Haus und Maus bedeuten ganz unterschiedliche Dinge, aber ihre Enden klingen ähnlich. Haus und Hut beginnen dagegen ähnlich und reimen sich in der üblichen Aussprache nicht. Solche Unterschiede lassen sich mit vertrauten Wörtern, Bildern und einer ruhigen Gesprächssituation erkunden. Das Kind darf zuhören, zeigen, sprechen oder eine andere passende Kommunikationsform wählen. Eine einzelne Antwort ist kein Hörtest und muss nicht darüber entscheiden, ob das gemeinsame Spiel gelungen ist.
Was bei einem Reim verglichen wird
Bei einem einfachen Endreim stimmen die Klangteile am Wortende ab dem betonten Vokal überein. In „Haus“ und „Maus“ klingt der Teil „aus“ gleich, während sich der Anfang unterscheidet. Die beiden Wörter müssen dafür nicht ähnliche Gegenstände bezeichnen: Ein Haus und eine Maus gehören als Bedeutung nicht automatisch zusammen. Entscheidend ist bei dieser Übung, wie die ausgesprochenen Wörter am Ende klingen.
Ein gleicher Wortanfang allein macht noch keinen Endreim. „Haus“ und „Hut“ beginnen beide mit einem ähnlichen h-Laut, ihre betonten Vokale und Enden unterscheiden sich aber. Diese Ähnlichkeit am Anfang kann dem Kind trotzdem auffallen; sie ist eine zutreffende Beobachtung, beantwortet jedoch eine andere Frage. Sagen Sie deshalb ausdrücklich: „Wir vergleichen heute, wie die Wörter am Ende klingen.“
Für den Einstieg eignen sich deutliche Paare wie Haus–Maus oder Nase–Hase. Sprechen Sie beide Wörter in derselben Situation vor und hören Sie gemeinsam auf das Ende. Die Schreibweise kann beim späteren Nachsehen helfen, ist aber nicht die Grundlage dieser Hörfrage. Wörter können ähnlich klingen, ohne am Ende genau gleich geschrieben zu werden; umgekehrt garantiert dieselbe Buchstabenfolge nicht in jeder Sprache und jedem Wort denselben Klang.
Der [Landesbildungsserver Baden-Württemberg](https://www.schule-bw.de/themen-und-impulse/ideenpool-lesen/elementarbereich/methoden_konzepte_projekte/sprache/kinderreime.html) beschreibt Reim- und Lautspiele als mögliche Zugänge zur Beschäftigung mit Sprache. Die folgenden Anregungen sind keine feste Reihenfolge und kein Test. Wählen Sie ein Beispiel, das zur Sprache und zum Interesse des Kindes passt.
In Gedichten werden neben exakten Endreimen auch ähnliche oder bewusst unvollkommene Klänge verwendet. Für diese erste Beobachtung wählen Sie klare Beispiele und müssen die Vielfalt literarischer Reime nicht vollständig erklären. Wenn das Kind einen eigenen Vers mit einem anderen Klangmuster erfindet, darf er trotzdem Teil des Spiels sein. Sie können beschreiben, was Sie hören, ohne das Gedicht insgesamt als falsch zu bewerten. Die Frage nach einem bestimmten Reimpaar und die Freude an einer Geschichte haben unterschiedliche Ziele.
Ein erstes Paar gemeinsam anhören
Wählen Sie einen ruhigen Moment und sagen Sie „Haus“ und „Maus“ in normaler, gut verständlicher Lautstärke. Danach können Sie die Wörter noch einmal sprechen und die gemeinsamen Enden leicht hervorheben: „H-aus, M-aus“. Eine übertriebene Zerlegung ist nicht nötig. Fragen Sie, was dem Kind auffällt, und warten Sie. Es darf sprechen, zeigen oder zunächst einfach zuhören.
