Ein Holzklotz liegt neben einer flachen Schale mit Wasser. Das Kind vermutet, dass er an der Oberfläche bleibt, und möchte es prüfen. Ein Erwachsener legt den Gegenstand behutsam ins Wasser; anschließend beschreibt das Kind, was es tatsächlich sieht. Beides kann auf einer Seite stehen: die Vermutung vor dem Versuch und die Beobachtung danach. Das konkrete Ergebnis hängt vom verwendeten Gegenstand und den Bedingungen ab.
Einen geeigneten Versuch vorbereiten
Wählen Sie eine stabile, flache Schale auf einer wasserverträglichen Unterlage und füllen Sie nur wenig Wasser ein. Eine erwachsene Person bleibt während der gesamten Wasseraktivität unmittelbar beim Kind und leert die Schale anschließend. Auch wenig Wasser erfordert verlässliche Aufsicht. Wenn diese nicht möglich ist, betrachten Sie Bilder oder besprechen Sie eine frühere Beobachtung, statt eine Wasserschale bereitzustellen.
Nehmen Sie einen großen, geeigneten Gegenstand, etwa einen glatten Holzklotz, dessen Verwendung im Wasser erlaubt ist. Ein Erwachsener prüft Größe, Material, Zustand und Eignung für das Kind. Vermeiden Sie kleine verschluckbare Teile, scharfe Kanten, zerbrechliches Glas und elektrische Gegenstände. Das Wasser wird nicht getrunken; halten Sie elektrische Geräte und Steckverbindungen fern.
Fragen Sie, ob das Kind den Gegenstand selbst auswählen, seine Position zeigen oder einen Partner anweisen möchte. Die erwachsene Person kann den Klotz auf Wunsch ins Wasser legen. Wer die Schale nicht berührt, kann dennoch die Vermutung auswählen, den Beginn angeben und die Beobachtung beschreiben. Eine zugängliche Antwort kann ein Wort, ein Zeichen, ein Blick oder eine Nachricht auf einem Kommunikationsgerät sein.
Bereiten Sie ein Blatt mit zwei deutlich getrennten Bereichen vor: „Das vermute ich“ und „Das beobachte ich“. Alternativ können zwei Karten, eine Tonaufnahme nach Absprache oder eine vom Kind diktierte Notiz dienen. Die Darstellung soll den zeitlichen Unterschied sichtbar machen. Das Kind muss weder schreiben noch zeichnen, um an der Entscheidung beteiligt zu sein.
Verabreden Sie eine überprüfbare Frage: „Bleibt dieser Klotz nach dem vorsichtigen Hineinlegen an der Oberfläche oder erreicht er den Boden?“ Manche Gegenstände bewegen sich zunächst, kippen oder ändern später ihr Verhalten. Geben Sie Zeit zum Beobachten und halten Sie fest, was tatsächlich passiert, statt jede Situation sofort in eine von zwei Schubladen zu drücken.
Vorhersage und Ergebnis unterscheiden
Vor dem Einsetzen kann das Kind sagen oder zeigen: „Ich vermute, der Klotz bleibt oben.“ Der Partner schreibt genau diese Vermutung in das erste Feld und liest sie zurück. Wenn das Kind eine andere Erwartung hat oder noch keine nennen möchte, wird diese Entscheidung ebenfalls respektiert. Eine Vorhersage ist keine Pflicht und kein Versprechen, das richtige Ergebnis zu kennen.
Legen Sie den Gegenstand einzeln und behutsam auf das Wasser. Lassen Sie ihn los, sofern dies sicher möglich ist, und beobachten Sie. Ein Objekt, das teilweise über die Wasseroberfläche ragt und dort bleibt, kann als schwimmend beschrieben werden. Erreicht es den Boden, halten Sie dieses Ergebnis fest. Falls es an einer Seite hängen bleibt oder nicht klar zu erkennen ist, nennen Sie diese Bedingung.
Schreiben oder zeichnen Sie im zweiten Feld, was zu sehen war: zum Beispiel „Ein Teil des Klotzes blieb über Wasser.“ Das ist ein mögliches Ergebnis, keine Garantie für jeden Holzgegenstand. Holzart, Verarbeitung, eingeschlossene Luft, Wasseraufnahme und Form können sich unterscheiden. Der Eintrag soll zu Ihrem tatsächlichen Klotz und zu dem beobachteten Zeitpunkt passen.
