„Haus“ und „Maus“ klingen am Ende gleich: Auf unterschiedliche Anfangslaute folgt in diesen Beispielen „aus“. Mit Bildern von Haus, Maus und Hut können Sie gemeinsam anhören, welches Wort zu Haus passt. Das Kind muss die Wörter dafür nicht lesen oder schreiben. Es kann ein Bild zeigen, sprechen, eine Kommunikationshilfe verwenden oder zunächst nur zuhören. Diese Anleitung erklärt die Auswahl der Wörter, zeigt konkrete Gesprächsverläufe und unterscheidet die gehörte Ähnlichkeit von einer ähnlichen Bedeutung oder einem gleichen Anfangslaut.
Was bei Haus und Maus zusammenklingt
Sprechen Sie „Haus“ und „Maus“ zunächst natürlich. Beide Wörter haben in der hier verwendeten Aussprache den gleichen betonten Vokalteil und denselben folgenden Laut am Ende: „aus“. Die Anfangslaute sind verschieden. Genau dieses gemeinsame Ende nutzen wir als deutliches erstes Reimpaar, ohne dass das Kind eine fachliche Definition wiederholen muss.
Vergleichen Sie danach „Haus“ und „Hut“. Beide beginnen mit einem ähnlichen Anfangslaut, aber ihre Wortenden klingen nicht gleich. Wer zuerst auf den Wortanfang achtet, kann deshalb eine andere Ähnlichkeit bemerken als bei der Frage nach dem Reim. Nennen Sie vor jeder Runde, ob Anfang oder Ende verglichen werden soll.
Reimen ist eine Frage des Klangs der tatsächlich gesprochenen Wörter. Ein Bild hilft dabei, ein Wort zu merken, enthält aber keine hörbare Endung. Klären Sie daher vor dem Vergleich, wie alle Beteiligten das Bild nennen. Wenn ein Bild einer Maus als „Tier“ bezeichnet wird, hören Sie sich „Haus — Tier“ an oder vereinbaren Sie ausdrücklich das Wort „Maus“ für diese Runde.
Das Sprechen mit einer kleinen Betonung am Wortende kann helfen, den gemeinsamen Klang zu bemerken. Erfinden Sie aber keine zusätzlichen Laute, nur damit zwei Wörter passen. Sagen Sie jedes Wort auch einmal in normalem Tempo. Bei abweichender regionaler Aussprache oder einem ungewohnten Namen wählen Sie für den Einstieg ein Paar, das in Ihrer gemeinsamen Aussprache klar klingt.
Ein Reimspiel ist keine Untersuchung des Hörvermögens und keine vollständige Beurteilung sprachlicher Entwicklung. Ein Kind muss die Bilder erkennen, die Frage verstehen und eine zugängliche Antwortform haben. Wenn eine Wahl anders ausfällt als erwartet, schauen Sie zuerst auf diese Bedingungen, statt daraus eine allgemeine Fähigkeit abzuleiten.
Drei Bilder und einen ruhigen Vergleich vorbereiten
Legen Sie große, gut erkennbare Bilder von einem Haus, einer Maus und einem Hut bereit. Sie können selbst zeichnen, vorhandene Karten verwenden oder die drei Gegenstände auf einem Blatt darstellen. Eine erwachsene Person wählt sichere Materialien in passender Größe; kleine lose Teile sind für Kinder ungeeignet, die sie in den Mund nehmen könnten.
Zeigen und benennen Sie jedes Bild: „Haus“, „Maus“, „Hut“. Fragen Sie, wie das Kind die Bilder nennt. Wenn es beim Haus „Gebäude“ sagt, erkennen Sie diese Bezeichnung an und erklären, dass Sie im Spiel das Wort „Haus“ vergleichen möchten. Verwenden Sie nicht stillschweigend ein anderes Wort als das, welches das Kind gerade hört.
Legen Sie das Haus als Vergleichsbild oben hin und Maus und Hut als zwei Wahlmöglichkeiten darunter. Beide Optionen sollten zugänglich sein und sich nicht nur durch ihre Lage unterscheiden. Wenn das Kind mit einem Kommunikationsgerät, einer Geste oder Blickauswahl antwortet, halten Sie diese Möglichkeit bereit und bestätigen Sie bei unklaren Signalen, welche Wahl gemeint war.