Wenn das Kind sagt, beide Wörter enthielten „au“ oder klängen hinten gleich, greifen Sie die Beobachtung auf: „Ja, am Ende hören wir bei beiden ähnlich aus.“ Danach können Sie den Begriff Reim anbieten. Es ist nicht erforderlich, dass das Kind sofort eine fachliche Definition formuliert. Ein gemeinsames Wortpaar bietet eine konkrete Grundlage, auf die Sie später zurückkommen können.
Vergleichen Sie dann Haus mit Hut. Beide Wörter beginnen mit h, klingen am Ende aber verschieden. Wenn das Kind sie wegen des Anfangs zusammenordnet, können Sie sagen: „Am Anfang hast du etwas Gleiches bemerkt. Für unseren Reim hören wir jetzt auf das Ende.“ So wird eine richtige Beobachtung nicht abgewertet, sondern die Aufmerksamkeit auf das vereinbarte Merkmal gelenkt.
Eine Runde mit zwei Paaren reicht aus. Das Kind kann entscheiden, ob es ein weiteres Paar hören oder lieber eine Geschichte anschauen möchte. Es muss die Wörter nicht laut nachsprechen, um teilzunehmen. Wenn die Situation akustisch anstrengend ist, können Sie eine Pause machen, Störgeräusche reduzieren oder eine andere gemeinsam vereinbarte Aktivität wählen.
Ein Kind kann zunächst beobachten, wie der Mund der sprechenden Person Wörter formt, sofern es das möchte und diese Information für es zugänglich ist. Manche Laute sind vom Gesicht allein nicht eindeutig zu unterscheiden; sehen Sie das Mundbild daher nicht als vollständigen Ersatz für den Lautvergleich. Die sprechende Person kann normal artikulieren und prüfen, ob das Kind eine Wiederholung wünscht. Übertriebene Bewegungen oder eine erzwungene Blickrichtung sind nicht erforderlich.
Bilder helfen beim Benennen, reimen aber nicht selbst
Legen Sie eine Hauskarte und zwei weitere Bilder bereit: eine Maus und einen Hut. Benennen Sie jedes Bild vor der Frage und zeigen Sie darauf. Dann fragen Sie: „Welches Wort klingt am Ende wie Haus: Maus oder Hut?“ Die Abbildungen helfen, die Wörter zu merken und eine Wahl zu zeigen. Der Reim entsteht in den ausgesprochenen Wörtern, nicht dadurch, dass die Bilder ähnlich aussehen.
Ein Bild kann mehrere Namen haben. Eine Zeichnung, die ein Erwachsener als „Hut“ bezeichnet, könnte das Kind als „Mütze“ beschreiben. Beides kann zur Abbildung passen, führt aber zu unterschiedlichen Wörtern in der Hörfrage. Einigen Sie sich zuerst darauf, welches Wort Sie gerade verwenden, oder wählen Sie einen Gegenstand, dessen Bezeichnung beiden vertraut ist. Eine andere Bildbenennung ist nicht automatisch ein Fehler im Reimverständnis.
Die Bilder müssen keine bestimmte Farbe oder Größe haben, damit die Wörter reimen. Wenn auf einer Karte ein großes Haus und auf der anderen eine kleine Maus zu sehen sind, ist der Größenunterschied für die Klangfrage nicht entscheidend. Achten Sie darauf, dass nicht unbeabsichtigt dieselbe Farbe oder ein gemeinsamer Rahmen die Lösung verrät. Benötigt das Kind eine Markierung zur Orientierung, darf diese jedoch erhalten bleiben und erklärt werden.
Wer lieber mit Gegenständen arbeitet, kann etwa ein Spielzeughaus und eine große Mausfigur verwenden, sofern beides altersgerecht und sicher ist. Kleine oder lösbare Teile eignen sich nicht, wenn Verschluckungsgefahr besteht. Eine erwachsene Person kann die Objekte auf Wunsch des Kindes bewegen. Es ist ebenso möglich, ganz ohne Gegenstände mit zwei gesprochenen Wörtern zu beginnen.