Wenn die Vermutung anders ausfiel als das Ergebnis, lassen Sie beide stehen. Die erste Aussage dokumentiert, was vorher erwartet wurde; die zweite, was anschließend beobachtet wurde. Ein Unterschied ist eine Gelegenheit, genauer hinzusehen oder eine neue Frage zu formulieren, kein Anlass für eine schlechte Bewertung. Das Kind darf seine frühere Aussage erläutern, ohne sie nachträglich anpassen zu müssen.
Eine andere Person kann die Seite lesen und fragen: „Was habt ihr vor dem Versuch gedacht?“ und „Was war danach zu sehen?“ Das Kind entscheidet, ob es die Seite zeigen oder erklären möchte. Der Erwachsene kann bei Bedarf die diktierten Worte vorlesen und auf Wunsch eine Zeichnung beschreiben. Eine öffentliche Präsentation oder ein Foto der Arbeit ist nicht erforderlich.
Einen Eintrag so gestalten, dass er später verständlich bleibt
Notieren Sie Datum, verwendeten Gegenstand und eine kurze Beschreibung des Wassers, zum Beispiel „Leitungswasser in einer flachen Schale“. Wenn Sie Temperatur oder Wassermenge nicht gemessen haben, lassen Sie diese Felder offen. Eine Vermutung über fehlende Werte ist keine Messung. Das Kind kann ein Symbol für den Klotz auswählen oder einen Erwachsenen bitten, seine Beschreibung zu schreiben.
Eine einfache Zeichnung kann die Wasseroberfläche als Linie und den Klotz als Rechteck darstellen. Wenn ein Teil über der Linie liegt, erklärt die Zeichnung die beobachtete Lage. Besprechen Sie, was die Linie bedeutet: Sie ist ein Zeichen auf Papier, nicht das Wasser selbst. Eine Skizze muss nicht maßstabsgetreu sein und beweist ohne Beschreibung nicht, ob sich der Gegenstand noch bewegt hat.
Wenn sich der Klotz zunächst neigt und dann ruhig an der Oberfläche liegt, können beide Zeitpunkte gesondert notiert werden. „Kippte beim Einsetzen; lag danach schräg an der Oberfläche“ beschreibt mehr als ein einziges Wort. Beobachten Sie nur so lange, wie es für die Beteiligten passend ist. Aus einem kurzen Versuch folgt keine Aussage darüber, was nach vielen Stunden geschehen würde.
Eine Tabelle kann Spalten für Gegenstand, Vermutung, Beobachtung und Bedingungen enthalten. Die Einträge müssen nicht in vollständigen Sätzen stehen: Ein Symbol mit einer gemeinsam vereinbarten Legende oder ein diktierter kurzer Satz genügt. Wichtig ist, dass auch eine andere Person erkennen kann, was vor und was nach dem Test aufgeschrieben wurde.
Wenn ein Eintrag unklar ist, fragen Sie den Autor: „Meinst du den Klotz auf dem Wasser oder den Gegenstand neben der Schale?“ Ändern Sie eine Kinderzeichnung nicht kommentarlos. Ein Pfeil oder eine zusätzliche Erklärung kann helfen, falls das Kind das möchte. Ohne Zustimmung muss die Seite nicht für andere verständlich gemacht oder überhaupt weitergegeben werden.
Zwei Gegenstände vergleichen, ohne zu viel zu behaupten
Wenn das Kind fortfahren möchte und die Aufsicht gewährleistet ist, wählen Sie einen zweiten großen, geeigneten Gegenstand. Legen Sie ihn getrennt vom ersten in dasselbe Wasser und beobachten Sie ihn einzeln. Ein Stein kann zum Beispiel den Boden erreichen, ein Holzklotz kann an der Oberfläche bleiben. Prüfen Sie Ihre konkreten Gegenstände; nicht jeder Gegenstand aus einem bestimmten Material verhält sich unter allen Bedingungen gleich.
Für jeden Gegenstand bekommt die Tabelle eine eigene Zeile. Zuerst wird die Vermutung aufgenommen, dann folgt der Versuch und anschließend die Beobachtung. Wer erst nach beiden Versuchen zeichnet, sollte die Gegenstände eindeutig benennen, damit die Ergebnisse nicht vertauscht werden. Bei Unsicherheit dürfen die Beteiligten „nicht mehr sicher“ notieren oder den Vergleich später unter geeigneten Bedingungen wiederholen.
