Eine Taschenlampe beleuchtet eine freie Wand. Dazwischen hält eine erwachsene Person eine große Dreieckskarte: Auf der Wand erscheint ein dunklerer Umriss. Das Kind kann beschreiben oder zeigen, was es sieht, und entscheiden, ob es die Beobachtung zeichnen möchte. Eine Skizze wird besonders hilfreich, wenn sie nicht nur den Schatten, sondern auch die Stellung von Lampe, Karte und Wand erkennen lässt.
Einen sicheren und überschaubaren Aufbau wählen
Wählen Sie eine geeignete Taschenlampe, eine große lichtundurchlässige Papier- oder Pappform und eine freie Wand. Die Form kann ein Dreieck sein, das ein Erwachsener bei Bedarf vorbereitet. Stellen Sie sicher, dass keine kleinen Teile, losen Kabel oder Stolperstellen im Weg liegen und die Materialien zum Alter und zur Situation passen.
Der Erwachsene richtet die Lampe auf die Wand und achtet darauf, niemandem in die Augen zu leuchten. Eine gewöhnliche geeignete Taschenlampe genügt; Laser oder besonders starke gerichtete Lichtquellen sind nicht nötig. Der Raum muss nicht vollständig dunkel sein. Ein sicher begehbarer, ausreichend heller Raum ist wichtiger als ein besonders kontrastreicher Schatten.
Klären Sie, wer Lampe und Karte hält. Ein Kind kann die Position zeigen oder ansagen, ohne die Lampe selbst zu bedienen. Wenn es eine Tätigkeit ausprobieren möchte, unterstützt ein Erwachsener und achtet auf einen sicheren Abstand. Wer nicht mitmachen oder die Veränderung der Beleuchtung nicht möchte, kann eine andere Rolle wählen oder das Spiel beenden.
Zum Markieren der Anordnung eignet sich Papier auf dem Tisch oder eine Zeichnung. Klebeband auf einer Wand wird nur verwendet, wenn die Oberfläche dafür geeignet ist und die Person, der sie gehört, zustimmt. Man kann die Lage auch mündlich beschreiben, ohne eine Wand zu bekleben oder den Schatten direkt an ihr nachzuzeichnen.
Was sehen wir bei einem ersten Versuch?
Stellen Sie sich die Reihenfolge vor: Taschenlampe, Dreieckskarte, Wand. Der Erwachsene hält die Karte so zwischen Lampe und Wand, dass sie einen Teil des Lichts aufhält. Auf der beleuchteten Wand kann eine dunklere Fläche entstehen. Zeigen oder beschreiben Sie diese Fläche und fragen Sie, ob das Kind eine Ähnlichkeit mit der Kartenform bemerkt.
Der Schatten muss nicht exakt wie das Papierdreieck aussehen. Hält man die Karte schräg oder fällt Licht aus mehreren Richtungen auf die Wand, können Form, Kontrast und Rand anders erscheinen. Sagen Sie lieber „In diesem Aufbau sieht der Umriss ungefähr dreieckig aus“, wenn das beobachtet wird, statt eine identische Abbildung zu versprechen.
Die dunklere Fläche ist keine zweite Karte, die an der Wand klebt. Dort kommt im Vergleich zur Umgebung weniger Licht von der verwendeten Quelle an, weil die Karte einen Teil davon blockiert. Andere Lichtquellen im Raum können den Bereich weiterhin beleuchten. Deshalb muss der Schatten nicht vollständig schwarz sein.
Wenn das Kind zunächst keinen Schatten erkennt, prüfen Sie gemeinsam den Aufbau: Trifft das Licht auf die Wand? Befindet sich die Karte im Lichtweg? Ist der Kontrast bei der vorhandenen Beleuchtung sichtbar? Man kann die Karte vorsichtig anders halten oder die Lampe geeignet ausrichten. Das Ausschalten jeder anderen Lichtquelle ist dafür keine Pflicht.
Eine Skizze mit drei Bezugspunkten
Zeichnen Sie auf einem Blatt eine einfache Seitenansicht: links ein Symbol für die Taschenlampe, in der Mitte die Dreieckskarte und rechts eine Linie für die Wand. Markieren Sie, wohin die Lampe gerichtet ist und wo auf der Wand der Schatten beobachtet wurde. Die Zeichnung ist ein Modell der Anordnung; sie muss weder maßstabsgetreu noch künstlerisch genau sein.