Um die Bedeutung der Karten zu klären, können alle Bilder zuerst gemeinsam betrachtet und benannt werden, noch bevor die Reimfrage kommt. Das Kind darf ein Bild anders bezeichnen und erklären, was es darin sieht. Entscheiden Sie anschließend ausdrücklich, welches Wort in dieser Runde verwendet wird. Wenn ein Bild missverständlich bleibt, tauschen Sie es aus. Eine handgezeichnete Karte muss nicht kunstvoll sein; entscheidend ist, dass die Beteiligten die vereinbarte Bezeichnung verstehen.

Passende und nicht passende Beispiele vergleichen
Stellen Sie zwei klare Paare nebeneinander: „Nase–Hase“ und „Nase–Ball“. Das erste Paar hat in der üblichen Aussprache ein übereinstimmendes Ende; beim zweiten klingt das Ende anders. Sprechen Sie die Paare mehrmals in derselben Reihenfolge, wenn das Kind darum bittet. Fragen Sie nicht gleichzeitig nach Bedeutung, Anfangsbuchstaben und Anzahl der Silben. Eine Frage nach dem Klangende genügt für diesen Vergleich.
Ein anderes Beispiel lautet „Baum–Traum“. Beide Wörter klingen am Ende gleich, obwohl sie Unterschiedliches bedeuten. Bei „Baum–Ball“ ist der Anfang ähnlich, das Ende aber verschieden. Das Kind kann zeigen, welche Beobachtung es gemacht hat. Wenn es einen gemeinsamen Anfang bemerkt, können Sie das ausdrücklich bestätigen und anschließend die Aufmerksamkeit wieder auf das Ende richten.
Wenn Sie neue Beispiele erfinden, sprechen Sie die Wörter vorher laut oder in der im Haushalt üblichen Aussprache durch. Nicht jedes Paar, das auf dem Papier ähnlich aussieht, klingt tatsächlich gleich. Regionale Aussprache kann ebenfalls Einfluss darauf haben, wie ein Paar wahrgenommen wird. Bei Unsicherheit wählen Sie ein anderes klares Paar statt eine strittige Antwort zu erzwingen.
Eine Auswahl aus zwei Möglichkeiten kann entlasten, aber die Antwort sollte nicht allein an der Position hängen. Nach einem Durchgang können Maus und Hut den Platz tauschen, sofern das Kind die Veränderung sieht oder anderweitig mitbekommt. Fragen Sie wieder nach den benannten Wörtern. Wenn das Tauschen verwirrt, bleiben Sie bei der ersten Anordnung und stellen Sie das Reimpaar gemeinsam noch einmal vor.
Ein weiteres klares Paar ist „Hut–gut“ in der üblichen deutschen Aussprache. Hier gehört ein Gegenstand und eine Eigenschaft zusammen, weil die Wortenden klingen, nicht weil ihre Bedeutungen dieselbe Kategorie bilden. Vergleichen Sie danach „Hut–Haus“: Beide beginnen ähnlich, enden aber anders. Verwenden Sie nur ein neues Paar, wenn das Kind noch Interesse hat. Die Beispiele sind Angebote und müssen nicht in einer festen Anzahl oder Reihenfolge abgearbeitet werden.
Reime, Bedeutung und Wortanfang auseinanderhalten
Maus und Käse können in einer Geschichte zusammengehören, weil Mäuse mit Käse in Verbindung gebracht werden. Daraus folgt aber kein Reim. Ein Kind, das diese Bilder zusammenlegt, hat möglicherweise eine sinnvolle Beziehung nach Bedeutung erkannt. Würdigen Sie sie: „Die beiden passen in deiner Geschichte zusammen.“ Danach können Sie, sofern Interesse besteht, fragen, welches Wort am Ende ähnlich wie „Maus“ klingt.
Haus und Hut teilen einen ähnlichen Anfang, während Haus und Maus das gleiche Ende teilen. Legen Sie drei Karten bereit und beschreiben Sie beide Sortierideen getrennt. In einer Runde suchen Sie nach dem gleichen Anfang, in der anderen nach einem Reim. So muss das Kind nicht erraten, welche Eigenschaft der Erwachsene unausgesprochen erwartet.