Schrift auf den Karten ist nicht erforderlich. Ein Kind, das bereits liest, kann die Wörter sehen und sich auch an Buchstaben orientieren. Für eine Aufgabe zum Hören können Sie nur die Bilder zeigen und die Wörter sprechen. Wenn das Kind eine andere zugängliche Form braucht, nutzen Sie diese; das Vergleichen geschriebener Endungen und das Hören von Reimen sind allerdings nicht automatisch dieselbe Aufgabe.
Wählen Sie einen Ort, an dem die gesprochenen Wörter gut wahrnehmbar sind. Sie müssen weder besonders laut sprechen noch ein Klatschen verlangen. Wenn das Kind eine Pause benötigt oder das Hören der Laute nicht sein zugänglicher Weg ist, passen Sie die Aktivität an seine vertrauten Kommunikationsmöglichkeiten an oder wählen Sie eine andere Wortaufgabe.
Die erste Runde mit Haus, Maus und Hut
Zeigen Sie auf das Haus und sagen Sie: „Ich sage Haus. Welches Wort klingt am Ende ähnlich: Maus oder Hut?“ Nennen Sie beide Möglichkeiten und zeigen Sie auf die zugehörigen Bilder. Lassen Sie Zeit für eine Antwort. Das Kind kann zeigen, sprechen, auswählen oder mitteilen, dass es noch einmal hören möchte.
Wählt es „Maus“, sprechen Sie die Paarung erneut: „Haus — Maus. Am Ende höre ich bei beiden aus.“ Zeigen Sie anschließend auf den Hut und vergleichen Sie „Haus — Hut“. Die Wörter beginnen ähnlich, enden in dieser Aussprache aber unterschiedlich. Eine passende Erklärung bezieht sich auf das tatsächlich gesprochene Beispiel.
Zeigt das Kind auf den Hut, fragen Sie, was es bemerkt hat. Vielleicht hat es die ähnlichen Anfänge gehört. Sie können antworten: „Ja, Haus und Hut beginnen ähnlich. Jetzt hören wir auf das Ende: Haus — Maus.“ Damit bleibt die erste Beobachtung anerkannt und die Frage wird genauer eingegrenzt.
Wenn das Kind erneut das Haus zeigt, hat es möglicherweise verstanden, dass es das gleiche Bild finden soll. Unterscheiden Sie Vergleichsbild und Auswahl: „Haus ist unser erstes Wort. Jetzt vergleichen wir Maus und Hut damit.“ Eine erwachsene Person kann die richtige Paarung zunächst vormachen. Das Kind muss sie nicht unmittelbar ohne Modell wiederholen.
Wenn keine Antwort kommt, bieten Sie die Gelegenheit, nur Haus und Maus zu hören. Legen Sie beide Bilder nebeneinander und sagen Sie die Wörter einmal. Danach kann die Runde beendet werden. Drei Bilder auswählen, eine Frage verstehen und Lautähnlichkeit erkennen sind mehrere Anforderungen; sie müssen nicht alle gleichzeitig eingeführt werden.

Ein Gespräch mit mehreren möglichen Antworten
Erwachsener: „Haus. Was klingt am Ende ähnlich: Maus oder Hut?“ Kind: „Hut, weil er auf dem Kopf ist.“ Erwachsener: „Ein Hut kann auf dem Kopf sein. Ich möchte diesmal hören, wie die Wörter enden. Hör einmal: Haus — Maus.“ Die Antwort des Kindes wird nicht als Unsinn abgewertet; der Erwachsene macht den verwendeten Vergleichsmaßstab deutlich.
Vielleicht entscheidet sich das Kind danach für Maus. Vielleicht bleibt es beim Hut oder möchte nicht weiter auswählen. Ein sichtbares Modell und eine Wiederholung sind Hilfen, die angeboten werden können. Wenn das Kind aufhören möchte, ist es nicht nötig, dieselbe Frage immer schneller zu wiederholen oder die Antwort zu erzwingen.
Tauschen Sie auf Wunsch die Rollen: Das Kind zeigt ein Ausgangsbild und die erwachsene Person sucht einen Reim. Für Haus passt Maus. Zeigt das Kind dagegen auf Hut, gibt es unter Haus und Maus in diesem kleinen Set kein entsprechendes Reimpaar. Der Erwachsene kann sagen: „Unter diesen beiden höre ich keinen passenden Reim zu Hut.“
Wollen Sie „Hut“ trotzdem weiterverwenden, können Sie das Wort „Mut“ anbieten. Sprechen Sie Hut und Mut und hören Sie den gemeinsamen Endklang „ut“. Eine zusätzliche Karte ist optional; es ist ebenso in Ordnung, bei der Feststellung zu bleiben, dass das ursprüngliche Set keinen passenden Partner für Hut enthielt.
