Stelle zeigt. Wenn die Konstruktion wieder umfällt, darf das Kind eine andere Lösung wählen oder das Bauen beenden; Hilfe verpflichtet nicht zum Weiterspielen.

Beim Malen: Ein Blatt rutscht über den Tisch. Die Bitte «Kannst du das Papier festhalten?» benennt eine Unterstützung, ohne dass der Partner in das Bild eingreifen muss. Eine rutschfeste Unterlage könnte eine Alternative sein, wenn sie verfügbar ist und das Kind sie möchte. Fragen Sie vor jeder Veränderung am Bild, ob sie erwünscht ist. Das Kind entscheidet über sein Werk.

Beim Aufräumen: Zwei Personen sollen ein Spiel zurücklegen, aber das Kind weiß nicht, welche Teile in welche Schachtel gehören. Es kann fragen: «Zeigst du mir, wohin diese Teile kommen?» Die helfende Person kann zunächst ein Teil zuordnen und das Kind entscheiden lassen, ob sie weitere Beispiele braucht. Geht es lediglich darum, eine schwere Kiste zu tragen, ist eine Bitte um gemeinsames Tragen eine andere, ebenso konkrete Unterstützung.

Die Situationen können mit Figuren nachgespielt werden, ohne ein Kind absichtlich in Schwierigkeiten zu bringen. Eine Figur kann sagen: «Die Schachtel ist zu schwer für mich.» Eine andere antwortet: «Soll ich mit dir tragen?» Das Kind darf bestimmen, was die Figuren tun, oder die Geschichte verändern. Wenn ein Gegenstand tatsächlich zu schwer oder unhandlich ist, entscheidet die erwachsene Person über eine sichere Lösung.

Auch eine Bitte um Zeit ist möglich. «Warte bitte, ich möchte es noch einmal versuchen» teilt mit, welche Unterstützung gerade gebraucht wird: nicht sofort eingreifen. Eine Bitte um Pause kann lauten: «Ich möchte später weitermachen.» Beides sind sinnvolle Mitteilungen. Eine helfende Person zeigt Respekt, indem sie bei ungefährlichen Aufgaben Raum für diesen Wunsch lässt.

Worte, Gesten und Kommunikationshilfen

Ein Kind kann auf einen Reißverschluss zeigen und die Hand einer vertrauten Person zu sich winken. Ein anderes verwendet ein Wort, eine Gebärde, eine Bildkarte oder eine Nachricht auf einem Gerät. Entscheidend ist, dass der Partner die Mitteilung wahrnimmt und bei Unklarheit nachfragt. Die Fähigkeit, Unterstützung zu bekommen, darf nicht davon abhängen, ob ein bestimmter Satz gesprochen wird.

Wenn Bildkarten genutzt werden, können zum Beispiel «halten», «zeigen», «öffnen» und «Pause» verschiedene Wünsche darstellen. Wählen Sie die Zeichen gemeinsam mit dem Kind und stellen Sie sicher, dass sie in der Situation erreichbar sind. Eine Karte mit «Hilfe» ist ebenfalls nützlich, auch wenn sie die gewünschte Handlung noch nicht genauer benennt. Der Partner kann anschließend passende Möglichkeiten anbieten.

Bei einem Kommunikationsgerät benötigt das Kind möglicherweise Zeit, um ein Wort zu finden oder eine Nachricht zusammenzustellen. Halten Sie das Gerät verfügbar und unterbrechen Sie die Auswahl nicht durch vorschnelles Raten. Wenn Sie etwas vermuten, fragen Sie nach: «Meinst du, ich soll die Schachtel halten?» Das Kind kann bestätigen, ablehnen oder seine Aussage korrigieren.

Hilfreiche Formulierungen dürfen kurz sein: «Bitte halten», «Zeig mir den Anfang» oder «Ich möchte eine Pause». Für ein vertrautes Gegenüber kann eine Geste zusammen mit dem Gegenstand genügen. Bei einer weniger vertrauten Person ist manchmal eine zusätzliche Information hilfreich, etwa «Bitte halte das Blatt unten fest». Üben Sie nur Formulierungen, die für das Kind tatsächlich zugänglich und sinnvoll sind.

Wenn eine Bitte nicht verstanden wird, liegt die Klärung bei beiden Seiten. Die helfende Person kann zwei konkrete Möglichkeiten zeigen und zugleich Raum für eine dritte lassen: «Soll ich halten, drehen oder etwas anderes tun?» Das Kind muss nicht immer wieder dieselbe unverständliche Form wiederholen. Ein Wechsel des Ausdruckswegs, ein gemeinsamer Blick auf den Gegenstand oder eine Pause kann helfen.