In einer zweiten, gesonderten Ansicht kann das Kind den Umriss so zeichnen, wie er auf der Wand erscheint. Beschriften Sie die Darstellungen mit „von der Seite“ und „auf der Wand“, wenn diese Wörter für die Beteiligten hilfreich sind. Ohne diese Unterscheidung könnte eine Linie für die Wand und ein Dreieck für den Schatten so wirken, als zeigten beide dieselbe Perspektive.
Ein Kind kann die Formen selbst zeichnen, auf vorbereitete Symbole zeigen oder einer erwachsenen Person eine Beschreibung diktieren. Fragen Sie vor dem Beschriften, was die jeweilige Markierung bedeuten soll. Ein Kreis für die Lampe ist eine vereinbarte Darstellung und nicht die Lampe selbst; ein dunkles Dreieck auf dem Papier ist die Zeichnung einer Beobachtung.
Wenn die Positionen nur ungefähr bekannt sind, verwenden Sie Wörter wie „nah an der Lampe“ und „weiter von der Wand entfernt“ statt erfundener Zentimeterangaben. Möchten die Beteiligten messen, können sie ein geeignetes Lineal oder Band verwenden und Anfangs- und Endpunkt festlegen. Die Skizze sollte deutlich machen, ob Werte gemessen oder nur geschätzt wurden.

Eine Veränderung auswählen und festhalten
Für einen zweiten Versuch kann die Karte auf dem Weg zwischen einer fest stehenden Lampe und derselben Wand verschoben werden. Lampe, Wand, Ausrichtung und verwendete Karte sollen dabei möglichst gleich bleiben. Vor der Bewegung fragen Sie, was das Kind erwartet, sofern es eine Vermutung äußern möchte. „Ich weiß es nicht“ ist eine zulässige Antwort.
Halten Sie in der ersten Skizze fest, wo die Karte ungefähr stand, und markieren Sie in einer zweiten Skizze die neue Position. Vergleichen Sie anschließend die sichtbaren Schatten auf derselben Wand. Bei einer geeigneten Anordnung kann der Schatten größer erscheinen, wenn die Karte näher an die Lampe kommt; die konkrete Wirkung hängt vom Aufbau und der ausgedehnten Lichtquelle ab.
Notieren Sie Erwartung und Beobachtung getrennt: etwa „Vermutung: Der Schatten wird kleiner“ und „Beobachtung: Bei unserer zweiten Stellung wirkte er größer“. Die ursprüngliche Vermutung muss nicht nachträglich geändert werden. Wird keine Vermutung genannt, dokumentiert die Zeichnung einfach die zwei Stellungen und das, was die Beteiligten beobachtet haben.
Wenn beim Verschieben auch die Lampe gedreht oder die Karte schräg gehalten wurde, schreiben Sie das dazu. Dann ist nicht klar, welcher veränderte Faktor eine bestimmte Abweichung verursacht hat. Ein neuer Versuch mit möglichst ähnlichen übrigen Bedingungen kann helfen, die Frage genauer zu untersuchen; er ist jedoch nicht verpflichtend.
Größe, Form und Rand getrennt beschreiben
Ein Schatten kann sich in mehreren Eigenschaften unterscheiden: Seine Fläche auf der Wand kann größer oder kleiner wirken, der Umriss kann verzerrt sein und der Rand kann schärfer oder weicher erscheinen. Fragen Sie, welche Eigenschaft gerade gemeint ist. „Der Schatten ist anders“ ist ein guter Anfang; eine zusätzliche Beschreibung macht den Vergleich nachvollziehbarer.
Wenn die Dreieckskarte schräg gedreht wird, kann ihre Projektion auf der Wand gestreckt oder schmaler erscheinen. Ein dreieckiger Umriss bleibt bei geeigneter Projektion zwar erkennbar, die Seitenlängen und Winkel des Schattens müssen aber nicht mit denen der Karte übereinstimmen. Wird die Karte stark gekippt oder vom Licht nur teilweise getroffen, kann die sichtbare Form schwerer zu erkennen sein.
Eine Taschenlampe ist keine ideale punktförmige Lichtquelle. Verschiedene Bereiche ihrer leuchtenden Fläche können zu überlappenden Schatten beitragen, sodass Ränder unscharf erscheinen. Auch mehrere Lampen oder die Raumbeleuchtung verändern den Kontrast. Für das Familiengespräch genügt zunächst die Beobachtung „Hier ist der Rand weniger deutlich“; Fachwörter sind optional.
