Eine Papierfigur steht zwischen einer Taschenlampe und einer hellen Wand. Auf der Wand erscheint eine dunklere Form. Was verändert sich, wenn die Figur näher an die Wand rückt? Bei einem kurzen Schattenspiel können Kinder Vermutungen äußern, eine Bewegung ausprobieren und das Ergebnis beschreiben. Dazu braucht es keinen vollständig dunklen Raum und keinen festen Übungsplan. Wichtig sind eine sichere Lichtquelle, ein frei zugänglicher Platz und die Bereitschaft, auch unerwartete Beobachtungen ernst zu nehmen.
Licht, Gegenstand und Wand
Für den ersten Aufbau richten Sie eine Taschenlampe auf eine helle Wand oder ein großes Blatt. Halten Sie eine undurchsichtige Papierform zwischen Lampe und Fläche. Dort, wo die Form einen Teil des Lampenlichts abschirmt, erscheint die beleuchtete Fläche dunkler. Das Papier erzeugt keine dunkle Substanz; es verändert, wie viel Licht von der Lampe den jeweiligen Bereich erreicht. Anderes Licht im Raum kann den Bereich trotzdem teilweise beleuchten.
Die Reihenfolge ist wichtig: Lampe, Papierform und Wand liegen ungefähr auf einer Linie. Liegt die Form hinter der Wand oder außerhalb des Lichtkegels, entsteht dort nicht derselbe sichtbare Schatten. Eine erwachsene Person kann die Lampe halten, während das Kind die Form platziert oder Anweisungen gibt. Fragen Sie zunächst: „Was siehst du auf der Wand?“ Eine Beschreibung darf aus Worten, einer Geste oder einer anderen Kommunikationsform bestehen.
Ein Schattenbild ähnelt oft dem Umriss des beleuchteten Gegenstands, zeigt aber nicht alle Einzelheiten seiner Oberfläche. Die Zeichnung eines Fensters auf einem undurchsichtigen Papierhaus erscheint nicht automatisch als helles Fenster im Schatten. Ein ausgeschnittener oder lichtdurchlässiger Bereich kann dagegen mehr Licht durchlassen. Diese Unterscheidung lässt sich später mit geeigneten, sicher vorbereiteten Formen untersuchen.
[LEIFIphysik erklärt Schatten](https://www.leifiphysik.de/optik/lichtausbreitung/grundwissen/schatten) anhand von Lichtquelle und Hindernis und beschreibt auch unscharfe Übergänge bei ausgedehnten Lichtquellen. Das Familienangebot hier benötigt keine Fachbegriffe als Voraussetzung. Die gemeinsame Frage ist zunächst, welche Anordnung einen sichtbaren dunkleren Bereich auf der Wand entstehen lässt.
Ein einfaches Gedankenbild kann beim Aufbau helfen: Die Lampe beleuchtet die Wand, solange nichts Wesentliches dazwischensteht. Die Papierform wird in diesen Lichtweg gebracht und ein Teil des Lichts erreicht die Wand dort nicht mehr auf demselben Weg. Die Form muss nicht an der Wand kleben, um einen Schatten zu erzeugen. Wenn sie aber vollständig außerhalb des beleuchteten Bereichs gehalten wird, kann ihr Schatten auf der gewählten Fläche fehlen. Erst die Anordnung gemeinsam prüfen, dann nach einer Erklärung suchen.
Sicheren Platz und passende Materialien wählen
Wählen Sie eine gewöhnliche, nicht übermäßig helle Taschenlampe und richten Sie sie auf eine freie Wand oder ein großes helles Papier. Leuchten Sie niemandem in die Augen und schauen Sie nicht direkt in die Lichtquelle. Ein Laser oder eine starke Suchlampe ist für das Spiel nicht erforderlich. Die erwachsene Person prüft die Lampe und den sicheren Umgang entsprechend den Herstellerhinweisen.
Der Raum muss nicht vollkommen dunkel sein. So viel Umgebungslicht, dass alle Wege und Gegenstände erkennbar bleiben, erleichtert die sichere Teilnahme. Räumen Sie Stolperstellen weg und wählen Sie eine Wandfläche, die aus der Position aller Beteiligten zugänglich ist. Bei Lichtempfindlichkeit, Unbehagen oder anderen Bedürfnissen kann die Helligkeit angepasst oder das Experiment durch eine andere Aktivität ersetzt werden.