Dank kann im Alltag Freude ausdrücken, ist aber keine Voraussetzung für Hilfe. Ein Kind kann Danke sagen, lächeln, eine Geste verwenden oder nichts hinzufügen. Ebenso sollte die erwachsene Person eine Zustimmung nicht aus Schweigen ableiten. Bei der Frage, ob die Hilfe passend war, zählt die tatsächliche Rückmeldung des Kindes und nicht eine erwartete Höflichkeitsform.

Eine Kommunikationskarte kann auch ausdrücken, dass das Kind eine Auswahl erst ansehen möchte. Legen Sie beispielsweise «halten» und «zeigen» nebeneinander und benennen Sie beide Möglichkeiten. Wenn das Kind keine davon auswählt, ist das kein Einverständnis mit einer zufällig gewählten Antwort. Fragen Sie, ob eine andere Hilfe gemeint ist, oder lassen Sie die Frage offen. Die verfügbaren Zeichen sollten nicht den Eindruck erzeugen, nur zwei Bedürfnisse seien erlaubt.

Ein Kind kann eine Bitte vorbereiten, bevor die schwierige Situation eintritt. Gemeinsam ließe sich auf einem Gerät eine Nachricht wie «Bitte zeig mir den Anfang» auswählen oder eine Karte an einem gut erreichbaren Ort bereitlegen. Probieren Sie die Funktion in einer entspannten Situation aus und besprechen Sie, wer sie beantworten kann. Die Karte ersetzt nicht die Aufmerksamkeit der Erwachsenen, wenn sie nicht zur Hand ist.

Manche Kinder möchten eine Bitte zunächst einer vertrauten Person mitteilen, die sie anschließend weitergibt. Vereinbaren Sie, welche Worte oder Zeichen übermittelt werden sollen und ob das Kind dabei sein möchte. Die vermittelnde Person sollte die Nachricht nicht ungefragt ausschmücken. Wenn die andere Person etwas wissen möchte, kann sie das Kind direkt ansprechen und ausreichend Zeit für eine Antwort lassen.

Passende Personen und Orte einbeziehen

Zu Hause kann das Kind überlegen, wen es bei einer bestimmten Aufgabe ansprechen möchte. Vielleicht bittet es eine Bezugsperson, ein Buch vom hohen Regal zu nehmen, oder ein Geschwisterkind, beim Sortieren der Puzzleteile zu helfen. Benennen Sie konkrete Personen, die in der jeweiligen Situation ansprechbar sind, statt eine starre Liste für alle Familien vorauszusetzen.

In der Kita oder Schule kann das Kind mit einer vertrauten Fachkraft besprechen, wie es Aufmerksamkeit bekommt: ein vereinbartes Zeichen zeigen, den Namen nennen oder zu einem bekannten Platz gehen. Die erwachsene Person sollte erklären, wie das Zeichen beantwortet wird. Eine Karte hilft nur, wenn sie erreichbar ist und die Umgebung auf sie reagiert.

Auf einem Spielplatz kann eine Bitte an einen vertrauten Erwachsenen lauten: «Bitte halte das Tor auf» oder «Komm mit zur Bank». Das Kind sollte nicht allein gelassen werden, um eine schwierige Situation als Übung zu lösen. Wer gerade erreichbar ist und welche Unterstützung passt, hängt vom Ort und vom Alter des Kindes ab. Der Erwachsene bleibt für die erforderliche Begleitung verantwortlich.

Bei einer Aufgabe mit einem anderen Kind ist Zustimmung auf beiden Seiten wichtig. Das eine Kind kann fragen: «Hältst du meine Brücke fest?» Das andere darf zustimmen, eine andere Hilfe anbieten oder ablehnen. Dann kann gemeinsam eine weitere Person oder eine andere Lösung gesucht werden. Eine Bitte formulieren zu können bedeutet nicht, dass jeder angesprochene Partner jede Aufgabe übernehmen muss.

Wenn eine Person die Bitte nicht hört oder nicht versteht, kann das Kind sich erneut bemerkbar machen oder eine andere verlässliche Person ansprechen. Die erwachsene Person kann dafür vorab konkrete Wege vereinbaren, etwa ein vereinbartes Zeichen oder einen gut erreichbaren Ansprechpartner. Wird das Anliegen erneut nicht beachtet, liegt die Verantwortung für eine erreichbare Unterstützung bei den zuständigen Erwachsenen, nicht allein beim Kind.

