Mila und Ben möchten aus einem rechteckigen Blatt zwei Karten herstellen. Sie vereinbaren, dass jede Karte die Hälfte der Papierfläche bekommen soll. Zuerst falten sie das Blatt; dann prüfen sie, ob die beiden entstandenen Bereiche gleich groß sind. Das Kind kann die Geschichte mit zwei Figuren spielen, Kanten zeigen oder eine vertraute Person beim Falten anleiten. Ein Schnitt ist für die erste Untersuchung nicht nötig.

Eine Geschichte und ihr Ganzes vorbereiten

Legen Sie ein rechteckiges Blatt und zwei Spielfiguren oder Zeichnungen bereit. Das vollständige Blatt ist das Ganze, das Mila und Ben teilen möchten. Ein zweites, gleich großes Rechteck ist hilfreich, wenn Sie später zwei Faltungen vergleichen wollen, aber nicht zwingend nötig. Das Blatt sollte frei verfügbar sein oder mit Zustimmung der Person verwendet werden, der es gehört.

Stellen Sie die Figuren an zwei Seiten des Blattes und erzählen Sie: „Beide wünschen sich eine Karte. Jede Karte soll die gleiche Fläche Papier enthalten.“ Diese Bedingung ist Teil der Geschichte. Würden die Figuren ausdrücklich verschieden große Karten wählen, wäre das eine andere, ebenfalls mögliche Abmachung, aber die beiden Teile wären nicht automatisch Hälften des Blattes.

Falten kann das Kind selbst ausführen, anzeigen oder einer unterstützenden Person beschreiben. Wenn später geschnitten werden soll, entscheidet ein Erwachsener über geeignetes Werkzeug und sichere Unterstützung. Für das Vergleichen genügt das Falten und Wiederöffnen; kleine ausgeschnittene Teile sind nicht erforderlich.

Eine Faltung mit passenden Kanten

Legen Sie das Rechteck flach auf den Tisch. Führen Sie eine kurze Kante zur gegenüberliegenden kurzen Kante und bringen Sie die zugehörigen Ecken möglichst genau zur Deckung. Drücken Sie die neue Faltkante an und öffnen Sie das Blatt wieder. Die Falzlinie teilt die Papierfläche in zwei Bereiche.

Klappen Sie eine Seite erneut auf die andere. Bei einer mittigen, geraden Faltung liegen die beiden Bereiche deckungsgleich übereinander; sie haben damit gleiche Form und gleiche Fläche. Zusammen bilden sie das ursprüngliche Blatt. Jeder Bereich ist daher eine Hälfte der Fläche dieses Blattes. Ein handgemachter Falz kann geringfügig ungenau sein; das mathematische Modell beschreibt die genau übereinanderliegenden Teile.

Das Kind kann die beiden Bereiche zeigen oder einer Figur je einen Bereich zuordnen. Die gemeinsame Falzlinie ist die Grenze zwischen den Bereichen und kein drittes Stück Papier. Falls die Figuren ihre Karten tatsächlich trennen möchten, kann ein Erwachsener beim sicheren Schneiden entlang der Falte helfen. Die Untersuchung lässt sich auch vollständig ohne Schnitt durchführen.

Zwei Teile sind nicht automatisch zwei Hälften

Ben schlägt vor, das Blatt nahe an einer kurzen Kante zu falten. Nach dem Öffnen sind zwei Bereiche sichtbar, einer schmal und der andere deutlich breiter. Sie bilden zusammen das Blatt, besitzen aber bei dieser geraden, versetzten Falte nicht dieselbe Fläche. Eine schmale und eine breite Teilfläche sind also zwei Teile, aber nicht zwei gleich große Hälften.

Vergleichen Sie das Ergebnis mit dem mittigen Falz. Beim Überklappen kann der schmale Bereich innerhalb des breiten liegen, ohne ihn vollständig zu bedecken; die beiden Bereiche fallen nicht deckungsgleich zusammen. Diese Beobachtung unterstützt die Aussage, dass sie in diesem konkreten rechteckigen Beispiel verschieden groß sind. Das Kind kann auf den überstehenden Bereich zeigen oder eine andere Prüfung vorschlagen.

Mila und Ben können entscheiden, ob die ungleichen Teile für ihre Karten trotzdem nützlich sind. Für die vereinbarte Bedingung gleicher Papierfläche müssten sie die Teilung ändern. Die Geschichte unterscheidet so zwischen einer möglichen Gestaltung und der mathematischen Aussage, dass zwei Hälften desselben Ganzen gleich viel Fläche umfassen.