Als Form genügt ein größeres Stück undurchsichtiger Karton, etwa ein Kreis oder ein Haus. Eine erwachsene Person übernimmt das Schneiden, wenn dies für das Kind nicht sicher oder nicht zugänglich ist. Vermeiden Sie lose Kleinteile bei Verschluckungsgefahr, scharfe Kanten und hitzeentwickelnde Lampen in unmittelbarer Nähe des Papiers. Offenes Feuer ist für diese Untersuchung nicht notwendig.
Die Lampe sollte während eines Vergleichs möglichst stabil liegen oder von einer Person ruhig gehalten werden. Das Papier kann an einem breiten, sicheren Halter befestigt oder von einer Person gehalten werden, ohne den Lichtweg mit der Hand unnötig zu verdecken. Niemand muss eine unbequeme Haltung einnehmen. Ein Kind kann auch ansagen, wohin die Form bewegt werden soll, statt sie selbst zu halten.
Vor Beginn können alle Beteiligten vereinbaren, wer die Lampe hält und wie eine Pause angezeigt wird. Eine stabile Ablage verhindert, dass die Lichtquelle unbeabsichtigt in Richtung Gesicht schwenkt. Kabelgebundene Leuchten sind für kleine Bewegungen im Raum oft unpraktisch; falls dennoch eine verwendet wird, achtet die erwachsene Person auf Kabel und Wärmeentwicklung. Eine Lampe mit unzugänglichem Batteriefach wird nach den jeweiligen Herstellerangaben verwendet und aufbewahrt. Das Kind muss die Lampe nicht selbst bedienen, um eine Bewegung vorzuschlagen.
Eine erste Vorhersage überprüfen
Bevor Sie die Figur in den Lichtkegel halten, fragen Sie: „Was könnte an der Wand erscheinen?“ Das Kind kann einen Schatten vermuten, eine Form zeigen oder sagen, dass es nicht weiß. Eine Vorhersage ist keine Verpflichtung auf eine richtige Antwort. Danach stellen Sie die Figur in den Lichtweg, warten kurz und betrachten, was tatsächlich auf der beleuchteten Fläche zu sehen ist.
Beschreiben Sie möglichst konkret: „Auf dem hellen Blatt sehe ich eine dunklere runde Fläche.“ Wenn der Rand unscharf ist oder die Hand ebenfalls einen Schatten wirft, gehört das zur Beobachtung. Die Aussage „Die Form ist rund“ kann sich auf das Papier beziehen; „Der Schatten wirkt rund“ beschreibt das Bild auf der Wand. Zeigen Sie jeweils, worüber Sie sprechen.
Nehmen Sie die Papierform aus dem Lichtweg und beobachten Sie die Fläche erneut. Bleibt ein dunkler Bereich bestehen, könnte ein anderer Gegenstand oder eine weitere Lichtquelle die Situation beeinflussen. Prüfen Sie, was im Lichtweg steht, ohne sofort eine Ursache zu behaupten. Danach können Sie dieselbe Form wieder einsetzen und schauen, ob sich der zuvor beobachtete Schatten erneut zeigt.
Wenn das Kind nur einen Durchgang machen möchte, ist das ein vollständiger Anfang. Schreiben oder Zeichnen ist nicht vorgeschrieben. Eine kurze Aussage wie „Mit dem Papier vor der Lampe wurde ein Teil der Wand dunkler“ hält die konkrete Beobachtung fest, ohne daraus eine allgemeine Regel für jede Lichtquelle und jeden Gegenstand abzuleiten.
Wenn die Figur zum ersten Mal erscheint, können Sie zwischen der Papierform in der Hand und ihrem dunkleren Bild an der Wand hin und her zeigen. Fragen Sie, ob beide gleichzeitig an unterschiedlichen Orten sind und was geschieht, wenn das Papier bewegt wird. Die Form des Gegenstands und das Schattenbild sind nicht derselbe Gegenstand. Eine treffende Beschreibung darf dennoch lauten: „Das Haus hat einen Schatten.“ Welcher Ausschnitt des Lichtkegels getroffen wird, bleibt Teil des konkreten Aufbaus.

Was bei veränderter Entfernung passiert
Lassen Sie Lampe und Wand an ihrem Platz. Bewegen Sie nur die Papierform auf der Linie zwischen beiden: zunächst näher an der Wand, dann näher an der Lampe, ohne sie zu berühren. Bei einer kleinen, annähernd punktförmigen Lichtquelle wird das Schattenbild auf der festen Wand meist größer, wenn der Gegenstand näher an die Lampe rückt. Die konkrete Sichtbarkeit und Randform hängen jedoch von Lampe, Form und Umgebung ab.