Vereinbaren Sie vorher, ob in einer Auswahl garantiert ein passendes Wort liegt oder ob auch „keins“ möglich ist. Das Kind kann zum Beispiel beide Wahlkarten beiseiteschieben oder ein entsprechendes Symbol nutzen. Eine echte Antwortmöglichkeit verhindert, dass es zwischen zwei unpassenden Optionen raten muss.
Weitere klare Reimpaare
„Ball“ und „Fall“ klingen im betonten Teil „all“ gleich. Ein Ball lässt sich leicht darstellen; „Fall“ kann als Sturz in einer erfundenen Geschichte erklärt werden, ohne einen echten Sturz nachzustellen. Wenn das Wort für das Kind nicht vertraut ist, besprechen Sie seine Bedeutung oder wählen Sie zunächst ein anderes Paar.
„Hut“ und „Mut“ teilen in der hier verwendeten Aussprache den Endklang „ut“. Für „Mut“ ist ein einzelnes Bild weniger eindeutig als für einen Hut. Sie können das Wort in einer kurzen erfundenen Situation erklären oder die Paarung nur mündlich verwenden. Ein Bild ist eine Hilfe für die Bedeutung, nicht Voraussetzung dafür, dass zwei Wörter reimen.
„Sonne“ und „Wonne“ können als Reimpaar gesprochen werden; „Wonne“ ist für manche Kinder jedoch ungewohnt. Ein klanglich passendes Wort ist nicht automatisch das beste erste Beispiel. Entscheiden Sie nach der Verständlichkeit für das konkrete Kind und erklären Sie unbekannte Wörter, statt ein Bild mit unklarer Bedeutung als selbstverständlich vorauszusetzen.
Ein Wort kann mehrere Reimpartner haben. Zu „Haus“ passen in dieser Aussprache „Maus“ und „Laus“. Wenn diese beiden Wörter im Set liegen, sagen Sie, dass mehr als eine Wahl möglich ist. Die Anzahl der Antworten hängt vom vorbereiteten Material ab; bei nur einer angebotenen Mauskarte kann das Kind nicht zugleich eine fehlende Lauskarte auswählen.
Die Zahl der Silben muss für einen Reim nicht gleich sein. Achten Sie bei einem längeren Beispiel besonders auf die betonte Endung und die tatsächlich verwendete Aussprache. Für einen ersten Durchgang sind die kurzen, klaren Paare Haus–Maus oder Hut–Mut oft leichter vorzubereiten, ohne dass dies eine allgemeine Aussage über jedes Kind ist.
Wenn ein Kind ein eigenes Wort erfindet, hören Sie den Klang an. Ein Fantasiewort mit passendem Ende kann im Spiel ähnlich klingen, auch wenn es keinen bekannten Gegenstand bezeichnet. Sie können zwei Fragen unterscheiden: „Klingt das Ende ähnlich?“ und „Kennen wir ein echtes Wort mit diesem Ende?“ Keine der beiden Fragen muss in jeder Runde gestellt werden.
Anfangslaut, Bedeutung und Reim auseinanderhalten
Legen Sie Haus, Hut und Maus noch einmal nebeneinander. Fragen Sie zuerst: „Welche beiden Wörter beginnen ähnlich?“ In diesen Beispielen sind Haus und Hut eine naheliegende Paarung. Fragen Sie danach ausdrücklich: „Welche klingen am Ende ähnlich?“ Dafür passen Haus und Maus. Dieselben Karten können je nach Frage unterschiedlich geordnet werden.
Wenn der Wechsel der Frage schwierig ist, führen Sie beide Vergleiche an verschiedenen Tagen oder mit einer sichtbaren Markierung durch. Eine Markierung kann etwa den Anfang und eine andere das Ende symbolisieren. Erklären Sie ihre Bedeutung vor dem Spiel und erlauben Sie dem Kind, die aktuelle Frage noch einmal zu hören. Eine zusätzliche Symbolregel ist allerdings nur hilfreich, wenn sie selbst verständlich ist.
Ein Kind könnte Haus und Maus verbinden, weil eine Maus in einem Haus leben könnte. Das ist eine mögliche Beziehung zwischen den Bedeutungen, sagt aber für sich genommen noch nichts über das gehörte Ende. Sprechen Sie beide Wörter, um den Reim zu prüfen. Umgekehrt können zwei Wörter inhaltlich zusammenpassen und nicht reimen.