Zwei verschiedene Gegenstände können sich in Material, Größe, Form und eingeschlossener Luft unterscheiden. Wenn einer sinkt und der andere schwimmt, zeigt der Vergleich zunächst nur unterschiedliches Verhalten dieser beiden Objekte. Er beweist nicht, welche einzelne Eigenschaft dafür verantwortlich war. Fragen Sie: „Was war bei unseren Beispielen verschieden?“ und halten Sie mehrere Unterschiede fest.
Für eine engere Frage könnten zwei gleich geformte Gegenstände aus unterschiedlichen Materialien hilfreich sein, sofern geeignete sichere Beispiele vorhanden sind. Selbst dann sollten Größe, Hohlräume und Zustand beschrieben werden. Eine Familie muss keine Materialien beschaffen, um den Versuch „wissenschaftlich genug“ zu machen. Ein klarer Hinweis auf die Grenzen des Vergleichs ist wertvoller als eine künstliche Gewissheit.
Wenn zwei Kinder verschiedene Vermutungen äußern, können beide vor dem Test in eigenen Worten festgehalten werden. Danach vergleichen sie ihre Erwartungen mit derselben Beobachtung. Niemand erhält einen Punkt für die richtige Vorhersage. Die Kinder können gemeinsam überlegen, welche Information sie vor dem Test hatten und was sie nun zusätzlich wissen.
Ein Gegenstand, der am Rand der Schale anliegt, ist schwieriger zu beurteilen. Vielleicht wird er durch die Wand gestützt oder seine Lage ist schlecht sichtbar. Ein Erwachsener kann ihn, wenn sicher, vorsichtig in einen freien Bereich setzen und erneut beobachten. Beschreiben Sie die Veränderung der Anordnung; die erste Beobachtung muss nicht aus der Dokumentation gelöscht werden.
Wiederholen Sie einen Versuch nur, wenn alle Beteiligten möchten und das Material dafür geeignet bleibt. Manche Gegenstände nehmen Wasser auf oder verändern sich; eine zweite Runde startet dann nicht unbedingt unter denselben Bedingungen. Notieren Sie, ob der Gegenstand bereits nass war. Ein anderes Ergebnis kann Anlass für eine Frage sein, erklärt sich aber nicht automatisch durch eine einzige Ursache.
Bleibt ein Gegenstand weder eindeutig an der Oberfläche noch erreicht er während der Beobachtungszeit sichtbar den Boden, dürfen Sie „nicht eindeutig beobachtet“ oder die genaue Lage notieren. Ein anhaltend vollständig eingetauchter Gegenstand in freier Flüssigkeit wird anders beschrieben als ein Gegenstand, der noch langsam sinkt. Aus einem kurzen Blick lässt sich die spätere Bewegung nicht sicher vorhersagen.
Was Wasser zum Schwimmen und Sinken beiträgt
Ein Gegenstand im Wasser erfährt eine nach oben gerichtete Auftriebskraft und eine nach unten gerichtete Gewichtskraft. Ob und wie er sich bewegt, hängt von den wirkenden Kräften und den Bedingungen ab. Ein Gegenstand, der ruhig an der Oberfläche schwimmt, verdrängt so viel Wasser, dass die Auftriebskraft seine Gewichtskraft ausgleicht. Für die erste Kinderbeobachtung genügt oft die Beschreibung dessen, was zu sehen ist.
Das archimedische Prinzip verknüpft die Auftriebskraft mit dem Gewicht der verdrängten Flüssigkeit. Eine genauere Darstellung bietet [LEIFIphysik zur Auftriebskraft](https://www.leifiphysik.de/mechanik/druck-und-auftrieb/grundwissen/auftriebskraft). Der Begriff „verdrängt“ bedeutet hier, dass der eingetauchte Teil Raum einnimmt, in dem sonst Wasser wäre. Das verdrängte Wasser muss nicht über den Schalenrand laufen, damit Auftrieb wirkt.
Für einen einfachen, vollständig eingetauchten Körper kann der Vergleich seiner mittleren Dichte mit der Flüssigkeitsdichte bei der Erklärung helfen. Ein Gegenstand mit geringerer mittlerer Dichte als Wasser kann unter passenden Bedingungen an der Oberfläche schwimmen; ein dichterer Körper sinkt in einem einfachen Modell. Strömungen, Form, Luft, Wasseraufnahme oder Kontakt mit dem Gefäß können die Beobachtung beeinflussen. Eine einzelne Sichtprobe misst keine Dichte.