Auch die Anzahl der Silben ist eine andere Eigenschaft. „Nase“ und „Hase“ haben in üblicher Aussprache jeweils zwei Silben und reimen sich. Daraus folgt nicht, dass alle Wörter mit zwei Silben reimen. „Nase“ und „Tasse“ haben ebenfalls zwei Silben, aber ihre betonten Vokale und Enden stimmen nicht überein. Zählen Sie Silben nur dann, wenn das Kind diese zusätzliche Frage erkunden möchte.
Wortspiele können Quatschwörter enthalten. Ein ausgedachtes Wort, das wie „Maus“ auf „aus“ endet, kann als Klangspiel dienen, auch wenn es keine feste Bedeutung hat. Sagen Sie dazu, dass es erfunden ist. So muss das Kind nicht nach einem Gegenstand suchen, den es dazu geben müsste. Die Unterscheidung zwischen echten Wörtern und erfundenen Formen kann später selbst ein Gesprächsthema werden.
Bei einer Sortierung nach Bedeutung könnten Haus und Tür zusammenpassen. Bei einer Sortierung nach Klang könnte Haus mit Maus zusammenliegen. Beide Anordnungen können für ihre jeweilige Frage sinnvoll sein. Legen Sie die Karten zunächst frei aus und lassen Sie das Kind selbst eine Ordnung vorschlagen. Fragen Sie, woran es gedacht hat, bevor Sie eine eigene Regel nennen. Erst wenn die Sortierregel geteilt wird, lässt sich überprüfen, ob eine bestimmte Karte zu dieser Regel passt.
Ein kleines Reimspiel im Alltag
Beim Anschauen eines Bilderbuchs können Sie ein Paar entdecken, das ohnehin im Text oder Bild vorkommt. Lesen Sie den Satz zunächst als Teil der Geschichte. Wenn das Kind Interesse zeigt, wiederholen Sie die beiden Reimwörter und fragen, was an ihrem Ende auffällt. Danach geht die Geschichte weiter. Nicht jede Seite muss eine zusätzliche Übung enthalten; die Handlung und das gemeinsame Lesen bleiben wichtig.
Eine andere Möglichkeit ist ein selbst erfundener Zweizeiler: „Vor dem Haus sitzt eine Maus.“ Lassen Sie das Kind entscheiden, was die Maus als Nächstes macht. Eine Geschichte muss nicht perfekt reimen, um Spaß zu machen. Sie können ein mögliches Reimwort anbieten und gemeinsam prüfen, wie es klingt. Übernehmen Sie dabei keine längeren Verse aus einem Buch, wenn Sie eigene Zeilen erfinden möchten.
In der Bibliothek kann das Kind ein Buch mit kurzen Reimen auswählen, sofern es daran Freude hat. Die [Stiftung Lesen](https://www.lesestart.de/fileadmin/bilder/begleitmaterialien/aktionsideen_fuer_familien_4_2022__c__stiftung_lesen_bmbf.pdf) nennt Reime und Lieder als mögliche Bestandteile gemeinsamer Lese- und Sprachangebote in verschiedenen Familiensprachen. Ein Bibliotheksbesuch ist keine Voraussetzung: Ein vertrautes Lied oder ein erfundenes Paar zu Hause genügt ebenfalls.
Passen Sie den Zeitpunkt an die Situation an. Vor dem Aufbruch, bei Müdigkeit oder in einer lauten Umgebung kann Zuhören schwierig sein. Eine Reimfrage darf ausgelassen werden, ohne dass später eine bestimmte Anzahl nachgeholt werden muss. Das Kind kann auch nur eine Geschichte hören oder über das Bild sprechen. Die Beziehung und Verständigung stehen nicht unter dem Vorbehalt einer richtigen Reimantwort.