Ein gleicher letzter Buchstabe reicht nicht immer, um ein Reimpaar zu erkennen. Buchstaben und Laute sind nicht in jedem Wort eins zu eins gleich, und ein Reim betrifft den Klang ab dem betonten Vokal bis zum Ende. Für dieses erste Spiel müssen Sie keine komplizierten Gegenbeispiele sammeln; wichtig ist, die ausgewählten Wörter wirklich auszusprechen.
Ein Reimpaar zu erkennen und selbst ein neues Wort zu finden sind unterschiedlich offene Aufgaben. Die Auswahl zwischen Maus und Hut bietet zwei Möglichkeiten; ein freier Einfall verlangt zusätzlich, ein Wort aus dem eigenen Wortschatz abzurufen. Ein Kind kann bei der Auswahl sicher sein und beim Erfinden Hilfe möchten. Beide Beobachtungen sollten getrennt beschrieben werden.
Leichtere und weiterführende Varianten
Beginnen Sie mit nur zwei Bildern und sagen Sie „Haus — Maus“. Legen Sie sie als fertiges Paar nebeneinander. Das Kind darf zuhören, hinsehen oder auf ein Bild zeigen. Erst später wird Hut als dritte Karte hinzugefügt. Die geringere Auswahl kann das gemeinsame Hören erleichtern, ohne dass das Kind sprechen muss.
Eine weitere Hilfe ist, die Wörter bei jeder Bildwahl erneut zu nennen. Die Bilder bleiben an ihrem Platz, während der Erwachsene „Maus“ und „Hut“ zeigt. Das reduziert die Anforderung, alle Wörter aus dem Gedächtnis abzurufen. Wenn die Wahl getroffen ist, sprechen Sie das Ausgangswort und das gewählte Wort nochmals als Paar.
Für eine Erweiterung legen Sie Haus als Ausgangswort und Maus, Laus und Hut als Möglichkeiten aus. Zwei Wörter passen zum Reimklang, eines nicht. Sagen Sie ausdrücklich, dass mehrere Karten gewählt werden können, und benennen Sie sie vor dem Spiel. Nach jeder Wahl wird das Paar mit Haus ausgesprochen und gemeinsam geprüft.
Eine andere Aufgabe lautet: „Welches Wort passt klanglich nicht zu Haus und Maus: Laus oder Hut?“ Bei der hier verwendeten Aussprache passt Laus zu Haus und Maus, Hut dagegen nicht. Fragen Sie nicht bloß „Was gehört nicht dazu?“, denn nach anderen Merkmalen könnten andere Gruppierungen begründet werden.
Möchte das Kind ein Wort selbst vorschlagen, wiederholen Sie es und prüfen Sie gemeinsam den Endklang. Bei einem unbekannten Wort oder unklarer Aussprache können Sie nachfragen oder offenlassen, ob es passt. Ein Erwachsenenurteil ohne erneutes Hören ist kein notwendiger Bestandteil des Spiels.
Wenn Berühren von Karten nicht passend ist, kann das Kind eine Auswahl mit Blick, Geste, Sprache oder seinem vertrauten Gerät treffen. Ein Erwachsener bewegt die Karten nach bestätigter Anweisung. Bei einem Kind, für das diese Hörfrage nicht zugänglich ist, wählen Sie gemeinsam eine geeignete sprachliche Aktivität, ohne einen anderen Sinneskanal als gleichwertigen Hörtest auszugeben.

Reimwörter in Geschichten und Alltag
Beim Vorlesen können Sie zwei tatsächlich vorkommende Wörter herausgreifen, wenn das Kind gerade darüber sprechen möchte. Sagen Sie sie noch einmal und hören Sie den Schluss. Unterbrechen Sie nicht jede Seite mit einer Frage; ein Buch darf auch ohne Reimaufgabe genossen werden. Wenn die Wörter im Buch keine klare Paarung bilden, erfinden Sie keine Übereinstimmung.
Eine selbst erfundene kurze Geschichte kann ein Haus und eine Maus enthalten. Nach dem Erzählen können Sie „Haus — Maus“ noch einmal nebeneinanderstellen und ihren Klang betrachten. Das Kind darf eine andere Handlung wählen oder nur zuhören. Die Figuren müssen nicht jedes Mal dieselben Ereignisse erleben, damit die Wörter ein Reimpaar bilden.