Ein großer Schatten bedeutet nicht, dass die Papierkarte selbst gewachsen ist. Legen Sie die unveränderte Karte neben die Zeichnung der beiden Versuche oder halten Sie sie erneut an dieselbe Stelle. Das Objekt und seine Projektion werden getrennt betrachtet. Ein Bild an der Wand liefert Hinweise auf den Aufbau, ist aber kein zweites körperliches Objekt.
Zwei Versuchsbilder eindeutig unterscheiden
Legen Sie für die erste Stellung ein Blatt mit der Überschrift „Versuch A“ an. Ein Lampensymbol, eine Karte und eine Wandlinie zeigen die Reihenfolge des Aufbaus. Ein Pfeil kann die Richtung der geplanten Bewegung der Karte anzeigen. Der Pfeil ist ein Zeichen in der Skizze; er ist kein sichtbarer Lichtstrahl, den man im Raum unbedingt sehen müsste.
Auf dem Blatt „Versuch B“ zeichnen Sie dieselben drei Elemente und setzen die Karte an ihre zweite Position. Schreiben oder diktieren Sie dazu: „Die Lampe blieb auf dem Tisch; die Karte wurde näher zur Lampe gebracht.“ Diese Aussage ist nur dann passend, wenn die Beteiligten genau das getan haben. Eine Zeichnung aus dem Gedächtnis kann später ergänzt werden, sollte aber als Erinnerung erkennbar bleiben.
Halten Sie fest, wer die Lampe und wer die Karte bewegt hat, falls dies für die spätere Rekonstruktion hilfreich ist. Noch wichtiger sind die veränderten und unveränderten Teile des Aufbaus. Eine Notiz wie „Die Wand blieb gleich, die Lampe wurde versehentlich gedreht“ erklärt, warum der zweite Schatten nicht allein mit der Kartenbewegung verglichen werden kann.
Wenn die Beteiligten sich nicht mehr einig sind, wo die Karte genau gehalten wurde, genügt ein Fragezeichen oder die Formulierung „ungefähre Position“. Eine nachträglich erfundene genaue Strecke würde das Protokoll nicht verbessern. Der Versuch kann mit gemeinsam vereinbarten Positionen wiederholt werden, falls daran Interesse besteht.
Abstände sinnvoll benennen
Im Aufbau gibt es mindestens zwei nützliche Strecken: zwischen Lampe und Karte sowie zwischen Karte und Wand. Außerdem kann man die Strecke von der Lampe zur Wand betrachten. Wenn Lampe und Wand stehen bleiben und die Karte entlang der Verbindung nach vorn verschoben wird, wird eine dieser Teilstrecken kürzer und die andere länger. Die Karte verändert dabei nicht ihren Abstand zu beiden zugleich in dieselbe Richtung.
Für ein einfaches Beispiel legt ein Erwachsener die Lampe sicher an eine feste Stelle und hält die Karte zunächst näher an der Wand. Danach bewegt er die Karte näher zur Lampe, ohne sie dabei zu berühren oder vor die Augen einer Person zu richten. Die Beteiligten vergleichen den sichtbaren Umriss. Da reale Taschenlampen unterschiedlich breite Lichtbündel haben, soll das Ergebnis am eigenen Aufbau geprüft statt allein aus einem Merksatz abgeleitet werden.
Eine Messung kann von der Vorderseite des Lampengehäuses bis zur Karte erfolgen, wenn dieser Bezugspunkt vorher vereinbart wird. Sie ist dann eine praktische Näherung: Die tatsächliche leuchtende Fläche liegt je nach Lampe nicht unbedingt genau an der Gehäusekante. Bei kleinen Abständen oder breiten Leuchtflächen kann diese Unterscheidung für eine genaue optische Rechnung wichtig sein; für das einfache Gespräch genügt die benannte Messweise.
In einer schematischen Zeichnung dürfen Strecken unterschiedlich lang aussehen, ohne exakt im gleichen Verhältnis wie im Raum zu sein. Wenn die Skizze nicht maßstabsgetreu ist, schreiben Sie das dazu. Zwei gezeichnete Zentimeter stellen nicht automatisch zwei reale Zentimeter dar. Eine Beschreibung wie „Karte näher an der Wand“ kann für die eigene Erinnerung bereits ausreichen.

Größe vergleichen, ohne die Wand zu beschädigen
Wer die Größe des Wandbildes vergleichen möchte, kann mit Zustimmung eine große Papierunterlage an geeigneter Stelle anbringen oder auf einem Tisch eine andere sichere Projektionsfläche verwenden. Prüfen Sie vorher Material und Befestigung; nicht jede Wand oder Tapete verträgt Klebeband. Alternativ beschreiben die Beteiligten die Größe anhand einer vereinbarten Referenz, ohne eine Oberfläche zu markieren.