Vergleichen Sie zwei klar benannte Positionen. Ein Stück Papier auf dem Tisch kann markieren, wo die Form stand; es sollte den Lichtweg nicht verdecken und keine Stolperstelle bilden. Sagen Sie „Lampe und Wand bleiben, nur die Form wandert“. Wenn gleichzeitig die Lampe verschoben oder der Lichtkegel anders ausgerichtet wird, lässt sich der beobachtete Unterschied nicht mehr allein dieser Bewegung zuordnen.
Lassen Sie das Kind vor der zweiten Position vermuten, ob der Schatten größer, kleiner oder ähnlich groß wirkt. Danach wird ausprobiert und verglichen. Die Antwort kann anders ausfallen als erwartet, etwa wenn das Lichtfeld sehr breit ist oder der Rand stark verschwimmt. Dann beschreiben Sie das Ergebnis und prüfen die Bedingungen, statt ein bestimmtes Resultat zu verlangen.
[LEIFIphysik stellt einen Heimversuch zur Schattengröße](https://www.leifiphysik.de/optik/lichtausbreitung/versuche/schatten-heimversuche) mit möglichst punktförmiger Lichtquelle und festem Abstand zur Wand vor. Für junge Kinder sind exakte Messwerte nicht nötig. Wer messen möchte, kann die Höhe des sichtbaren Schattenbilds an beiden Positionen ungefähr vergleichen und die Unsicherheit bei einem weichen Rand dazusagen.
Bei einer größeren Lichtquelle kann der Schatten beim Annähern der Form an die Lampe so unscharf werden, dass eine klare Außenkante schwer festzulegen ist. Dann ist ein exakter Zahlenvergleich nicht zuverlässig. Sie können stattdessen aufzeichnen, dass sich die sichtbare Ausdehnung und die Schärfe verändert haben, oder mit einer geeigneten kleineren Lichtquelle erneut beginnen. Auch der Abstand zwischen der leuchtenden Fläche und dem Gegenstand muss groß genug bleiben, um Wärme und Blendung zu vermeiden.
Form, Drehung und Abstand unterscheiden
Halten Sie eine rechteckige Papierform zuerst breit zur Wand und drehen Sie sie dann so, dass sie schmaler im Licht steht. Bei geeigneter Anordnung kann der Schatten schmaler wirken, obwohl das Papierstück nicht kleiner geworden ist. Hier ändert sich die Ausrichtung der Form, nicht ihre tatsächliche Größe. Lampe und Wand bleiben möglichst unverändert, damit die Bewegung nachvollziehbar ist.
Ein ausgeschnittener Stern und ein Kreis können unterschiedliche Schattenumrisse erzeugen. Vergleichen Sie sie nacheinander an ungefähr derselben Position. Wenn die Formen verschieden groß sind, betrifft der Vergleich zugleich Form und Größe; ein direkter Schluss nur über eine dieser Eigenschaften wäre zu weitgehend. Benennen Sie die Unterschiede, die Sie tatsächlich sehen.
Sie können auch mit einer einzigen Form arbeiten und nur die Wandnähe verändern. Ein Beispielaufbau mit einer Form beantwortet eine andere Frage als der Vergleich zweier Papierformen. Fragen Sie gemeinsam, welche Veränderung gerade beabsichtigt ist. Wer die Form bewegt, kann vor dem nächsten Versuch sagen oder zeigen, ob gedreht, verschoben oder ausgetauscht wird.
Ein Schatten kann über den Rand des beleuchteten Blatts hinausreichen. Dann ist nur ein Teil des Schattenbilds zu sehen und ein Größenvergleich wird schwierig. Nehmen Sie ein größeres Blatt oder wählen Sie eine Position, an der die gesamte Form sichtbar bleibt. Wenn das nicht möglich ist, notieren Sie, dass das Bild abgeschnitten war, statt den sichtbaren Ausschnitt als vollständigen Schatten zu messen.
Wenn Sie die Papierform drehen, achten Sie darauf, dass nicht gleichzeitig die Hand vor einen anderen Teil des Lichtkegels gerät. Ein eigener Handschatten kann die Projektion überlagern. Das ist ein interessantes zusätzliches Phänomen, aber kein sauberer Vergleich allein der gedrehten Form. Der Halter kann gegebenenfalls so positioniert werden, dass er weniger verdeckt. Können die Bedingungen nicht getrennt werden, beschreiben Sie beide Schatten gemeinsam und lassen Sie die Frage nach einer einzigen Ursache offen.