Im Haushalt kann ein Hut sichtbar sein, während das Reimwort „Mut“ nur gesprochen oder erklärt wird. Das Spiel verlangt nicht, zu jedem Wort einen Gegenstand zu besitzen. Klären Sie bei abstrakten Wörtern die Bedeutung, wenn das für das Kind hilfreich ist, und lassen Sie das Wort weg, wenn es gerade nicht verständlich oder interessant ist.
Auf einem Spaziergang können Sie Wörter hören, ohne Gegenstände anzufassen oder Tiere zu suchen. An einer Straße oder in einer anderen Situation, die volle Aufmerksamkeit verlangt, steht Sicherheit vor der Sprachfrage. Ein späterer ruhiger Moment kann geeigneter sein, um die Wortenden zu vergleichen.
In mehrsprachigen Familien können Reimspiele in jeder vertrauten Sprache stattfinden. Übersetzungen behalten einen Reim nicht unbedingt bei. Hören Sie sich die jeweiligen Wörter in der tatsächlich verwendeten Sprache an und vermeiden Sie die Annahme, dass ein deutsches Paar in jeder anderen Sprache dieselbe Klangbeziehung hat.
Beobachten, ohne mehr zu behaupten
Eine Notiz könnte lauten: „Nach dem Vorsprechen von Haus, Maus und Hut zeigte das Kind auf Maus. Die Bilder lagen sichtbar vor ihm.“ Das beschreibt eine konkrete Auswahl und die vorhandene Unterstützung. Es beweist weder, dass alle Reime erkannt werden, noch, dass das Kind ohne Modell dieselbe Wahl treffen würde.
Wenn der Erwachsene die Paarung zuvor vorgemacht hat, gehört diese Information ebenfalls in eine eventuelle Notiz. Ein freier Vorschlag des Kindes ist eine andere Handlung als das Wiederholen eines Modells. Beide können sinnvoll sein; ihre Bedingungen sollten nicht miteinander verwechselt werden.
Bei Fragen zum Hören oder zur sprachlichen Entwicklung können Familien eine geeignete Fachperson ansprechen. Ein einzelnes Reimspiel liefert keine Diagnose. Das Protokoll ist freiwillig und kann schlicht helfen, beim nächsten Mal ein vertrautes Wort oder eine zugängliche Antwortform wiederzufinden.
Ein Wortpaar gemeinsam überprüfen
Vor der Aktivität kann die erwachsene Person jedes vorgesehene Paar normal aussprechen und die Bilder überprüfen. Für „Haus — Maus“ sollten beide Bilder klar benannt sein; ein undeutliches Gebäude oder ein Tier, das das Kind anders nennt, verändert die Gesprächsgrundlage. Sprechen Sie danach die beiden Wörter direkt nacheinander, bevor Sie ein drittes als Kontrast hinzufügen.
Bei „Haus — Maus“ ist der gemeinsame Klang „aus“. Wenn das Kind nur den letzten Laut bemerkt, können Sie seine Beobachtung aufnehmen und das Ende noch einmal vollständig sprechen. Umgekehrt sollten Sie kein identisches Wortende behaupten, wenn nur ein einzelner Endlaut übereinstimmt. Die Aufgabe wird verständlicher, wenn der Erwachsene den Vergleich selbst konkret benennen kann.
Wenn das Kind Haus und Maus als Paar gewählt hat, können Sie die Reihenfolge umkehren: „Maus — Haus“. Die Klangbeziehung bleibt in dieser Aussprache bestehen. Die Umkehrung ist eine neue Frage mit denselben Wörtern; ein Kind kann dabei dennoch Unterstützung benötigen, weil sich Ausgangswort und Auswahlrolle ändern.
Bei Haus und Hut lohnt es sich, Anfang und Ende zeitlich getrennt zu betrachten. Sagen Sie erst beide Wörter und fragen Sie nach dem Anfang. Nach einer Pause benennen Sie ausdrücklich den Wechsel zur Endung. Wenn das Kind die erste Frage beantwortet, obwohl bereits die zweite gestellt wurde, erinnern Sie an die neue Frage statt den ersten Gedanken zu verwerfen.
Wenn beide Auswahlbilder inhaltlich mit dem Ausgangsbild verbunden sind, kann das Kind nach Bedeutung sortieren. Ein Haus und ein Hut sind beispielsweise Gegenstände, während eine Maus ein Tier ist. Für die Reimfrage ist diese Einteilung nicht entscheidend. Würdigen Sie den anderen Sortiergedanken und sprechen Sie anschließend die Wörter, wenn das Kind den Klang vergleichen möchte.