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Eine zweite mittige Faltung

Mit einem zweiten gleich großen Rechteck können die Figuren die lange Kante zur gegenüberliegenden langen Kante führen. Die Ecken werden wieder passend ausgerichtet. Nach dem Öffnen zeigen sich zwei andere rechteckige Bereiche; auch sie sind bei genauer mittiger Faltung deckungsgleich und jeweils halb so groß wie das Ausgangsblatt.

Vergleichen Sie die beiden Ausgangsblätter, bevor Sie die Ergebnisse vergleichen. Wenn sie dieselbe Fläche haben, besitzt jede ihrer Hälften ebenfalls dieselbe Fläche. Die Hälften aus den beiden unterschiedlichen Faltungen müssen jedoch nicht dieselbe Form haben oder beim direkten Aufeinanderlegen übereinstimmen. Gleiche Fläche und deckungsgleiche Form sind verschiedene Aussagen.

Steht nur ein Blatt zur Verfügung, kann erst der eine, dann der andere mittige Falz betrachtet werden. Sind beide Falzlinien sichtbar, entstehen zusammen vier Bereiche. Für die Frage nach den zwei Hälften eines bestimmten Falzes zeigen Sie ausdrücklich, welche Linie und welche beiden Seiten gemeint sind. Sonst wechseln die Beteiligten möglicherweise unbemerkt zwischen zwei verschiedenen Teilungen.

Eine Hälfte wovon?

Mila erhält die Hälfte eines großen Rechtecks, Ben die Hälfte eines kleineren. Beide Stücke können jeweils korrekt als Hälfte bezeichnet werden, obwohl ihre Flächen nicht gleich groß sein müssen. Der Ausdruck „Hälfte“ beschreibt das Verhältnis zu einem bestimmten Ganzen; er legt keine feste Papiergröße fest. Fragen Sie daher: „Hälfte welches Blattes?“

Wenn beide Teile aus demselben Blatt stammen und das Blatt in zwei flächengleiche Bereiche zerlegt wurde, hat jedes Teil die Hälfte dieses gemeinsamen Ganzen. Bei zwei verschiedenen Ausgangsblättern lässt sich die Größe der Hälften erst vergleichen, wenn auch die Größen der ganzen Blätter bekannt oder geprüft sind.

Ein Kind kann das Ganze mit einer offenen Handbewegung um das Blatt herum zeigen und danach auf einen Teil deuten. Eine schriftliche Bruchzahl ist dafür nicht notwendig. Wenn 1/2 eingeführt wird, kann die 2 die zwei gleich großen Teile und die 1 den betrachteten Teil kennzeichnen. Die Schreibweise ersetzt nicht die Frage, welches Ganze gemeint ist.

Gleiche Fläche braucht nicht immer gleiche Form

Das Aufeinanderlegen funktioniert bei der ersten Faltung, weil die beiden Rechtecke dieselbe Form haben und sich decken. Allgemein können zwei Hälften eines Ganzen jedoch unterschiedliche Formen besitzen. Für Hälften muss jede der beiden Teilflächen die Hälfte der gesamten Fläche ausmachen; sie müssen nicht in jeder Lage oder durch einfaches Überklappen zur Deckung kommen.

Ein Rechteck aus drei Reihen und vier Spalten gleich großer Kästchen liefert ein überprüfbares Beispiel. Die erste Fläche besteht aus allen vier Kästchen der oberen Reihe und den beiden übrigen Kästchen der ersten Spalte. Sie hat die Form eines L und enthält sechs Kästchen. Die zweite Fläche besteht aus den übrigen Kästchen: drei Spalten in den unteren zwei Reihen, ebenfalls sechs Kästchen.

Insgesamt enthält das Rechteck zwölf gleich große Kästchen. Die beiden Flächen bedecken zusammen alle zwölf, ohne ein Kästchen doppelt zu zählen. Jede umfasst sechs von zwölf Kästchen und damit die Hälfte der Gesamtfläche. Die L-Form und das Rechteck aus zwei mal drei Kästchen haben gleiche Fläche, aber unterschiedliche Formen. Ausmalen oder Zeigen genügt; die kompliziertere Teilung muss nicht ausgeschnitten werden.