Warum ein Schattenrand weich sein kann
Taschenlampen sind keine idealen mathematischen Punkte. Ihre leuchtende Fläche und der Aufbau des Lichtkegels können dazu führen, dass der Schattenrand nicht überall scharf erscheint. Weitere Lampen oder Tageslicht beleuchten den Bereich zusätzlich. Ein Rand kann deshalb heller oder unschärfer wirken, ohne dass das Papier durchsichtig sein muss.
Bewegen Sie die Form bei feststehender Lampe und Wand behutsam und schauen Sie, ob sich der Rand verändert. Formulieren Sie eine Beobachtung wie „Hier erkennen wir einen weicheren Übergang“ statt zu versprechen, dass jede Lampe immer denselben Effekt zeigt. Wenn der Unterschied kaum sichtbar ist, ist auch das ein Ergebnis unter diesen Bedingungen.
Eine zweite Lichtquelle kann Teile des ersten Schattenbereichs zusätzlich beleuchten. Wenn Sie das ausprobieren, ist es ein neuer Versuch: Merken Sie sich, welche Lampe zuerst an war und wo die zweite steht. Richten Sie beide Lichter sicher auf die Wand, nicht auf Augen oder spiegelnde Flächen. Zwei überlagerte Lichtkegel können ein komplexeres Bild erzeugen und müssen nicht sofort erklärt werden.
Für die erste Begegnung reichen die Wörter „heller“, „dunkler“, „deutlich“ oder „unscharf“. Begriffe wie Kern- und Halbschatten können später helfen, unterschiedliche Beleuchtungsbereiche genauer zu beschreiben. Sie sollten aber nicht dazu dienen, eine unsichere Beobachtung in ein vorgegebenes Schema zu pressen. Fragen Sie zuerst, was die Beteiligten an ihrem konkreten Aufbau wahrnehmen.
Ein weiterer Versuch kann die Raumbeleuchtung verändern, ohne Lampe oder Papier zu bewegen. Bei mehr Umgebungslicht wirkt der Schatten auf der Wand möglicherweise weniger deutlich, weil andere Lichtwege den Bereich aufhellen. Ob der Effekt sichtbar wird, hängt von Raum und Lichtquelle ab. Achten Sie auch hier darauf, dass niemand im Dunkeln unsicher gehen muss. Die Beleuchtung wird nur so verändert, wie es für alle Beteiligten angenehm und sicher ist.
Eine kleine Geschichte mit Schattenfiguren
Ein Papierhaus und ein größerer Kartonvogel können auf der Wand zu Figuren einer selbst erfundenen Geschichte werden. Das Kind wählt, ob der Vogel am Haus vorbeifliegt oder hinter ihm verschwindet. Die erwachsene Person kann die Lampe halten und die Figur auf Wunsch bewegen. Die Geschichte darf unabhängig davon weitergehen, ob jede Veränderung des Schattens sofort physikalisch erklärt wird.
Wenn der Vogel auf der Wand größer erscheint, können Sie fragen, was vorher bewegt wurde. Vielleicht rückte die Figur näher an die Lampe; vielleicht wurde auch die Lampe verschoben. Sagen Sie nur, was im gemeinsamen Aufbau tatsächlich verändert wurde. Eine Erzählung über einen wachsenden Vogel ist als Spielidee möglich, sie bedeutet aber nicht, dass das Papier selbst gewachsen ist.
Für ein Fenster im Haus kann eine erwachsene Person eine größere Öffnung ausschneiden, sofern das Werkzeug und die Form altersgerecht sind. Licht, das durch diese Öffnung auf die Wand gelangt, kann im dunkleren Hausumriss eine hellere Stelle bilden. Ist nur ein Fenster auf den undurchsichtigen Karton gemalt, wird dadurch nicht automatisch Licht hindurchgelassen. Beide Formen bieten unterschiedliche Fragen.
Das Kind muss die Figur weder benennen noch ein festes Ende erzählen. Es kann Positionen auswählen, eine Pause signalisieren oder sich die Geschichte erzählen lassen. Ein selbst erfundenes Stück ist keine Vorführung, die aufgenommen oder veröffentlicht werden muss. Entscheidungen über Bild- und Tonaufnahmen liegen bei den verantwortlichen Erwachsenen unter Beachtung der Wünsche und Privatsphäre des Kindes.