Wenn ein Schatten einen unscharfen Rand hat, ist eine exakte Umrisslinie schwer festzulegen. Die Beteiligten können etwa vereinbaren, den deutlich dunkleren Bereich zu vergleichen und die Unschärfe gesondert zu notieren. Zwei Personen zeichnen dann möglicherweise etwas unterschiedliche Grenzen. Das ist eine Eigenschaft des gewählten Messverfahrens und kein Grund, eine der Beobachtungen zu verstecken.
Eine praktische Messfrage könnte lauten: „Wie breit erscheint der deutlich dunkle Bereich an seiner breitesten Stelle?“ Legen Sie fest, wo gemessen wird, und verwenden Sie für beide Versuche dieselbe Einheit und dasselbe Werkzeug. Eine Breite allein beschreibt nicht die gesamte Fläche; zwei Schatten mit gleicher Breite können unterschiedliche Höhen oder Formen haben.
Wird nur geschätzt, kann der Vergleich lauten „ungefähr handbreit“ oder „wirkte breiter als zuvor“. Die eigene Hand ist jedoch keine für alle Menschen gleiche Maßeinheit. Schreiben Sie nicht nachträglich eine Zentimeterzahl auf, die niemand gemessen hat. Das Protokoll soll die tatsächliche Genauigkeit des Vorgehens zeigen.
Was eine Taschenlampe von einer Punktquelle unterscheidet
In einem vereinfachten Modell lässt sich eine sehr kleine Lichtquelle als Punkt darstellen. Lichtwege können dann als gerade Linien von diesem Punkt an den Kanten der Karte vorbei zur Wand gezeichnet werden. Das Modell hilft zu verstehen, weshalb sich die Projektion mit den Abständen verändert. Eine reale Taschenlampe besitzt aber eine leuchtende Fläche und oft eine Linse; sie ist nicht exakt dieser mathematische Punkt.
Von verschiedenen Teilen einer ausgedehnten Lichtquelle erreicht Licht unterschiedliche Bereiche hinter der Karte. Wo alle betrachteten Teile der Quelle verdeckt sind, kann ein besonders dunkler Bereich entstehen; wo nur ein Teil verdeckt ist, kann der Übergang heller sein. In einer realen Umgebung beeinflussen zusätzlich Wandreflexionen und andere Lampen den Eindruck. Ein scharfer Kern und ein sichtbarer Übergang sind daher nicht in jedem Aufbau gleichermaßen erkennbar.
Die Begriffe Kernschatten und Halbschatten können Erwachsenen beim Beschreiben dieses Modells helfen. Für ein Kind reicht zunächst die gemeinsame Beobachtung, dass der Rand deutlich oder weich wirkt. Fragen Sie nicht nach Fachwörtern, bevor klar ist, welches Merkmal überhaupt betrachtet wird. Eine Skizze kann den dunkleren Bereich und den Übergang mit unterschiedlichen Schraffuren markieren.
Vorsicht mit Pauschalregeln: Je nach Größe und Form der Lichtquelle, Abstand und Umgebung kann sich die sichtbare Randbreite ändern. Wenn mehrere Faktoren gleichzeitig verändert werden, lässt sich der beobachtete Effekt nicht sicher einer Ursache zuordnen. Das Protokoll sollte deshalb die konkrete Lampe und die tatsächlich gewählten Positionen nennen.
Zwei Lichtquellen: ein anderes Experiment
In einem hellen Zimmer erreicht Licht die Wand nicht nur von der untersuchten Taschenlampe. Ein Fenster oder eine Deckenlampe kann auch den Bereich beleuchten, den die Karte für die Taschenlampe abschirmt. Dadurch kann der Schatten weniger dunkel wirken. Die Aussage „Die Karte blockiert einen Teil des Taschenlampenlichts“ bleibt möglich, ohne zu behaupten, dass dort überhaupt kein Licht ankommt.
Wenn eine Familie zwei geeignete Taschenlampen unter Aufsicht vergleichen möchte, kann sie zunächst nur eine auf die Wand richten und das Ergebnis beschreiben. Danach wird die zweite aus einer anderen Position hinzugefügt. Je nach Anordnung können sich dunklere Bereiche überlagern oder getrennte Schatten sichtbar sein. Beide Lampen werden weiterhin von Augen ferngehalten; die zweite Lichtquelle ist eine freiwillige Erweiterung.