Das Kästchenbeispiel genau prüfen

Zählen Sie beim L zuerst die vier Kästchen der oberen Reihe und danach die beiden weiteren Kästchen darunter in der ersten Spalte: vier plus eins plus eins ergibt sechs. Der rechteckige Rest umfasst in jeder der unteren beiden Reihen drei Kästchen: drei plus drei ergibt ebenfalls sechs. Jede Fläche wird einmal gezählt; die gemeinsame Grenze fügt kein zusätzliches Kästchen hinzu.

Das Zählen belegt die Gleichheit nur, weil alle zwölf Kästchen gleich groß sind und jedes vollständig zu genau einer der beiden Flächen gehört. Bei ungleichen Kästchengrößen würden jeweils sechs Kästchen nicht automatisch gleiche Flächen ergeben. Benennen Sie auch hier das Ganze: das gesamte Rechteck aus zwölf Kästchen, nicht nur eine seiner Reihen.

Eine Person kann die L-Fläche markieren, eine andere das verbleibende Rechteck. Das Kind kann mit dem Finger zeigen oder eine helfende Person anleiten. Wenn eine Markierung auf einer Linie unklar ist, prüfen Sie das betroffene Kästchen gemeinsam, bevor Sie die Summen vergleichen. Unterschiedliche Farben sind hilfreich, aber nicht zwingend; Schraffuren oder Beschriftungen können eine Alternative sein.

Fläche, Form und Rand unterscheiden

Die Fläche beschreibt in dieser Geschichte, wie viel Papier ein Bereich bedeckt. Die Form beschreibt seine Gestalt. Der Umfang betrifft die Länge seines Randes. Gleiche Fläche bedeutet nicht automatisch gleiche Form oder gleichen Umfang. Für die Frage nach zwei Hälften desselben Blattes ist die Fläche der Teile maßgeblich, sofern sie das Ganze ohne Überdeckung und Lücken aufteilen.

Beim mittig gefalteten Rechteck haben die beiden Bereiche gleiche Form und Fläche; die Deckung durch Falten ist hier eine passende Prüfung. Beim L und beim Rechteck aus der Kästchenaufgabe stimmen die Formen nicht überein, aber die Flächen bestehen aus je sechs gleich großen Kästchen. Wer nur versucht, diese beiden Formen zur Deckung zu bringen, braucht eine andere Methode, um die Flächen zu vergleichen.

Es ist nicht nötig, alle Fachwörter einzuführen. Für den Anfang können Mila und Ben fragen: „Bedecken unsere beiden Bereiche gleich viel vom Blatt?“ Wenn das Kind lieber die Form beschreibt, ist das ebenfalls eine Beobachtung. Anschließend können die Figuren klären, ob sie gerade die Form oder die Papierfläche vergleichen.

Ein Schnitt zwischen zwei gegenüberliegenden Ecken

Zeichnen Sie auf einem neuen Rechteck eine gerade Verbindung von einer Ecke zur gegenüberliegenden Ecke. Diese Diagonale teilt das Rechteck in zwei Dreiecke gleicher Fläche. Beide Dreiecke zusammen bilden das ursprüngliche Rechteck; jedes ist eine Hälfte seiner Fläche. Ein Erwachsener kann die Linie zeichnen oder das Kind dabei unterstützen, wenn das gewünscht ist.

Bei einem Rechteck, das kein Quadrat ist, lässt sich nicht voraussetzen, dass ein Falten genau entlang dieser Diagonale die beiden Dreiecke deckungsgleich übereinanderlegt. Versprechen Sie also nicht, dass jede Rechteckhälfte durch dieses Falten geprüft werden kann. Getrennte oder kopierte Dreiecke können anders angeordnet verglichen werden; das Schneiden sollte nur mit geeigneter Unterstützung erfolgen.

Der Diagonalschnitt ist eine Zusatzidee, keine notwendige Fortsetzung der ersten Faltung. Eine Familie kann die beiden Bereiche auch nur im Bild betrachten und die gleiche Teilung besprechen. Wenn eine Zeichnung ungenau ist, hilft es, die Ecken und die Gerade bewusst zu kennzeichnen, statt aus einer schiefen Skizze eine präzise Messung abzuleiten.

Was passiert, wenn eine Hälfte erneut geteilt wird?