Wenn zwei Papierfiguren in den Lichtweg kommen, können sich ihre Schattenbilder überlagern. Das Kind kann entscheiden, welche Figur zuerst erscheint und welche später bewegt wird. Bleiben beide Formen sichtbar, vergleichen Sie die getrennten und die überlappenden Bereiche. Es ist nicht notwendig, daraus sofort eine mathematische Aussage über die Zahl der Lichtquellen abzuleiten. Eine gemeinsam erfundene Szene darf auch dann weitergehen, wenn das Schattenbild nicht eindeutig einer Figur zugeordnet werden kann.

Zugänglichkeit und andere Formen der Teilnahme
Die Wandfläche, die Lampe und die Papierform sollten so angeordnet sein, dass jede beteiligte Person sie aus ihrer Position erreichen oder wahrnehmen kann. Für manche Kinder sind eine größere Projektion, ein ruhiger Hintergrund oder eine verbale Beschreibung hilfreich. Fragen Sie, welche Unterstützung tatsächlich passt; blenden Sie niemanden, um den Kontrast zu erhöhen.
Ein Kind kann die Veränderung mit Worten, Blick, Geste oder Kommunikationsgerät auswählen. Es kann etwa entscheiden, ob die Figur näher an die Wand oder näher an die Lampe bewegt wird. Eine erwachsene Person führt die Bewegung auf Wunsch aus und bestätigt, ob die neue Position dem gemeinten Wunsch entspricht. Die Möglichkeit, „Stopp“, „noch einmal“ oder „anders“ mitzuteilen, gehört zur selbstbestimmten Teilnahme.
Für ein Kind, das den visuellen Schatten nicht oder nur eingeschränkt wahrnimmt, können eine zugängliche verbale Beschreibung, ein tastbares Modell der Papierform und räumliche Erklärungen hilfreich sein. Ein tastbares Modell ist nicht der Lichtschatten selbst; sagen Sie, welchen Teil des Aufbaus es darstellt. Familien und Fachpersonen können gemeinsam prüfen, welche Kommunikationsform und welche Darstellung für das Kind sinnvoll sind.
Einige Kinder empfinden Dunkelheit, plötzliche Lichtwechsel oder Schattenfiguren als unangenehm. Lassen Sie das Raumlicht an, kündigen Sie Veränderungen an und akzeptieren Sie, wenn das Kind das Spiel nicht möchte. Es kann auch nur die Papierformen ertasten oder eine andere Geschichte wählen. Diese Alternative ist ein anderes Angebot, keine Pflicht, den visuellen Effekt nachzuweisen.
Eine erwachsene Person kann vor jeder Bewegung ankündigen: „Ich schiebe die Figur jetzt ein kleines Stück zur Wand.“ Danach wartet sie auf das vereinbarte Signal oder die Zustimmung des Kindes. Für eine taktile Beschreibung können Lampe, Form und Wand durch getrennte sichere Gegenstände in einer kleinen Anordnung dargestellt werden. Erläutern Sie, welcher Gegenstand welches Element vertritt. Ein solches Modell vermittelt räumliche Beziehungen, ist aber keine tastbare Kopie des tatsächlichen Lichtverlaufs.
Vermutung, Beobachtung und Erklärung festhalten
Wer ein kleines Protokoll möchte, kann drei kurze Felder anlegen: „Das wollten wir ändern“, „Das dachten wir vorher“ und „Das haben wir gesehen“. Ein Beispiel: „Figur näher an die Lampe bewegt; wir vermuteten ein größeres Bild; der Schatten wirkte größer, aber sein Rand war unscharf.“ Wenn das Ergebnis anders ausfällt, bleibt die ursprüngliche Vermutung stehen.
Eine Skizze kann zeigen, wo Lampe, Figur und Wand standen. Schreiben Sie dazu, welcher Abstand verändert wurde. Wenn die Lampe später ebenfalls einen anderen Platz hatte, ist das eine weitere Bedingung. Ein Foto kann die Anordnung dokumentieren, muss aber nicht Personen zeigen. Kameraeinstellungen und Bildschirmhelligkeit beeinflussen die Wiedergabe, weshalb ein Foto nicht automatisch eine genaue Helligkeitsmessung ist.
Ein Kind kann seine Beobachtung diktieren, auf eine Zeichnung zeigen oder sie nur mündlich erzählen. Erwachsene sollten nicht zusätzliche Aussagen als Kinderzitat aufschreiben. Fragen Sie nach, wenn unklar ist, ob „größer“ das Papier oder das Schattenbild meint. Das Protokoll dient dem Erinnern und Vergleichen, nicht der Bewertung von Ausdrucksweise oder Zeichenfertigkeit.