Für diesen Vergleich muss klar sein, welche Frage gestellt wird. Wenn gleichzeitig die Karte bewegt wird, verändert sich mehr als eine Bedingung. Ein Protokoll könnte zwei Felder enthalten: „eine Lampe, Karte hier“ und „zwei Lampen, Karte an derselben Stelle“. Wenn die Karte doch verrutscht, wird dies vermerkt, statt die zweite Zeichnung als exakt kontrollierten Vergleich auszugeben.
Nicht jeder Raum eignet sich für diese Erweiterung. Reicht der Platz oder die Aufmerksamkeit der begleitenden Person nicht aus, bleiben Sie bei einer Lampe. Eine zweite Quelle wird nicht benötigt, um einen ersten Zusammenhang zwischen Licht, Gegenstand und Schatten zu beobachten.
Lichtundurchlässig, durchscheinend und transparent
Ein Stück dichte Pappe hält im verwendeten Aufbau einen großen Teil des auftreffenden Taschenlampenlichts zurück. Eine dünne, durchscheinende Folie lässt dagegen einen Teil des Lichts hindurch und kann die Erscheinung auf der Wand verändern. Wie deutlich ein Schatten sichtbar wird, hängt vom Material, der Lichtquelle und dem Raum ab. Wählen Sie nur für das Kind geeignete, sichere Materialien und lassen Sie die erwachsene Person sie vorbereiten.
Ein Gegenstand muss nicht vollkommen lichtundurchlässig sein, um die Beleuchtung auf der Wand zu beeinflussen. Durchscheinende Materialien können Licht streuen oder abschwächen. Eine klare Folie kann Licht weitgehend durchlassen und trotzdem an Kanten oder Falten sichtbare Effekte zeigen. Diese Beobachtungen sollten nicht zu einer Regel vereinfacht werden, dass jedes transparente Material grundsätzlich unsichtbar sei.
Wenn zwei Materialien verglichen werden, ist es hilfreich, möglichst ähnliche Größen und Positionen zu wählen. Halten Sie beispielsweise eine vorbereitete Pappform und eine gleich große geeignete Folienform nacheinander an denselben Ort. Unterscheiden sie sich auch in Farbe, Dicke oder Oberflächenstruktur, bleiben mehrere mögliche Einflüsse. Die Skizze kann diese Unterschiede benennen, ohne deren Wirkung zu behaupten.
Bei eingeschränkter Sicht auf die Wand kann eine erwachsene Person auf Wunsch beschreiben, wie sich die Helligkeit verändert. Die betreffende Person entscheidet, welche Information hilfreich ist. Das Ertasten der beiden Materialien kann deren Eigenschaften zugänglich machen, ersetzt aber nicht automatisch die visuelle Beobachtung des projizierten Lichts.
Was passiert zwischen Karte und Wand?
Ein Schatten ist nicht nur die dunklere Fläche auf einer Wand. Hinter einem Gegenstand liegt auch ein räumlicher Bereich, in den von einer bestimmten Lichtquelle weniger Licht gelangt. Die Wand macht einen Querschnitt dieses Bereichs sichtbar. Das bedeutet nicht, dass man den gesamten Bereich in sauberer Luft mit bloßem Auge als dunklen Körper sehen muss.
Die Seitenansicht im Protokoll kann diese Idee vereinfachen: Zeichnen Sie Lampe, Karte und Wand und schraffieren Sie einen Bereich hinter der Karte. Erklären Sie, dass die Schraffur ein Modell für das abgeschirmte Licht ist. Sie ist keine Aufforderung, Rauch, Sprays oder Pulver einzusetzen; solche zusätzlichen Stoffe sind für die Aktivität nicht nötig.
Die [astronomische Unterrichtssammlung zu Schatten](https://nightsky.jpl.nasa.gov/documents/882/0ShadowsManual.pdf) beschreibt für Erwachsene den Unterschied zwischen einer sichtbaren Schattenfläche und dem Raum hinter einem lichtblockierenden Körper. Das einfache Lampenmodell und astronomische Situationen haben unterschiedliche Größen und Bedingungen. Eine Analogie kann eine Frage eröffnen, ersetzt aber nicht die Beschreibung des jeweiligen Aufbaus.
Stellen Sie beim Zeichnen eine Kontrollfrage: „Auf welcher Seite der Karte steht die Wand?“ Wenn ein Schatten auf derselben Seite wie die Lampe eingezeichnet wird, klären Sie zunächst, welche Lichtquelle und welche Wand gemeint sind. Weitere Lichtquellen können zusätzliche Schatten erzeugen; in der ersten Skizze betrachten Sie bewusst die vereinbarte Taschenlampe.