Ein Gegenstand in der Küche oder auf dem Spielplatz kann ein eigenes Wortspiel anregen, aber die Suche muss die eigentliche Tätigkeit nicht unterbrechen. Wenn das Kind gerade baut, kann ein Erwachsener eine Frage später stellen oder nur kurz ein Reimpaar nennen. Eine passende Gelegenheit ist kein verpflichtender Unterrichtsmoment. Besonders unterwegs gelten die Regeln des Ortes und die Aufmerksamkeit für Sicherheit; für ein Spiel mit Karten oder aufwendiger Auswahl können Sie einen ruhigen Platz wählen.
Wenn eine Antwort anders ausfällt
Wenn das Kind Haus und Hut wegen des ähnlichen Anfangs wählt, wiederholen Sie die Ausgangsfrage und zeigen Sie den Unterschied zwischen Anfang und Ende an beiden Wörtern. Sprechen Sie „Haus–Maus“ und „Haus–Hut“ nacheinander vor. Fragen Sie dann, welches Paar am Ende ähnlich klingt. Wenn die Aufgabe unklar bleibt, präsentieren Sie das passende Paar zunächst ohne Auswahl und beenden Sie die Runde bei Bedarf.
Wenn das Kind ein Bild anders nennt als erwartet, klären Sie die Bezeichnung, bevor Sie das Klangpaar beurteilen. Bei einem unbekannten Wort kann eine kurze Erklärung oder ein echter Gegenstand helfen. Ein Kind soll nicht zugleich die Abbildung deuten, ein neues Wort lernen und einen Reim erkennen müssen, ohne dass diese Anforderungen sichtbar werden. Auch eine Antwort nach Bedeutung kann eine sinnvolle Beobachtung ausdrücken.
Verschiedene Ausspracheweisen sind Teil des Sprachgebrauchs. Ein Reim, der für eine Person deutlich ist, kann in einer anderen regionalen oder familiären Aussprache anders wirken. Hören Sie auf die tatsächlich verwendeten Wörter und wählen Sie bei Bedarf ein Paar, das für beide deutlich klingt. Ein Sprachspiel ist kein Anlass, die Familiensprache oder einen Dialekt abzuwerten.
Wenn Hörverstehen, Sprache oder das Erkennen von Wörtern über längere Zeit Sorgen bereiten, können Eltern geeignete Fachpersonen und pädagogische Bezugspersonen ansprechen. Diese Aktivität diagnostiziert weder eine Hörbeeinträchtigung noch eine Lese- oder Sprachentwicklungsstörung. Aus einer einzelnen Antwort und ohne Kenntnis der Hör- und Kommunikationsbedingungen lässt sich keine solche Schlussfolgerung ziehen.
Wenn Sie nach einem zweiten Versuch immer noch nicht wissen, wie das Kind die Frage versteht, ändern Sie zunächst nur eine Bedingung. Sie könnten etwa die Bilder behalten und die Wörter selbst vorgeben oder die Wörter beibehalten und auf die Auswahlkarten verzichten. Beobachten Sie, was diese Änderung für die Verständigung bewirkt. Sie müssen nicht jede Schwierigkeit sofort erklären. Bei anhaltendem Interesse kann die Frage mit einem vertrauten Beispiel an einem anderen Tag wieder aufgegriffen werden.

Teilnahme zugänglich gestalten
Kinder kommunizieren und nehmen Sprache unterschiedlich wahr. Ein Kind kann auf eine Karte zeigen, eine Gebärde verwenden, ein Wort schreiben oder ein Kommunikationsgerät nutzen. Lassen Sie ausreichend Zeit und vereinbaren Sie, wie eine Auswahl bestätigt wird. Sprechen zu verlangen, obwohl eine andere Ausdrucksform verfügbar ist, würde zusätzliche Anforderungen stellen, die nicht zum Vergleich der angebotenen Wörter gehören.
