Eine Bohnenpflanze auf der Fensterbank hat ein kleines Blatt, das ein Kind genauer betrachten möchte. Eine kurze Beschreibung, eine Zeichnung, eine Messung oder ein Foto können spätere Vergleiche unterstützen. Die vier Möglichkeiten sind hier nach dem Vorbereitungsaufwand der beschriebenen Beispiele geordnet: von einer diktierten Notiz bis zu einem Vergleich mit zwei Fotos. Zu Hause oder in der Kita kann die Reihenfolge anders ausfallen. Entscheidend ist, welche Form für die Beteiligten zugänglich und tatsächlich verfügbar ist.
Worauf sich die Reihenfolge bezieht
Die Liste vergleicht Vorbereitung in vier konkreten Situationen, nicht den Wert einer Beobachtung. Eine vorhandene Kamera kann schneller bereit sein als Papier und Stift; eine Tonaufnahme kann weniger Schreibarbeit erfordern, aber eine vorherige Absprache über Speicherung. Ein Foto ist nicht automatisch genauer in jeder Hinsicht und eine Zeichnung nicht automatisch einfacher für jedes Kind. Ordnen Sie die Möglichkeiten nach Ihren tatsächlichen Bedingungen neu.
Wählen Sie zunächst eine Pflanze, die regelmäßig und ohne Eingriff beobachtet werden kann. Das kann eine Topfpflanze im Gruppenraum, eine Bohne am Fenster oder eine bekannte Pflanze im zugänglichen Teil eines Gartens sein. Wenn der Name nicht sicher ist, beschreiben Sie den Standort statt eine Art zu raten. Für spätere Vergleiche muss erkennbar bleiben, welche Pflanze gemeint ist.
Eine erwachsene Person prüft Pflanze, Standort und Material auf Eignung. Unbekannte Pflanzenteile werden nicht probiert oder ohne Prüfung berührt; ein Blatt muss für diese Aktivität nicht abgerissen werden. Ein Kind kann die Pflanze ansehen, eine zugängliche Beschreibung erhalten oder einem Partner Fragen und Anweisungen geben. Die Teilnahme hängt nicht davon ab, ob es einen Stift selbst halten kann.
Die Einträge sollen eine bestimmte Beobachtung zu einem bestimmten Zeitpunkt festhalten. Wählen Sie gemeinsam einen Aspekt, etwa die Position eines bestimmten Blattes. Fragen Sie das Kind, ob es die ausgewählte Form nutzen möchte und was gespeichert werden soll. Die Möglichkeit aufzuhören, eine andere Darstellung zu wählen oder Hilfe anzufordern gehört zur Planung.
Beobachtungen und Erklärungen sind verschiedene Angaben. „Dieses Blatt hängt heute nach unten“ beschreibt, was jemand sieht. „Es hängt wegen Wassermangels“ ist eine mögliche Erklärung, die daraus allein nicht sicher folgt. Beide Sätze können im Tagebuch stehen, wenn sie als Beobachtung beziehungsweise Vermutung gekennzeichnet werden. Ein kurzer Eintrag muss nicht die gesamte Pflegegeschichte der Pflanze erklären.
1. Eine Beobachtung diktieren
Angenommen, Papier und Stift liegen bereits bereit. Das Kind zeigt auf ein Blatt und sagt: „Dieses Blatt ist unter dem großen Blatt.“ Eine erwachsene Person schreibt das Datum, den Standort und die Aussage auf. Danach liest sie den Satz zurück und fragt, ob er den Gedanken richtig wiedergibt. Das Kind kann korrigieren, eine Ergänzung wählen oder die Notiz ganz weglassen.
Ein Satz kann sehr kurz sein: „12. April: Das untere Blatt zeigt nach rechts.“ Die Angabe „rechts“ benötigt einen gemeinsamen Blickwinkel. Notieren Sie etwa, dass von der Seite mit einer Markierung am Topf geschaut wurde. Wenn die Richtung nicht sicher ist, reicht eine andere Ortsbeschreibung. Das Datum und die Pflanze sollten für später eindeutig zuzuordnen sein.
Diese Variante benötigt in unserem Beispiel nur vorhandene Schreibmaterialien und einen Partner, der nach Diktat schreibt. Sie kann aber mehr Vorbereitung erfordern, wenn zunächst eine zugängliche Kommunikationsmöglichkeit organisiert werden muss. Das Kind kann auf ein Symbol zeigen, eine Nachricht auf einem Gerät auswählen oder selbst schreiben. Die erwachsene Person übernimmt nur den Teil, um den sie gebeten wurde.