Bei einer unmittelbaren Gefahr ist ein genauer Übungssatz nicht erforderlich. Ein deutliches Signal, ein Ruf nach einer erreichbaren erwachsenen Person oder ein anderer vertrauter Weg, Aufmerksamkeit zu bekommen, genügt als Anfang. Erwachsene müssen auf solche Signale reagieren. Detaillierte Notfallregeln sollten zur tatsächlichen Umgebung und zu den vereinbarten Schutzmaßnahmen der Familie oder Einrichtung passen.

Ein konkreter Plan für eine neue Umgebung kann aus wenigen Fragen bestehen: Wer ist hier ansprechbar? Wo finde ich diese Person? Wie kann ich zeigen, dass ich Unterstützung brauche? Die Antworten dürfen als Zeichnung, Symbolfolge oder mündliche Abmachung festgehalten werden. Prüfen Sie später gemeinsam, ob der vereinbarte Weg funktioniert hat. Wenn nicht, muss die Umgebung oder die Abmachung angepasst werden.

Manchmal kann ein Partner eine Bitte nicht erfüllen, weil ein Material gerade fehlt oder er selbst beschäftigt ist. Eine ehrliche Antwort benennt dies und nennt, wenn möglich, einen nächsten Schritt: «Ich kann die Kiste gerade nicht tragen. Lass uns eine andere erwachsene Person fragen.» Ein unbestimmtes «später» hilft weniger, wenn das Kind nicht weiß, wann oder bei wem es sich erneut melden kann.

Sechs Antworten auf unterschiedliche Bitten

Wenn das Kind um eine Erklärung bittet, kann der Partner zunächst nach dem Ausgangspunkt fragen: «Welcher Schritt ist schon klar?» Beim Puzzlespiel zeigt er vielleicht die Kante der Vorlage und beschreibt nur das erste Suchen. Anschließend lässt er Zeit, damit das Kind die Information nutzen kann. Eine Erklärung sollte nicht länger werden als die Frage, sofern das Kind keine ausführlichere Antwort möchte.

Wenn das Kind um eine körperliche Unterstützung bittet, wird abgesprochen, was berührt oder gehalten werden soll. «Halte bitte den Karton» unterscheidet sich von «Führe meine Hand». Auch bei vertrauten Handlungen kann der Erwachsene ankündigen, was er vorhat, und auf Zustimmung achten. Ist die gewünschte Bewegung unangenehm, wird sie gestoppt und eine andere Möglichkeit gesucht.

Wenn eine Aufgabe zu viele Entscheidungen zugleich enthält, kann das Kind um eine Auswahl bitten: «Zeig mir zwei Teile, die passen könnten.» Der Partner legt zwei Möglichkeiten bereit, ohne die Entscheidung vorwegzunehmen. Das Kind kann eine auswählen, beide ablehnen oder um ein anderes Angebot bitten. Die Einschränkung auf zwei Optionen ist nur dann hilfreich, wenn sie den tatsächlichen Wunsch nicht verdeckt.

Wenn die Umgebung stört, kann die Bitte den Ort betreffen: «Können wir an den ruhigeren Tisch gehen?» oder «Mach bitte das Licht etwas weniger hell», soweit das vor Ort möglich ist. Die Schwierigkeit liegt dann nicht unbedingt in der Aufgabe selbst. Eine Änderung der Umgebung kann Teil der Unterstützung sein; sie braucht ebenso eine Rückmeldung, ob sie für das Kind tatsächlich angenehm und nutzbar ist.

Wenn eine andere Person Hilfe anbietet, kann das Kind den Umfang bestimmen: «Du kannst die Schachtel öffnen, aber ich möchte die Teile selbst herausholen.» Der Partner wiederholt bei Bedarf, was er verstanden hat, und wartet auf Bestätigung. Ein Angebot darf freundlich abgelehnt werden. Nur bei einer unmittelbaren Sicherheitsfrage kann ein Erwachsener eingreifen müssen; anschließend erklärt er altersgerecht, was er getan hat.

Wenn die erste Hilfe nicht ausreicht, darf eine zweite Bitte folgen. Nach dem Festhalten des Blatts stellt das Kind vielleicht fest, dass der Stift nicht schreibt. Der Partner kann gemeinsam einen anderen Stift suchen, statt die erste Unterstützung als endgültige Lösung zu behandeln. Jede zusätzliche Handlung wird neu abgestimmt. Eine Bitte zu ändern ist ein normaler Teil der Zusammenarbeit.

Rollenspiel, Rollenwechsel und ein guter Abschluss

Lassen Sie die Spielfigur einmal um Hilfe bitten und das Kind entscheiden, was es anbietet. In einer zweiten Runde kann das Kind, wenn es möchte, der Figur eine Bitte geben. Ein Rollenwechsel ist eine Einladung: Manche Kinder beobachten lieber oder möchten bestimmen, was die erwachsene Figur sagt. Die Geschichte muss nicht vor anderen vorgeführt werden.