Bei einem Bildkartenpaar muss die Bezeichnung zu der gewählten Aussprache passen. Eine Zeichnung kann für eine Person eine Maus und für eine andere ein anderes kleines Tier darstellen. Fragen Sie nach, welches Wort die Person verwendet. Wurde ein anderes Wort gewählt, prüfen Sie dessen Klang neu oder vereinbaren Sie für diese Runde ausdrücklich „Maus“.
Ein Kind kann auf eine Paarung mit einem Symbol, einem Blick oder einer Bewegung antworten. Versteht der Erwachsene das Signal nicht sicher, fragt er in der vertrauten Kommunikationsform nach: „Meinst du die Maus?“ Die bestätigte Wahl sollte im Mittelpunkt stehen, nicht die Geschwindigkeit der Antwort. Ein Kommunikationsgerät benötigt möglicherweise zusätzliche Zeit zur Auswahl.
Später können Sie ein Wort mit zwei möglichen Reimpartnern anbieten: Haus, Maus und Laus. Hören Sie zunächst Haus–Maus und danach Haus–Laus. Wenn das Kind nur eine Karte auswählt, kann der Erwachsene fragen, ob es nach einer weiteren suchen möchte. Bei Desinteresse reicht die erste Paarung; das offene Angebot ist kein versteckter Vollständigkeitstest.
Eine erfundene Lautfolge kann klanglich zu Haus passen, ohne ein bekanntes Wort zu sein. Sie können sagen: „Das klingt am Ende ähnlich. Kennen wir dazu auch ein Wort?“ Falls das Kind lieber bei seinem Fantasiewort bleibt, darf das Spiel eine Klangübung bleiben. Die Frage nach einem bekannten Wort ist eine zusätzliche Anforderung.
Bei einem Buch mit Reimen kann der Erwachsene vorab prüfen, welche Wörter tatsächlich im Text stehen. Eine passende Illustration allein beweist nicht, dass das Wort im vorgelesenen Satz vorkommt. Wenn Sie ein eigenes Wort zur Illustration ergänzen, sagen Sie das: „Ich nenne dieses Tier Maus.“ So bleiben Textbeobachtung und eigene Ergänzung unterscheidbar.
Eine Wiederholung an einem anderen Tag kann mit denselben Karten beginnen. Notieren Sie, ob der Erwachsene die Paarung vorher vorgemacht oder nur die Auswahlwörter genannt hat. Diese Bedingungen sind unterschiedlich. Die Notiz soll helfen, einen passenden nächsten Schritt auszuwählen, nicht eine bestimmte Zahl korrekter Antworten zu erzwingen.
Zum Schluss kann das Kind eine Karte auswählen, die es aufbewahren oder beim nächsten Lesen wiedersehen möchte. Wenn es keine Auswahl trifft, räumen Sie das Material gemeinsam oder allein weg. Der Reim ist nicht weniger gültig, weil kein zusätzliches Wort genannt wurde; ein einmal gemeinsam gehörtes Paar kann der gesamte Inhalt dieser Einladung sein.
Auf BrainHunters weiter erkunden
Wenn das Kind digital weitermachen möchte, öffnen Sie gemeinsam den Bereich Buchstaben und Wörter auf BrainHunters und lesen Sie die konkrete Aufgabenstellung. Einen Buchstaben erkennen, einen Anfangslaut hören und einen Reim vergleichen sind unterschiedliche Fragen. Wählen Sie eine verfügbare Aufgabe, die zum Kind und seiner Kommunikationsweise passt.
Zum Abschluss können Sie ein bekanntes Paar wie Haus und Maus noch einmal sprechen oder die Karten wegräumen. Das Kind darf zeigen, zuhören oder ein eigenes Wort anbieten. Es müssen weder alle Beispiele noch eine bestimmte Anzahl digitaler Aufgaben bearbeitet werden.
Hilfreiche Antworten
Muss das Kind lesen können, um Reime zu hören?
Nein. Eine erwachsene Person kann die Wörter sprechen; das Kind kann ein Bild zeigen oder auf seine vertraute Weise antworten.
Warum reimen sich Haus und Maus?
In der hier verwendeten Aussprache haben sie ab dem betonten Vokal denselben Endklang „aus“, obwohl ihre Anfangslaute verschieden sind.
Muss ein Reim dieselbe Bedeutung haben?
Nein. Bei einem Reim wird der Klang verglichen. Wörter können Bedeutungen teilen, ohne sich zu reimen, oder sich reimen und Verschiedenes bezeichnen.