Eine Notiz bewahrt Worte, zeigt aber Form und Größe nicht automatisch. Wer später wissen möchte, welches Blatt gemeint war, braucht eine verständliche Beschreibung oder eine ergänzende Skizze. Wenn die Beteiligten den Ort nicht mehr sicher wissen, darf dort „Blatt nicht eindeutig“ stehen. Fehlende Information sollte nicht nachträglich erfunden werden.
2. Eine kleine Zeichnung ergänzen
Für die zweite Möglichkeit kommen ein Stift und etwas Platz auf dem Blatt hinzu. Zeichnen Sie den Topf, den Stängel und das ausgewählte Blatt in einfacher Form. Ein Pfeil kann anzeigen, welches Blatt beobachtet wird. Erklären Sie seine Bedeutung in Worten oder einer Legende. Der Pfeil ist ein Hinweis in der Zeichnung und kein Teil der Pflanze.
Das Kind kann selbst zeichnen, eine Form auswählen oder einem Partner sagen, wo eine Linie stehen soll. Fragen Sie nach, bevor Sie eine Zeichnung für das Kind verändern. Der Partner kann etwa sagen: „Ich habe das untere Blatt rechts eingezeichnet. Meinst du dieses?“ Das Kind bestätigt, korrigiert oder entscheidet sich für eine andere Darstellung.
Schreiben Sie das Datum dazu und notieren Sie, von welcher Seite die Pflanze betrachtet wurde. Eine Markierung am Topf kann als Orientierung dienen, sofern sie die Pflanze nicht beschädigt. Wenn der Topf später gedreht wird, halten Sie das fest. Die Zeichnung zeigt eine Ansicht; ein Blatt kann verdeckt sein, obwohl es an der Pflanze vorhanden ist.
Eine spätere Zeichnung lässt sich neben die erste legen. Prüfen Sie zuerst, ob dasselbe Blatt und ein ähnlicher Blickwinkel gemeint sind. Unterschiedliche Zeichengröße ist allein noch kein Beweis für Wachstum: Vielleicht wurde auf der zweiten Seite einfach größer gezeichnet. Ein beschrifteter Messwert kann eine andere Frage beantworten, wenn er auf vergleichbare Weise gewonnen wurde.
3. Dasselbe Blatt vorsichtig messen
Für eine Messung brauchen Sie zusätzlich ein geeignetes Lineal oder einen Papierstreifen mit Markierungen. Wählen Sie ein Blatt, das sich ohne Ziehen, Knicken oder Abschneiden erreichen lässt. Vereinbaren Sie Anfang und Ende: zum Beispiel vom Ansatz der Blattfläche bis zur Spitze, ohne den Blattstiel. Ist eine schonende Messung nicht möglich, bleiben Sie bei einer Beschreibung oder Zeichnung.
Legen Sie das Lineal an den vereinbarten Anfang und lesen Sie den Wert ab, ohne die Pflanze zu belasten. Ein Erwachsener kann das Lineal nach Anweisung halten. Das Kind kann den Endpunkt zeigen, eine Zahl auswählen oder die Beobachtung diktieren. Wenn das Blatt gebogen ist und nicht gerade am Lineal liegt, notieren Sie die Einschränkung statt es gewaltsam zu strecken.
Ein beispielhafter Eintrag lautet: „12. April, unteres Blatt auf der markierten Topfseite, vom Blattansatz bis zur Spitze ungefähr 3 cm.“ Ein zweiter Eintrag könnte einige Tage später unter derselben Methode ungefähr 4 cm ergeben. Die abgelesene Differenz beträgt in diesem erfundenen Beispiel ungefähr 1 cm. Sie ist kein erwarteter Wachstumswert für jede Pflanze.
Prüfen Sie vor dem Vergleich, ob beide Angaben dasselbe Blatt und dieselben Messpunkte betreffen. Wird einmal der Stiel mitgemessen und später nicht, lassen sich die beiden Zahlen nicht unmittelbar als Wachstum deuten. Auch die Biegung und die Ablesegenauigkeit können den Wert beeinflussen. „Ungefähr“ und eine kurze Methodenbeschreibung zeigen die Grenzen der Angabe.