Nehmen Sie nach einer mittigen Faltung eine der beiden Hälften als neues Ganzes für die nächste Frage. Wird diese Hälfte wieder in zwei gleich große Bereiche geteilt, ist jeder neue Bereich eine Hälfte des kleineren Ganzen. Bezogen auf das ursprüngliche Blatt ist jeder dieser Bereiche ein Viertel, sofern die Teilungen genau und flächengleich sind.

Der Bezug muss ausgesprochen oder gezeigt werden: „Dieses Stück ist die Hälfte der halben Karte“ und „dieses Stück ist ein Viertel des ganzen ursprünglichen Blattes“ können gleichzeitig zutreffen. Die beiden Sätze beschreiben dieselbe Teilfläche im Verhältnis zu verschiedenen Ganzen. Eine Zeichnung mit dem großen Blatt und dem ausgewählten Teil kann helfen.

Zwei beliebige Faltungen erzeugen nicht automatisch vier gleich große Flächen. Liegt die zweite Falte nicht mittig oder wird ein Bereich anders geteilt, ist eine Prüfung nötig. Für das ursprüngliche Ziel, zwei Hälften zu vergleichen, dürfen die Figuren den zweiten Falz weglassen und sich auf das erste Blatt beschränken.

Mehrere Karten, unterschiedliche Fragen

Angenommen, zwei gleich große Blätter liegen auf dem Tisch. Jedes wird mittig halbiert. Danach gibt es vier gleich große Papierstücke; jedes ist die Hälfte seines ursprünglichen Blattes. Betrachtet man beide ursprünglichen Blätter zusammen als Ganzes, ist jedes Stück ein Viertel der gesamten Papierfläche. Die Wahl des Ganzen verändert die passende Beschreibung.

Wenn nur eines der beiden Blätter halbiert wird und das andere ungeteilt bleibt, liegen drei Stücke vor: zwei halbe Blätter und ein ganzes Blatt. Die drei Stücke sind nicht gleich groß. „Drei Stücke“ allein sagt nichts darüber, ob sie Drittel der gesamten Fläche sind. Lassen Sie die Beteiligten zeigen, welches Stück aus welchem Blatt stammt.

Für Mila und Ben kann ein einziges Blatt bereits die gesamte Geschichte tragen. Weitere Blätter sind nur sinnvoll, wenn das Kind an der Frage nach dem Bezug interessiert ist. Sie müssen keine Sammlung von Brüchen ausfüllen, um den ersten fairen Flächenvergleich zu verstehen.

Eine Zeichnung als Erinnerung

Teilen Sie ein Blatt für den Bericht in zwei Felder. Im ersten Feld kann das ungefaltete Rechteck erscheinen; im zweiten dasselbe Rechteck mit einer mittigen Linie. Diese Bilder zeigen zwei Zeitpunkte oder Darstellungen einer Faltung. Zwei gezeichnete Rechtecke bedeuten nicht, dass in der Geschichte zwingend zwei reale Blätter verwendet wurden.

Eine Person kann eine Hälfte schraffieren und die andere leer lassen. Die Schraffur unterscheidet die Bereiche, verändert aber die Fläche des gezeichneten Originals nicht. Wenn Farben nicht gut unterscheidbar sind, helfen unterschiedliche Linienarten, Beschriftungen oder eine verbale Beschreibung. Fragen Sie das Kind, welche Darstellung für es verständlich ist.

Wenn die eingezeichnete Linie deutlich neben der Mitte liegt, kann die Zeichnung eine ungleiche Teilung nahelegen. Fragen Sie nach dem beabsichtigten Beispiel. Vielleicht wollte das Kind gerade Bens ungleichen Vorschlag festhalten. Eine Skizze muss nicht perfekt sein, sollte aber nicht ohne Erklärung als exakte Messung behandelt werden.

Eine Person faltet, die andere prüft

Mila kann in der Geschichte eine Kante zeigen, Ben führt sie zur gegenüberliegenden Kante. Danach prüft Mila, ob die Ecken übereinanderliegen. In einer realen Spielrunde können zwei Kinder oder ein Kind und ein Erwachsener diese Rollen übernehmen. Beide dürfen Änderungen vorschlagen und bei Bedarf um Hilfe bitten.

Wechseln Sie die Rollen, wenn die Beteiligten dies möchten. Wer das Papier nicht selbst halten kann oder will, kann den nächsten Schritt zeigen oder eine vertraute Person anleiten. Ein älteres Kind muss nicht automatisch die kontrollierende Rolle erhalten. Der Erwachsene bleibt für geeignete Materialien und den sicheren Umgang mit Werkzeug verantwortlich.