Für manche Kinder helfen eine ruhige Umgebung, gute Sicht auf das Gesicht der sprechenden Person und vorhandene Hörhilfen. Fragen Sie das Kind und gegebenenfalls seine Bezugspersonen, was tatsächlich nützlich ist. Blickkontakt darf nicht erzwungen werden; wichtig ist, dass die gewählte Kommunikation zugänglich bleibt. Halten Sie Bilder oder Schrift in einer Größe und Position bereit, die das Kind verwenden kann.
Bei einem gehörlosen oder schwerhörigen Kind können Reimspiele besondere Anpassungen erfordern. Sprechen Sie mit dem Kind, der Familie und gegebenenfalls Fachpersonen über die gewohnte Sprache und geeignete Materialien. Schriftliche Wortenden, lautsprachbegleitende Hilfen oder Gebärdensprachspiele können jeweils andere Aspekte zugänglich machen. Gleiche Buchstaben sind jedoch nicht automatisch ein gehörter Reim; auch ein Gebärdensprachreim folgt eigenen visuellen und sprachlichen Mustern.
Wenn der Vergleich akustischer Wortenden für ein Kind nicht zugänglich oder nicht gewünscht ist, kann eine andere gemeinsame Sprach- oder Bildaktivität sinnvoll sein. Benennen Sie das neue Ziel ehrlich, etwa Formen in Gebärden beobachten oder gleiche Schriftmuster suchen. Eine solche Anpassung ist kein identischer Ersatz für jede Höraufgabe, ermöglicht aber Teilhabe an Sprache und kreativem Spiel auf passende Weise.
Ein Kommunikationsgerät kann neben der Reimantwort auch Wörter wie „noch einmal“, „Pause“ oder „anderes Spiel“ verfügbar machen. So kann das Kind die Situation mitgestalten, statt lediglich zwischen den vom Erwachsenen vorgegebenen Lösungen zu wählen. Wenn ein Partner die Karten bewegt, soll er vorher erklären, was er tut, und die Wahl bestätigen lassen. Eine Unterstützung ist dann hilfreich, wenn sie die Absicht des Kindes zugänglich macht, nicht wenn sie dessen Entscheidung ersetzt.
Mehrsprachigkeit und unterschiedliche Wortformen
Familien können Reime in den Sprachen und Sprachformen verwenden, die ihnen vertraut sind. Ein Paar in einer Sprache muss sich bei einer Übersetzung nicht ebenfalls reimen, weil sich die Wortformen ändern. Sprechen Sie das Paar in der Sprache, in der Sie es vergleichen, und erklären Sie bei Bedarf die Bedeutung. Das Kind muss nicht zuerst eine andere Sprache ablegen, um an einem deutschen Wortspiel teilzunehmen.
Wenn ein Kind einen Reim in einer anderen Familiensprache vorschlägt und der Erwachsene die Sprache nicht sicher kennt, darf er nachfragen oder eine sprachkundige Person um Hilfe bitten. Behaupten Sie nicht, ein Paar reime sich sicher, wenn Sie die Aussprache nicht beurteilen können. Ein gemeinsames Interesse an dem Wort und seiner Bedeutung ist bereits ein Gesprächsanlass.
Beim Deutschen können Wortformen den Klang verändern. „Haus“ und „Maus“ reimen sich; die Pluralformen „Häuser“ und „Mäuse“ sind andere Wörter und müssen gesondert angehört werden. Wählen Sie für eine Runde die Formen, die tatsächlich ausgesprochen werden. Ein Bild allein legt nicht fest, ob gerade die Einzahl oder Mehrzahl gemeint ist.
Ein erfundener Vers darf lustig und kulturell vertraut sein, ohne dass alle Familien denselben Reim kennen müssen. Fragen Sie, welche Lieder oder Wortspiele das Kind bereits kennt, und folgen Sie seinem Interesse. Wenn mehrere Personen ein Wort unterschiedlich aussprechen, können sie ihre Varianten nebeneinander zeigen, statt eine Person zu korrigieren. Die gemeinsame Frage bleibt, wie die Enden in der jeweiligen Aussprache klingen.