Mit einem Papierstreifen können Sie stattdessen zwei Markierungen für Anfang und Ende setzen. Beim nächsten Mal wird derselbe Streifen auf dieselbe Weise angelegt. Die Positionen lassen sich vergleichen, auch wenn keine Zentimeter abgelesen wurden. Der Streifen bleibt nicht an der Pflanze befestigt; er dient nur während der schonenden Messung als Hilfsmittel.
Ein leerer Tabellenwert bedeutet, dass an diesem Tag nicht gemessen wurde. Er ist nicht dasselbe wie „0 cm“. Vielleicht war die Familie nicht zu Hause, das Blatt nicht erreichbar oder das Kind hatte keine Lust. Ein späterer Eintrag darf trotzdem folgen. Datierte Beobachtungen müssen nicht jeden Tag stattfinden und bilden keine lückenlose Geschichte aller Veränderungen.
Die Messung erfordert in diesem Beispiel die Auswahl einer Methode, das Bereitlegen eines Hilfsmittels und gegebenenfalls Unterstützung beim Halten. Sie steht deshalb hinter der kurzen Notiz und der Skizze. Wenn das Lineal bereits bereitliegt und eine Partnerperson verfügbar ist, kann sie jedoch schneller sein als eine Zeichnung. Die örtliche Reihenfolge richtet sich nach Material und Bedarf.
Fragen Sie nach dem Messen, ob das Kind den Wert festhalten oder lieber über eine andere Beobachtung sprechen möchte. Eine Zahl ist nur ein Teil der Beschreibung. Ein Blatt kann seine Richtung oder Farbe ändern, ohne dass eine Längenmessung allein diese Änderung erklärt. Das Kind wählt, welcher Aspekt für seine Frage wichtig ist.
4. Zwei Fotos aus vergleichbarer Sicht aufnehmen
Für einen Fotovergleich wird zusätzlich ein geeignetes Gerät benötigt. Besprechen Sie vorher, wer fotografiert, ob das Kind auf dem Bild erscheinen soll und wo die Dateien gespeichert werden. Persönliche Angaben oder Personen müssen nicht aufgenommen werden, um ein Blatt zu dokumentieren. Ein Kind kann den Ausschnitt auswählen und eine andere Person auslösen lassen.
Suchen Sie einen festen Platz, von dem aus Pflanze und ausgewähltes Blatt zu sehen sind. Eine Markierung für den Standort der Kamera und eine Orientierung am Topf können helfen, später eine ähnliche Ansicht zu finden. Notieren Sie Datum und Blickrichtung. Ein Foto aus größerer Nähe lässt ein Blatt größer erscheinen, auch wenn es sich nicht verändert hat.
Das zweite Foto wird an einem später gewählten Tag aufgenommen, möglichst mit ähnlichem Ausschnitt und Abstand. Unterschiede im Licht und im Kamerawinkel können die Darstellung beeinflussen. Wenn die Pflanze verdeckt ist oder das Gerät anders eingestellt wurde, schreiben Sie das dazu. Zwei Bilder zeigen jeweils eine Ansicht und nicht alle Vorgänge zwischen den Aufnahmen.
Ein Maßstab im Bild kann bei einer Größenfrage hilfreich sein, wenn er geeignet platziert und lesbar ist. Ein Lineal weit vor oder hinter dem Blatt liefert nicht automatisch eine zuverlässige Längenangabe. Für ein genaues Ergebnis wären Perspektive und Messmethode zu berücksichtigen. Wenn diese Bedingungen nicht erfüllt sind, beschreiben Sie die Fotos als Ansichten statt exakte Messungen daraus abzuleiten.
Die [Stiftung Haus der kleinen Forscher beschreibt die Dokumentation von Pflanzenwachstum mit Fotos](https://www.haus-der-kleinen-forscher.de/fileadmin/Redaktion/13_Landing_Pages/MINT_geht_digital/MINT_geht_digital_eBook.pdf) und weist darauf hin, dass Perspektive und Abstand das Ergebnis beeinflussen. Für ein kleines Tagebuch genügen einzelne datierte Aufnahmen; ein Film oder eine tägliche Serie ist keine Voraussetzung.
Wählen Sie gemeinsam aus, ob die Bilder nur auf dem Gerät bleiben, ausgedruckt oder gelöscht werden. Eine Aufnahme der Pflanze darf keine ungewollten Personen, Adressen oder anderen privaten Details im Hintergrund enthalten. Das Kind muss ein Foto nicht öffentlich zeigen. Ein Papierblatt mit einer Beschreibung ist eine gleichwertige Möglichkeit, wenn keine digitale Speicherung gewünscht wird.