Entsteht Streit darüber, ob die Kanten passen, legen Sie das Blatt wieder flach und schauen Sie gemeinsam. Vielleicht war eine Ecke verdeckt oder das Papier verrutscht. Die Figuren können die Faltung erneut ausrichten oder sich für eine andere Aktivität entscheiden. Es geht nicht darum, möglichst schnell eine Person als Siegerin zu bestimmen.

Wenn die Faltung nicht ganz genau wird

Papier kann verrutschen, eine Handbewegung kann schwierig sein oder die Ecken können sich nur ungefähr ausrichten lassen. Beschreiben Sie die sichtbare Situation: „Hier steht ein schmaler Streifen über.“ Falls die Figuren gleiche Flächen anstreben, kann eine helfende Person den Falz auf Wunsch neu ausrichten. Kleine praktische Abweichungen sind kein Anlass für eine Aussage über die Fähigkeiten des Kindes.

Eine große, stabile Vorlage oder ein bereits gefaltetes Blatt kann den motorischen Aufwand verringern. Das Kind kann dann auf die beiden Bereiche zeigen und entscheiden, ob sie beim Überklappen ungefähr zusammenpassen. Alternativ kann ein Erwachsener nach Anweisung falten. Die mathematische Frage nach gleich großen Flächen bleibt auch mit Unterstützung erhalten.

Wenn es um einen exakt mittigen Falz als mathematisches Modell geht, unterscheiden Sie ihn von einem ungenauen Handergebnis. Das Modell liefert zwei deckungsgleiche Bereiche; ein tatsächliches Blatt kann wegen der Ausführung geringfügig abweichen. Beide Aussagen lassen sich nebeneinander stehen lassen.

Eine Hälfte mit Symbolen beschreiben

Die Schreibweise 1/2 kann neben eine der beiden gleich großen Flächen gesetzt werden. In dieser Darstellung bezeichnet die 2 die Anzahl der gleich großen Teile, in die das Ganze geteilt wurde, und die 1 den betrachteten Teil. Zeigen Sie auf das vollständige Blatt und auf die gewählte Hälfte, damit beide Angaben einen sichtbaren Bezug haben.

Zwei Hälften desselben Ganzen bilden zusammen ein Ganzes: 1/2 + 1/2 = 1. Dafür müssen die Hälften zum selben Ganzen gehören oder auf gleich große Ganze bezogen sein. Die Schreibweise ist optional; das Zusammensetzen der beiden Papierbereiche kann dieselbe Beziehung anschaulich machen.

Wenn Mila die eine Hälfte färbt, bleibt die andere Hälfte des Blattes ungefärbt, solange die Farbe genau auf einen der beiden Bereiche beschränkt ist. Ein Strich über den Falz hinaus oder eine unvollständige Färbung kann die Darstellung unklar machen. Das Kind kann die Grenze zeigen, ohne eine Fläche ausmalen zu müssen.

Ein Beispiel aus einem Kartenprojekt

Die Figuren möchten zwei Einladungen aus dem Blatt machen. Nach dem mittigen Falten können sie die beiden Bereiche zunächst nur markieren und prüfen, ob sie beim Überklappen zusammenpassen. Wenn beide mit dem Entwurf einverstanden sind, trennt ein Erwachsener die Bereiche bei Bedarf mit geeignetem Werkzeug. Eine tatsächliche Einladung oder Weitergabe ist für das Spiel nicht notwendig.

Mila bemalt ihre Karte mit einem Kreis, Ben zeichnet einen Baum. Die unterschiedlichen Bilder ändern nicht die Papierfläche, solange keine Stücke abgeschnitten oder angefügt werden. Wenn Ben später eine Ecke abschneidet, müssen die Flächen erneut verglichen werden; aus der ursprünglichen Gleichheit folgt nicht automatisch die Gleichheit nach einer einseitigen Veränderung.

Die Figuren können Karten auch unterschiedlich ausrichten: Eine liegt hochkant, die andere quer. Eine Drehung allein verändert die Fläche nicht. Zum Vergleich kann eine Karte gedreht und aufgelegt werden, sofern die Teile aus der gleichen mittigen Faltung stammen und der praktische Schnitt ausreichend genau war.