Probieren Sie unterschiedliche Antworten der helfenden Figur aus. Sie kann die gewünschte Hilfe anbieten, um eine genauere Erklärung bitten oder sagen: «Ich kann das gerade nicht, aber wir können jemanden anderen fragen.» So wird sichtbar, dass eine Bitte keine garantierte Handlung erzwingt. Das Anliegen bleibt trotzdem wichtig, und die Beteiligten suchen einen nächsten erreichbaren Schritt.

Wenn die Figur ungefragt das ganze Puzzle löst, kann das Kind überlegen, wie sich die Spielhandlung ändern soll. Vielleicht sagt die erste Figur: «Ich wollte nur, dass du das Teil hältst.» Dann kann die helfende Figur es zurückgeben und fragen, welche Unterstützung gewünscht ist. Es geht nicht darum, eine Figur als «unartig» zu bewerten, sondern die Folgen unterschiedlicher Hilfe sichtbar zu machen.

Sprechen Sie nach dem Spiel über eine konkrete Beobachtung, wenn das Kind daran interessiert ist: «Du hast gezeigt, welches Teil gedreht werden sollte, und ich habe es für dich gedreht.» Fragen Sie gegebenenfalls, ob diese Hilfe passte. Ein Nicken, eine Korrektur oder keine Antwort sind möglich. Eine einzelne Szene beschreibt nicht die gesamte Kommunikationsfähigkeit eines Kindes.

Für ein nächstes Mal kann eine erwachsene Person notieren, welche Unterstützung verfügbar war: «Die Auswahl zwischen Halten und Drehen half, den Wunsch zu klären.» Eine solche Notiz ist freiwillig und dient der Planung, nicht dem Vergleich mit anderen Kindern. Vielleicht möchte das Kind beim nächsten Mal eine andere Figur oder eine ganz andere Alltagssituation wählen.

Schließen Sie ab, wenn die Beteiligten genug haben. Das Puzzle kann fertig oder unfertig bleiben, die Figur kann eine Pause machen und die Karten können weggelegt werden. Entscheidend ist, dass eine Bitte gehört werden darf und die Art der Hilfe gemeinsam geklärt wird.

Ein weiterer Rollentausch zeigt, dass auch Erwachsene um Hilfe bitten können. Die erwachsene Figur könnte sagen: «Ich finde den Deckel nicht. Kannst du ihn mir zeigen?» Das Kind darf helfen, eine andere Idee vorschlagen oder ablehnen. So ist die Bitte kein Zeichen dafür, dass immer nur eine Person etwas nicht kann; sie ist eine Möglichkeit, Zusammenarbeit zu organisieren.

Bleibt eine Frage nach dem Spiel offen, kann sie für später aufgehoben werden: «Wie können wir zeigen, dass du nur beim Halten Hilfe möchtest?» Die Antwort muss nicht sofort gefunden werden. Vielleicht entwickelt das Kind ein eigenes Zeichen oder möchte die nächste Situation anders gestalten. Das gemeinsame Ausprobieren ist wertvoll, auch wenn am Ende kein fertiges Hilfekärtchen entsteht.

Beim Aufräumen kann das Kind entscheiden, welche Figur oder Karte für ein anderes Mal aufbewahrt wird. Wenn es keine Fortsetzung möchte, reicht es, das Material gemeinsam wegzulegen. Eine verlässliche Antwort auf spätere echte Bitten bleibt davon unabhängig.

WAS DU VIELLEICHT WISSEN MÖCHTEST

Hilfreiche Antworten

Muss ein Kind einen vollständigen Satz sagen, um Hilfe zu bekommen?

Nein. Ein Wort, eine Geste, Zeigen oder eine Nachricht über ein Kommunikationsgerät können der Anfang einer Bitte sein.

Was tun, wenn das Kind nicht weiß, welche Hilfe es möchte?

Schauen Sie gemeinsam auf die Schwierigkeit und bieten Sie konkrete Möglichkeiten an. Das Kind kann auch eine andere Idee wählen oder eine Pause machen.

Muss das Kind sich nach jeder Hilfe bedanken?

Nein. Dank ist möglich, aber keine Bedingung für Unterstützung. Eine Rückmeldung kann auch anders oder gar nicht ausgedrückt werden.

Soll der Erwachsene die Aufgabe gleich vollständig lösen?

Fragen Sie nach der gewünschten Unterstützung. Häufig ist ein einzelner Schritt hilfreich, während das Kind über den Rest mitbestimmt.

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Probiert gemeinsam eine kurze Aktivität aus und nehmt die Entdeckung mit in euren Alltag.

Forschen und Miteinander