„Groß schwimmt“ oder „schwer sinkt“ sind keine verlässlichen allgemeinen Regeln. Ein großes Schiff kann schwimmen, obwohl es viel Masse hat; seine Form und eingeschlossene Luft tragen dazu bei, dass es ausreichend Wasser verdrängen kann. Ein kleiner dichter Gegenstand kann sinken. Für Kinder genügt zunächst der Vergleich einzelner sicherer Objekte; Schiffe sind hier eine Erklärungsidee, kein Versuch mit einer Person im Wasser.
Auch „Holz schwimmt immer“ ist zu allgemein. Unterschiedliche Holzarten und Gegenstände können unterschiedliche mittlere Dichten und Zustände haben; ein Stück kann Wasser aufnehmen oder mit einem anderen Material verbunden sein. Beschreiben Sie deshalb den konkreten Klotz und das beobachtete Ergebnis. Wenn das Kind eine allgemeine Vermutung äußert, können Sie sie als Frage für weitere geeignete Beispiele aufbewahren.
Eine Schale mit Süßwasser und eine mit Salzwasser wären unterschiedliche Versuchsbedingungen. Eine Änderung der Flüssigkeitsdichte kann das Verhalten mancher Gegenstände beeinflussen, aber das Ergebnis hängt von Konzentration und Objekt ab. Es ist nicht nötig, Salz ins Wasser zu geben, um die Ausgangsfrage zu bearbeiten. Falls später verglichen wird, sollte ein Erwachsener die Bedingungen wählen und die Flüssigkeit anschließend sicher entsorgen.
Ein Gegenstand kann kurz untergetaucht und anschließend losgelassen werden, aber diese Handlung unterscheidet sich vom vorsichtigen Auflegen auf die Oberfläche. Wenn die Beteiligten beide Varianten ausprobieren, halten Sie fest, wie der Start aussah. Strömung und anhaftende Luftblasen können die Beobachtung beeinflussen. Vermeiden Sie es, aus einem einzigen Startvorgang ein allgemeines Gesetz für alle Gegenstände abzuleiten.
Begriffe wie Dichte und Auftrieb sind Angebote für eine weiterführende Erklärung, keine Voraussetzung für die erste Beobachtungsseite. Ein Kind darf sagen „Der Klotz blieb oben“, ohne eine Formel zu verwenden. Der Erwachsene kann die Erklärung ergänzen, wenn Interesse besteht, und dabei zwischen sichtbarer Lage und physikalischem Modell unterscheiden.
Eine zweite Darstellung wählen und vergleichen
Eine reale Schale zeigt Bewegung, Lage und gegebenenfalls ein Kippen des Gegenstands. Eine Zeichnung kann das Ergebnis später festhalten, bewegt sich aber nicht selbst. Wer beide vergleicht, sollte denselben Zeitpunkt wählen: direkt nach dem Einsetzen oder nach dem Stillstand. Eine frühere Skizze und ein späterer Zustand können unterschiedlich aussehen, ohne dass eines davon falsch sein muss.
Das Kind kann zwei Bilder erstellen: vor dem Versuch liegt der Klotz neben der Schale; nach dem Versuch zeigt das Bild seine beobachtete Lage im Wasser. Eine Wasserlinie hilft beim Beschreiben der Position. Ein Pfeil kann den Weg ins Wasser darstellen, wenn die Beteiligten vereinbaren, was er bedeutet. Pfeile sind keine zusätzlichen Gegenstände und ersetzen keine Beschreibung der Bewegung.
Eine Tonaufnahme kann eine Alternative zur Zeichnung sein. Vor dem Versuch nennt das Kind seine Erwartung, danach beschreibt es das Ergebnis; Datum und Gegenstand helfen bei der späteren Zuordnung. Eine Aufnahme wird nur nach Absprache erstellt und gespeichert. Wenn das Kind sie nicht teilen möchte, kann die gemeinsame Beobachtung ohne Datei oder schriftliches Protokoll abgeschlossen werden.
Eine andere Person kann versuchen, aus der Darstellung die Frage und den Ablauf zu verstehen. Erkennt sie nicht, ob der Klotz im Wasser oder daneben liegt, kann der Autor eine Beschriftung ergänzen oder den Versuchsaufbau mündlich erklären. Wer nichts ändern möchte, darf die Seite unverändert lassen. Die Rückmeldung soll der Verständlichkeit dienen, nicht das Kind vorführen.