Größe und Anzahl der Stücke nicht verwechseln

„Jede Figur erhält ein Stück“ sagt zunächst nur etwas über die Stückzahl. Zwei Stücke können verschiedene Flächen besitzen, wie der deutlich versetzte Falz zeigt. Für die Abmachung „gleich viel Papier“ prüfen Mila und Ben daher zusätzlich die Flächen, etwa durch Deckung der Rechtecke bei der gewählten Faltung.

Umgekehrt kann eine Person zwei kleine Stücke und die andere ein größeres Stück erhalten, obwohl die Gesamtflächen gleich sind. Ein Beispiel sind zwei gleiche Viertel eines Blattes gegenüber der anderen Hälfte desselben Blattes. Die Stückzahlen unterscheiden sich, die zusammengefassten Flächen können dennoch gleich sein. Dabei muss die Viertelteilung tatsächlich gleich große Bereiche ergeben.

Diese Unterscheidung kann mit gezeichneten Rechtecken gezeigt werden. Das Kind entscheidet, ob es Stücke zählt oder Flächen vergleicht. Ohne sichtbare Grenzen und einen benannten Bezug ist die Frage „Wer hat mehr?“ nicht eindeutig: mehr Stücke oder mehr Papier können verschiedene Antworten ergeben.

Die Geschichte gemeinsam abschließen

Mila und Ben können das gefaltete Blatt wieder öffnen und die beiden Bereiche zeigen. Eine Person beschreibt, wie die Kanten beim Falten aufeinanderlagen; die andere weist auf das ganze ursprüngliche Blatt. Damit lässt sich erklären, warum im Modell jede Seite eine Hälfte ist. Ein Kind kann ebenso gut zeigen oder eine unterstützende Person anleiten, statt einen vollständigen Satz zu sprechen.

Ein kurzer Vermerk für eine spätere Runde könnte lauten: „Zeigte beide Bereiche nach einem mittigen Falz; ein Erwachsener half beim Ausrichten.“ Er hält die beobachtete Handlung und die Hilfe fest, ohne daraus auf alle Bruchkenntnisse zu schließen. Die Familie kann auch auf einen Vermerk verzichten und das Papier einfach aufbewahren oder anderweitig nutzen.

Wenn die Figuren später ein anderes Blatt teilen, beginnen sie mit der Frage nach diesem neuen Ganzen. Ein kleineres oder größeres Rechteck hat ebenfalls zwei Hälften, deren absolute Größe sich von den ersten Karten unterscheiden kann. So bleibt die Erzählung offen, ohne die ursprüngliche Teilung nachträglich zu verändern.

Eine Frage an die Figuren

Ben zeigt auf das ganze Blatt und sagt: „Ich sehe zwei Seiten der Falzlinie. Sind sie beide Hälften?“ Mila antwortet nicht sofort, sondern prüft, ob die beiden Bereiche zusammen das Blatt bedecken und ob sie gleich viel Fläche haben. Bei der genau mittigen Rechteckfaltung liegen sie beim Überklappen deckungsgleich; bei Bens deutlich versetztem Falz ist das nicht der Fall.

Das Kind kann entscheiden, welche der beiden Faltungen die Figuren betrachten. Zeigt es auf den mittigen Falz, lässt sich das Blatt erneut zusammenlegen. Zeigt es auf den versetzten Falz, kann der überstehende Teil sichtbar bleiben. Eine Person, die beim Bewegen hilft, sollte sich vom Kind zeigen lassen, welche Kante sie nehmen soll.

Andere Teilungen lassen sich nicht immer durch direktes Überklappen prüfen. Für das L und das Rechteck aus der Kästchenaufgabe verwenden die Figuren deshalb eine andere Begründung: Jede Fläche enthält sechs gleich große Kästchen. Verschiedene Beispiele können verschiedene Prüfmethoden erfordern, obwohl die Frage nach einer Hälfte dieselbe bleibt.

WAS DU VIELLEICHT WISSEN MÖCHTEST

Hilfreiche Antworten

Sind zwei Papierstücke immer Hälften?

Nein. Als Hälften desselben Blattes müssen die beiden Teile zusammen das Blatt bilden und gleiche Fläche haben.

Müssen zwei Hälften dieselbe Form haben?

Nein. Gleiche Fläche ist entscheidend. Unterschiedlich geformte Teilflächen können Hälften desselben Ganzen sein.

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