In dieser Reihenfolge steht der Fotovergleich zuletzt, weil das Beispiel ein Gerät, zwei Aufnahmen und eine Absprache über Dateien vorsieht. Ist das Gerät ohnehin griffbereit und sind die Wünsche geklärt, kann er vor einer Zeichnung liegen. Umgekehrt kann die Organisation eines zugänglichen Geräts viel Unterstützung erfordern. Die Liste beschreibt keine allgemeine Rangfolge von Kindern oder Familien.
Nach der zweiten Aufnahme fragen Sie: „Was können wir auf beiden Bildern erkennen?“ Ein neues Blatt lässt sich nur dann als neu beschreiben, wenn die betreffende Stelle auf dem ersten Bild ausreichend sichtbar war. Sonst lautet eine genauere Aussage: „Auf dem ersten Foto ist es nicht zu erkennen; auf dem zweiten sehen wir hier ein Blatt.“ Unbekanntes bleibt unbekannt.
Die vier Möglichkeiten für Ihre Situation vergleichen
Prüfen Sie zuerst, welche Materialien bereits da sind. Ist ein Stift vorhanden, kann eine diktierte Notiz sofort beginnen. Liegt ein Tablet bereit und nutzt das Kind es gern, kann ein Foto weniger Vorbereitung bedeuten. Fehlt eine geeignete Pflanze, sollten Sie keine fremde Pflanze ohne Erlaubnis verändern; ein vorhandenes Bild kann zunächst als Gesprächsanlass dienen, dokumentiert aber kein selbst beobachtetes Wachstum.
Berücksichtigen Sie neben Gegenständen auch Zeit, Platz und Hilfe. Eine Zeichnung kann lange dauern oder aus einem einzigen Strich bestehen. Eine Messung braucht eine erreichbare Stelle und eine vereinbarte Methode. Für eine Sprachaufnahme braucht es ein Gerät und eine Entscheidung über Speicherung. Niemand muss den Aufwand aller vier Varianten auf sich nehmen, um eine auswählen zu dürfen.
Fragen Sie, welche Information die gewählte Form bewahren soll. Für „Das Blatt zeigt nach unten“ reicht möglicherweise ein diktierter Satz mit Datum und Lage. Für eine Frage nach ungefährer Länge braucht es eine vergleichbare Messmethode. Ein Foto kann die Anordnung zeigen, aber nur unter geeigneten Bedingungen eine genaue Länge liefern. Die Frage bestimmt, welche Ergänzungen tatsächlich nützlich sind.
Stellen Sie sich vor, ein Kind möchte einem Großelternteil erklären, dass ein Blatt an einer bestimmten Stelle hängt. Es kann einen Pfeil zeichnen, den Satz diktieren oder die Pflanze gemeinsam zeigen. Die andere Person darf nachfragen, welches Blatt gemeint ist. Sie sollte nicht aus einer unklaren Skizze auf eine Veränderung schließen, die niemand beobachtet hat.
Die gewählte Darstellung kann im Verlauf wechseln. Ein erster Eintrag ist diktiert, ein zweiter gezeichnet und ein dritter gemessen. Notieren Sie, was jede Form aussagt und was nicht. Eine Längenangabe lässt sich nicht unmittelbar mit der Größe einer unmaßstäblichen Zeichnung vergleichen. Beide können dennoch unterschiedliche Informationen über dieselbe Pflanze festhalten.
Wenn die Beobachtung draußen stattfindet, bleiben Sie auf zugänglichen Wegen und beachten Sie örtliche Regeln. Pflanzen müssen nicht gesammelt oder beschädigt werden. In einem Park in Berlin, auf einem Schulhof in Köln oder an einem anderen Ort können Standort und Jahreszeit unterschiedlich sein. Wählen Sie Beispiele, die vor Ort tatsächlich beobachtbar sind, statt feste Wachstumsdaten zu versprechen.
Ein Erwachsener kann eine knappe Entscheidungshilfe schreiben: „Heute: vorhandenes Blatt und Stift; das Kind diktiert den Satz.“ Das ist eine Planung für diesen Tag, keine Leistungsvorgabe. Wenn die Pflanze nicht zugänglich ist oder das Kind etwas anderes tun möchte, kann die Notiz entfallen. Es gibt keine Pflicht, eine Serie ohne Unterbrechung zu führen.