In einer mehrsprachigen Geschichte kann ein Kind erst die Bedeutung eines Wortes und später seine Klangform erkunden. Fragen Sie zum Beispiel, wie ein vertrauter Gegenstand in den verwendeten Sprachen heißt. Danach können Sie gemeinsam entscheiden, in welcher Sprache ein Reimpaar gesucht wird. Eine Übersetzung ist ein neues Wort mit eigener Aussprache, keine automatisch gleich klingende Kopie. Wenn niemand ein passendes Paar kennt, darf die Frage offenbleiben oder ein anderes Spiel folgen.
Beobachten und das nächste Angebot wählen
Eine kurze Notiz könnte lauten: „Bei Haus und Maus zeigte das Kind nach dem Vorsprechen auf die Mauskarte; die Karten waren sichtbar.“ Sie beschreibt die Handlung und die Unterstützung. Sie belegt weder, dass das Kind alle Reime erkennt, noch dass es dieselbe Frage ohne Bilder oder in einer anderen Sprache gleich beantworten würde. Eine Notiz ist freiwillig und muss keine persönlichen Daten oder Fotos enthalten.
Für ein nächstes Angebot können Sie ein bekanntes Paar erneut im Buch entdecken oder ein neues, deutliches Paar gemeinsam anhören. Ändern Sie nicht gleichzeitig Wortschatz, Sprache, Material und Antwortform, wenn Sie verstehen möchten, was dem Kind hilft. Wenn es lieber eine Geschichte erzählt oder eine Pause macht, ist das ebenso ein sinnvoller Abschluss der gemeinsamen Zeit.
Der Beitrag Eine kleine Reimgeschichte bietet einen weiteren erzählerischen Zusammenhang. Ein Link ist keine Pflicht und ersetzt nicht die Auswahl passender Wörter. Das Kind kann ein Lieblingsbuch wählen, ein eigenes Paar vorschlagen oder bei einem einzigen Beispiel bleiben. Die gemeinsame Frage und die Freude am Austausch sind wichtiger als eine festgelegte Anzahl von Durchgängen.
Zum Schluss können Sie das Paar noch einmal nennen: „Haus und Maus klingen am Ende ähnlich.“ Danach räumen Sie die Karten weg oder lassen sie für ein späteres Spiel liegen, wenn das sicher ist. Eine schnelle Antwort, lautes Nachsprechen oder das Auswendiglernen einer Definition ist nicht nötig, um eine gelungene gemeinsame Beobachtung zu würdigen.
Falls Sie die Karten wiederverwenden, bewahren Sie nur Material auf, das für das Kind sicher und weiterhin verständlich ist. Vor dem nächsten Spiel können die Beteiligten erneut festlegen, wie die Bilder heißen; die ursprüngliche Bezeichnung muss nicht unverändert bleiben. Wurde ein Wort geändert, ändert sich möglicherweise auch die Antwort auf die Klangfrage. Ein kurzer Blick auf die Bedingungen verhindert, dass eine gespeicherte Notiz als unveränderliches Urteil über das Kind gelesen wird.
Hilfreiche Antworten
Reimen sich Wörter, wenn sie denselben Anfang haben?
Nicht unbedingt. Haus und Hut beginnen ähnlich, klingen am Ende aber verschieden. Haus und Maus haben in der üblichen Aussprache dasselbe Klangende.
Muss das Kind die Wörter laut nachsprechen?
Nein. Es kann je nach Zugang zum Beispiel zeigen oder mit unterstützter Kommunikation wählen. Passen Sie die Aktivität an die Sprache und Hörmöglichkeiten des Kindes an.
Sind Bilder für ein Reimspiel nötig?
Nein. Bilder können beim Benennen und Merken helfen. Der gesprochene Reim bezieht sich auf die Klangform der Wörter, nicht auf das Aussehen der Bilder.
Sind Reime in anderen Sprachen willkommen?
Ja. Vergleichen Sie die tatsächlich verwendeten Wörter in der jeweiligen Sprache. Eine Übersetzung muss sich nicht ebenfalls reimen.