Eine Zeichnung lesen und eine Frage offenlassen
Am nächsten Tag könnte eine andere Person zwei Zeichnungen ansehen: In A steht die Karte näher an der Wand, in B näher an der Lampe. Fragen Sie den Autor oder die Autorin, ob die Wandansicht aus derselben Richtung gezeichnet wurde. Ohne diese Information kann eine Veränderung der Perspektive mit einer Veränderung des Schattens verwechselt werden.
Wenn auf einer Skizze nur der Schattenumriss erscheint, lässt sich daraus nicht zuverlässig ablesen, wo die Lampe stand. Ein großer Umriss könnte zu verschiedenen Anordnungen gehören. Ergänzen Sie die Stellungen, sofern sie bekannt sind, oder vermerken Sie, dass sie nicht aufgezeichnet wurden. Eine Zeichnung liefert die Information, die tatsächlich festgehalten wurde, nicht automatisch alle Versuchsbedingungen.
Die Familie kann eine neue Frage wählen: „Was verändert sich, wenn nur die Form der Karte ausgetauscht wird?“ Für einen sinnvollen Vergleich bleiben Lampe, Wand und Kartenposition möglichst gleich, während eine andere geeignete Form eingesetzt wird. Auch hier sind Vorhersage und Beobachtung getrennte Angaben. Wenn niemand weiterforschen möchte, endet die Untersuchung mit den vorhandenen Notizen.
Beim Aufräumen wird die Taschenlampe ausgeschaltet und das Material sicher verstaut. Die Skizze darf aufbewahrt, verändert oder entsorgt werden, je nach Wunsch der Beteiligten. Ihr Wert liegt darin, eine konkrete gemeinsame Beobachtung verständlich zu machen; sie muss weder veröffentlicht werden noch eine allgemeine Aussage über das Kind enthalten.
Gemeinsam teilnehmen und einen Abschluss finden
Das Kind kann auswählen, welche Form zuerst untersucht wird, eine Bewegung ansagen, eine Zeichnung diktieren oder eine Frage stellen. Falls visuelle Beobachtung nicht oder anders zugänglich ist, sprechen Sie mit der Familie über geeignete Beschreibungen und andere Darstellungen. Eine tastbare Karte kann die Form des Gegenstands vermitteln, ist aber nicht automatisch dieselbe Erfahrung wie das Sehen eines Lichtschattens.
Für die Kommunikation können Zeichen für „noch einmal“, „weiter weg“, „Stopp“ und „Hilfe“ hilfreich sein. Warten Sie die Antwort ab und bestätigen Sie, welche Veränderung gewünscht ist. Eine erwachsene Person kann die Lampe bewegen, ohne dem Kind die Entscheidung über den Versuch abzunehmen.
Am Ende können Sie eine Beobachtung gemeinsam lesen: „Die Lampe blieb an ihrem Platz. Wir hielten die Karte zuerst hier und dann dort. Der zweite Schatten erschien uns größer.“ Wenn der Verlauf anders war, beschreiben Sie die tatsächlichen Schritte. Eine Zeichnung muss nicht aufbewahrt, fotografiert oder geteilt werden.
Eine einzelne Antwort ist keine Diagnose des räumlichen Verständnisses oder Sehens. Weitere Ideen zu Licht, Gegenstand und Schatten und zu Formen und Gegenständen können Sie bei Interesse später ansehen. Die von [NASA bereitgestellte Unterrichtssammlung zu Schatten](https://nightsky.jpl.nasa.gov/documents/882/0ShadowsManual.pdf) bietet Erwachsenen zusätzliche Hintergründe.
Hilfreiche Antworten
Muss der Raum ganz dunkel sein?
Nein. Ein sicher begehbarer Raum mit ausreichender Beleuchtung ist wichtig. Ein Schatten kann auch sichtbar sein, wenn zusätzliches Licht vorhanden ist.
Ist der Schatten immer genauso groß wie die Karte?
Nein. Die sichtbare Größe hängt von der Anordnung von Lichtquelle, Karte und Wand ab. Halten Sie die Bedingungen fest und vergleichen Sie den konkreten Versuch.
Muss das Kind den Schatten selbst zeichnen?
Nein. Es kann zeigen, beschreiben, eine Markierung auswählen oder eine erwachsene Person um eine Zeichnung bitten.