Nach der Auswahl bleibt die Unterstützung veränderbar. Das Kind kann zunächst selbst zeichnen und später um Hilfe beim Beschriften bitten, oder einen Partner die Messung ausführen lassen und die Position bestimmen. Ein erwachsener Beitrag soll nicht unsichtbar gemacht werden; ebenso wenig sollte er dem Kind die Entscheidung über den Inhalt abnehmen.
Zwei Einträge prüfen, ohne eine Ursache zu erfinden
Nehmen wir an, auf der ersten Seite steht: „Das untere Blatt ist ungefähr 3 cm lang.“ Auf der zweiten steht: „Dasselbe Blatt ist ungefähr 4 cm lang.“ Bevor Sie über Wachstum sprechen, vergleichen Sie Datum, Blattposition und Messpunkte. Wenn diese übereinstimmen und die Ablesungen zuverlässig genug sind, lässt sich eine ungefähre Zunahme von 1 cm zwischen den beiden Messungen beschreiben.
Die Einträge zeigen nicht, an welchem Tag innerhalb des Abstands die Veränderung stattfand. Sie zeigen auch nicht allein, wodurch sie verursacht wurde. Licht, Wasser, Temperatur und weitere Bedingungen können eine Rolle spielen. Selbst wenn an einem Tag gegossen wurde, beweisen zwei Blattmessungen nicht, dass gerade dieses Gießen die beobachtete Änderung verursacht hat.
Ein Kind kann dennoch eine Vermutung äußern: „Vielleicht lag es am Licht.“ Schreiben Sie sie getrennt von den Messwerten auf, wenn das Kind möchte. Ein Fragezeichen oder eine eigene Zeile mit „Unsere Vermutung“ macht den Unterschied sichtbar. Sie müssen die Vermutung nicht sofort bestätigen oder widerlegen; eine offene Frage ist ein gültiges Ergebnis der gemeinsamen Beobachtung.
Vergleichen Sie eine Beobachtung zur Blattrichtung mit einem Foto, prüfen Sie zunächst den Blickwinkel. Der Topf kann gedreht oder die Kamera anders gehalten worden sein. Steht im Tagebuch „Blatt zeigt nach rechts“, ergänzt eine Standortangabe, von wo aus rechts gemeint war, den Eintrag. Bei gegenüberliegenden Betrachtern kann rechts Unterschiedliches bezeichnen.
Wenn das ausgewählte Blatt später abgefallen ist, halten Sie fest, wann es zuletzt gesehen und wann es nicht mehr gefunden wurde. Ohne Beobachtung dazwischen ist der genaue Zeitpunkt unbekannt. Für ein neues Blatt beginnen Sie bei Bedarf eine neue Messreihe. Die Länge zweier verschiedener Blätter darf nicht ohne Erklärung als fortlaufender Wert eines einzelnen Blattes ausgegeben werden.
Eine Pflanze kann an einem Beobachtungstag ähnlich aussehen wie zuvor. „Wir sehen heute keinen deutlichen Unterschied“ ist eine zulässige Notiz. Sie bedeutet nicht, dass überhaupt keine Veränderung stattgefunden hat; einige Veränderungen könnten für diese Methode zu klein oder verdeckt sein. Es ist nicht nötig, eine neue Linie oder einen anderen Wert zu erfinden, damit jede Seite verschieden wirkt.
Wenn das Kind ein Foto mit einer Zeichnung vergleicht, besprechen Sie, was jede Darstellung zeigt. Ein Foto hält einen gewählten Ausschnitt fest; eine Zeichnung kann ein wichtiges Detail hervorheben. Fehlt ein Blatt auf der Zeichnung, kann es übersehen oder absichtlich nicht gezeichnet worden sein. Ohne weitere Information folgt daraus nicht, dass es damals nicht existierte.
Ein Partner kann den Eintrag vorlesen und das Kind fragen, ob die Aussage seine Beobachtung trifft. Ein Kommunikationsgerät, ein Zeigegest oder eine andere vertraute Ausdrucksform kann die Antwort vermitteln. Wenn der Erwachsene einen Wert falsch notiert hat, korrigiert er ihn nach Rücksprache und lässt erkennbar, was geändert wurde, sofern dies für den Vergleich wichtig ist.