Wenn der Erwachsene die Notizen für das Kind schreibt, liest er sie zurück und fragt, ob die Aussage stimmt. Das Kind kann Wörter ändern, ein Symbol auswählen oder einen Abschnitt streichen. Eine Zeile wie „Kind zeigte auf die Wasseroberfläche; Erwachsene schrieb den Satz“ dokumentiert bei Bedarf die Rollen. Sie ist keine Voraussetzung für die Anerkennung der kindlichen Entscheidung.
Ein Bild mit einem schwimmenden Gegenstand sagt für sich genommen nicht, was vorher vermutet wurde. Eine zweite Bildkarte oder ein getrenntes Feld kann diese Information ergänzen. Ebenso zeigt ein Wort wie „schwimmt“ nicht, wie lange beobachtet wurde oder ob ein Teil über Wasser ragte. Wählen Sie die Details nach der Frage, die Sie später beantworten möchten.
Wenn zwei Aufzeichnungen verschieden aussehen, prüfen Sie zunächst, ob sie denselben Gegenstand und denselben Zeitpunkt betreffen. Unterschiedliche Perspektiven oder Darstellungsweisen können andere Merkmale hervorheben. Eine Person zeichnet die Schale von der Seite, eine andere von oben. Ohne gemeinsame Legende lässt sich die Lage im Wasser aus einer Ansicht möglicherweise schwer erkennen.
Ein Kind kann die Geschichte auch mit Figuren erzählen: Eine Figur vermutet etwas, eine andere schaut zu, danach sprechen sie über das Ergebnis. Kennzeichnen Sie, welche Aussagen aus dem realen Versuch stammen und welche zur erfundenen Geschichte gehören. Die Figur kann überrascht sein; sie muss keine feste Moral über richtige und falsche Antworten vermitteln.
Ein Beispiel gemeinsam prüfen und abschließen
Angenommen, eine Familie wählt einen großen glatten Holzklotz und notiert vorab: „Wir vermuten, dass er an der Oberfläche bleibt.“ Ein Erwachsener legt ihn in wenig Leitungswasser, während er unmittelbar beim Kind bleibt. Der Klotz liegt anschließend teilweise über der Oberfläche. Der zweite Eintrag lautet dann: „Ein Teil blieb über Wasser.“ Diese Beispielsätze beschreiben einen angenommenen Verlauf, nicht das Ergebnis Ihres eigenen Versuchs.
Würde derselbe gewählte Klotz in Ihrer Schale den Boden erreichen, schreiben Sie genau das auf. Eine vorgefertigte Karte mit „schwimmt“ muss nicht verwendet werden, wenn sie der Beobachtung widerspricht. Liegt der Gegenstand am Boden und wird gleichzeitig von einer Hand festgehalten, entfernen Sie die Unterstützung nur, wenn das sicher ist, oder notieren Sie die Einschränkung. Der Versuchsablauf gehört zum Ergebnis dazu.
Ein Kind könnte fragen, ob der Klotz „ganz oben“ ist, obwohl ein Teil im Wasser liegt. Beschreiben Sie beide Bereiche: „Ein Teil ragt heraus, der andere liegt unter der Oberfläche.“ Ein schwimmender Körper muss nicht vollständig über dem Wasser stehen. Die Wasserlinie in der Zeichnung kann helfen, diese Lage zu zeigen; die tatsächlichen Anteile müssen Sie nicht schätzen, wenn sie schwer zu erkennen sind.
Wenn das Wasser bewegt wurde, warten Sie nach Möglichkeit, bis sich die Oberfläche beruhigt hat, bevor Sie die spätere Lage beschreiben. Auch dann kann ein Gegenstand langsam kippen oder Wasser aufnehmen. Es ist zulässig, den beobachteten Zeitraum zu begrenzen und „nach kurzer Zeit“ zu notieren, sofern er nicht gemessen wurde. Eine exakte Sekundenangabe sollte nicht erfunden werden.
Ein Partner kann fragen: „Was hat dich zu deiner Vermutung gebracht?“ Das Kind darf auf eine frühere Erfahrung, das Aussehen des Klotzes oder eine eigene Geschichte verweisen. Hören Sie zu, ohne daraus sofort eine allgemeine Regel zu formen. Eine Erklärung der Vermutung unterscheidet sich von einem Nachweis für die Ursache des beobachteten Schwimmens.