Wenn ein Vergleich widersprüchlich wirkt, prüfen Sie nacheinander mögliche Unterschiede: Waren Lampe und Wand wirklich an derselben Stelle? War die Form gedreht? War der Schatten vollständig sichtbar? Eine dieser Fragen kann helfen, muss aber nicht die tatsächliche Ursache sein. Wiederholen Sie nur, wenn die Beteiligten möchten und die Bedingungen sicher bleiben.
Ein Messversuch benötigt vorher eine Vereinbarung, was als Höhe zählt: etwa der Abstand vom niedrigsten zum höchsten sichtbaren Punkt des Schattenbilds. Bei einem unscharfen Rand kann die Wahl dieser Punkte variieren. Deshalb ist „ungefähr“ angemessen und zwei Messungen können leicht unterschiedlich ausfallen. Das Kind muss keine Zahlen notieren; es kann zeigen, welche Projektion größer erscheint. Die erwachsene Person sollte nicht so tun, als seien ungenaue Markierungen exakte Messdaten.
Einen passenden Abschluss finden
Beenden Sie das Spiel, bevor jemand geblendet, müde oder unruhig wird. Die erwachsene Person schaltet die Lampe aus oder legt sie sicher ab, während genug Raumlicht für das Aufräumen bleibt. Papierformen können aufbewahrt oder entsorgt werden. Batterien und lose Kleinteile gehören je nach Alter der Kinder außer Reichweite; die Lampe wird entsprechend den Herstellerhinweisen gelagert.
Als Rückblick genügt eine konkrete Aussage: „Wir haben die Figur näher an die Lampe gehalten und auf der Wand einen größeren, etwas unscharfen Schatten gesehen.“ Diese Beschreibung bezieht sich auf den verwendeten Aufbau. Sie behauptet nicht, dass jede Lampe und jede Position immer denselben sichtbaren Effekt erzeugen.
Wenn später Interesse besteht, kann der Beitrag Schatten beobachten eine weitere Frage anbieten. Es gibt keine Pflicht, alle Varianten durchzuführen. Eine andere Begegnung könnte dieselbe Figur auf einer anderen Fläche zeigen oder nur eine Geschichte erzählen; nennen Sie jeweils, was gegenüber dem ersten Aufbau geändert wurde.
Ein Kind darf die Erfahrung auch ohne Zeichnung oder Ergebnisformulierung beenden. Die erwachsene Person übernimmt das sichere Aufräumen und kann den nächsten Termin offenlassen. Ob eine Familie am selben Tag weiterforscht, ein Buch liest oder etwas ganz anderes macht, sagt nichts über den Wert der gemeinsamen Beobachtung aus.
Vor dem nächsten Spiel können Sie gemeinsam entscheiden, ob Sie eine offene Frage fortsetzen oder eine neue Geschichte beginnen möchten. Wenn dieselbe Figur verwendet wird, lohnt sich ein Blick auf ihre Ausrichtung und auf den Abstand zur Lampe. Hat sich das Papier verformt oder eine andere Lampe wird benutzt, sind die Bedingungen nicht mehr identisch. Diese Information darf in einer kurzen Notiz stehen; ein vollständiges Forschungsheft ist für das Spiel nicht erforderlich.
Hilfreiche Antworten
Braucht das Schattenspiel einen völlig dunklen Raum?
Nein. Ein ausreichend sichtbarer Schatten kann auch bei etwas Umgebungslicht entstehen. Wege und Gegenstände sollen sicher erkennbar bleiben.
Warum kann der Schatten größer werden, wenn die Figur zur Lampe rückt?
Bei feststehender Wand und einer kleinen, annähernd punktförmigen Lichtquelle vergrößert sich die Projektion meist. Sichtbarkeit und Rand hängen vom konkreten Aufbau ab.
Warum sieht man ein aufgemaltes Fenster nicht unbedingt im Schatten?
Ein aufgemaltes Fenster macht undurchsichtigen Karton nicht lichtdurchlässig. Eine ausgeschnittene Öffnung kann Licht hindurchlassen und eine hellere Stelle erzeugen.
Muss das Kind den Schatten selbst sehen oder die Figur halten?
Nein. Es kann je nach Zugang eine Bewegung auswählen, eine Beschreibung hören oder ein geeignetes Modell erkunden. Die gewählte Unterstützung sollte seine Wünsche respektieren.