Ein Tagebuch ist keine Pflicht zur Pflanzenpflege. Gießen, Umtopfen und Standortwahl richten sich nach der betreffenden Pflanze und werden verantwortungsvoll von einer geeigneten Person entschieden. Die Beobachtung allein legt keinen universellen Gießplan fest. Ein Kind kann mitentscheiden, was es beobachten möchte, ohne für das Überleben der Pflanze verantwortlich gemacht zu werden.
Wenn die Pflanze nicht mehr zugänglich ist, können die vorhandenen Seiten eine abgeschlossene Beobachtung bleiben. Ein neues Foto lässt sich nicht erzwingen, und ein anderer Topf ist nicht automatisch dieselbe Pflanze. Die Beteiligten können ein neues Tagebuch beginnen oder sich etwas anderem zuwenden. Ein unterbrochener Verlauf ist keine gescheiterte Serie.
Ein Kind kann seine Einträge zu einem selbst gewählten Zeitpunkt mit einer vertrauten Person besprechen. Diese kann fragen, welches Blatt markiert wurde, welche Darstellung genutzt wurde und was unklar blieb. Eine solche Unterhaltung ist kein Test, den das Kind bestehen muss. Es darf sich auch entscheiden, die Seiten nicht vorzuzeigen.
Zum Abschluss wählen Sie eine der Möglichkeiten für den konkreten Tag: diktieren, skizzieren, schonend messen oder fotografieren. Wenn sich die Bedingungen ändern, kann die Wahl anders ausfallen. Bewahren Sie nur auf, was die Beteiligten möchten und benötigen. Die Beobachtung ist dann gelungen, wenn die gewählte Aussage ihre Grundlage erkennen lässt und das Kind auf passende Weise beteiligt war.
Für die Auswahl kann eine Familie vier Fragen nebeneinanderstellen: Ist die Pflanze erreichbar? Welche Materialien liegen bereit? Wie möchte das Kind seine Entscheidung mitteilen? Was soll später aus dem Eintrag erkennbar sein? Die Antworten können etwa zu einer diktierten Notiz statt zu einer Messung führen. Sie bilden keinen Punktetest und müssen nicht jedes Mal schriftlich beantwortet werden.
In einer Gruppe können zwei Kinder unterschiedliche Formen wählen: eines beschreibt das Blatt, das andere zeichnet es. Ein Erwachsener kann Datum und Blickwinkel für beide festhalten, wenn sie dies wünschen. Die Einträge sind nicht automatisch vergleichbar, nur weil sie am selben Tag entstanden. Fragen Sie, ob sie dieselbe Pflanze und denselben Teil betrachtet haben und was jede Darstellung tatsächlich zeigt.
Eine Skizze mit einem Pfeil kann an ein bestimmtes Blatt erinnern, obwohl sie keinen Messwert enthält. Ein Linealwert kann eine ungefähre Länge festhalten, ohne Farbe oder Blattstellung vollständig zu beschreiben. Die beiden Aufzeichnungen ergänzen sich daher bei unterschiedlichen Fragen. Wählen Sie nur die Angaben, die für das Interesse des Kindes und die verfügbaren Bedingungen sinnvoll sind.
Wenn das Kind die Pflanze lieber mündlich beschreibt, kann der Partner einen Satz auf Wunsch notieren und zum Abschluss vorlesen. Das Kind entscheidet, ob die Formulierung passt oder verändert werden soll. Auch eine Person, die nicht schreibt oder fotografiert, kann Autorin der Beobachtung sein. Die Rolle des Partners besteht darin, die gewählte Aussage zuverlässig zu übertragen.
Ein späterer Vergleich beginnt mit der Frage, ob die frühere Seite für das Kind noch verständlich ist. Falls ein Symbol unklar geworden ist, kann der ursprüngliche Autor seine Bedeutung erläutern oder die Unsicherheit stehen lassen.
Hilfreiche Antworten
Muss das Kind selbst zeichnen oder schreiben?
Nein. Es kann auswählen, zeigen oder diktieren und einen Partner anleiten, der die gewählte Darstellung erstellt.
Beweist eine größere Zeichnung, dass das Blatt gewachsen ist?
Nein. Unterschiedlicher Maßstab oder Blickwinkel kann die Zeichnung verändern. Für einen Größenvergleich braucht es vergleichbare Angaben.
Müssen alle vier Möglichkeiten ausprobiert werden?
Nein. Wählen Sie eine verfügbare, zugängliche Form und ändern oder beenden Sie die Aktivität nach Wunsch.