Falls das Kind ein Symbol statt eines Satzes wählt, legen Sie gemeinsam fest, was es bedeutet. Ein Kreis oberhalb einer Linie könnte „an der Oberfläche beobachtet“ darstellen; ein Kreuz könnte aber von einer anderen Person als Fehler gelesen werden. Eine kurze Legende oder mündliche Erklärung verhindert Missverständnisse. Die Wahl des Symbols bleibt beim Kind, soweit die Beteiligten es verstehen.
Für Personen, die den Wasserstand nicht auf dieselbe Weise visuell verfolgen, kann ein Erwachsener die Lage verständlich beschreiben und geeignete, sichere Möglichkeiten zur Erkundung anbieten. Fragen Sie nach dem bevorzugten Zugang, statt eine bestimmte Methode vorauszusetzen. Ein Kind kann über die Auswahl und die Formulierung entscheiden, auch wenn ein Partner den Gegenstand hält und die Schale beaufsichtigt.
Wenn ein Kind das Wasser nicht berühren möchte, muss es das nicht tun. Es kann den Vorgang beobachten, Anweisungen geben, eine Darstellung auswählen oder eine ganz andere Beschäftigung wählen. Ist die Schale, der Raum oder die Aufsicht nicht passend, genügt ein Gespräch über ein vorhandenes Bild. Ein nachgestellter Versuch ohne geeignete Bedingungen wäre kein Gewinn für die Beobachtung.
Nach Abschluss nimmt die erwachsene Person die Gegenstände heraus, leert die Schale und trocknet die Umgebung. Das Kind entscheidet mit, ob seine Zeichnung aufbewahrt werden soll. Eine weitere Testreihe ist nicht nötig, um den ersten Eintrag abzuschließen. Wenn später eine neue Frage entsteht, kann eine neue Seite mit eigenem Datum und eigenem Gegenstand begonnen werden.
Der fertige Eintrag sollte erkennbar machen, was vor dem Versuch erwartet und was danach gesehen wurde. Eine knappe Notiz über die Unterstützung, etwa „Erwachsene setzte den Klotz auf Wunsch des Kindes ein“, kann für die Beteiligten nützlich sein. Sie belegt keine allgemeine Fähigkeit und ersetzt keine fachliche Beurteilung. Aufbewahrung und Weitergabe erfolgen nur, wenn sie für die Familie sinnvoll sind.
Eine Zeitleiste kann zwei Beobachtungen ordnen: „beim Einsetzen“ und „nach dem Loslassen“. Diese Beschriftungen sind auch ohne gemessene Dauer sinnvoll. Wenn der Klotz zunächst von einer Hand unter Wasser gehalten wurde und danach aufsteigt, unterscheiden sich die Bedingungen beider Bilder. Ein Pfeil für die Bewegung und ein kurzer Hinweis auf die Hand helfen, die Geschichte später richtig zu lesen.
Wird statt des Klotzes ein flacher, geeigneter Gegenstand geprüft, kann seine Ausrichtung beim Einsetzen festgehalten werden. Das Kind beschreibt beispielsweise, ob er flach auf der Oberfläche lag oder zunächst senkrecht gehalten wurde. Wieder ist entscheidend, was tatsächlich zu sehen war. Ein einzelner Versuch mit einem Gegenstand und einer Startlage belegt noch keine allgemeine Aussage über alle Formen.
Vor dem Wegräumen können die Beteiligten die Frage mit dem Ergebnis abgleichen: Bleibt offen, wo sich der Gegenstand nach dem Loslassen befand, oder ist die Lage auf der Seite erkennbar? Fehlt eine Information, darf die Notiz ausdrücklich unvollständig bleiben. Niemand muss ein zweites Mal testen, wenn das Kind fertig ist oder die nötige Aufsicht nicht mehr zur Verfügung steht.
Hilfreiche Antworten
Ist eine falsche Vermutung ein Fehler?
Eine Vermutung darf vom beobachteten Ergebnis abweichen. Halten Sie beides getrennt fest und besprechen Sie, was im konkreten Versuch zu sehen war.
Muss das Kind selbst schreiben oder den Gegenstand bewegen?
Nein. Es kann auswählen, zeigen oder diktieren und einen Partner anweisen, der nach Absprache schreibt oder den Gegenstand bewegt.
Kann eine flache Wasserschale unbeaufsichtigt stehen bleiben?
Nein. Eine erwachsene Person bleibt während der Aktivität unmittelbar dabei und leert die Schale danach.




