Ein farbiges Tuch kurz ansehen und später noch einmal nachschauen: Diese freiwillige Spielidee verbindet Farbwörter mit einer konkreten Erinnerung und einer gemeinsamen Überprüfung.
Ansehen, erinnern und gemeinsam prüfen
Welche Farbe hatte das Tuch, das gerade auf dem Tisch lag? In dieser Aktivität betrachtet ein Kind eine sichtbare Farbfläche, äußert anschließend eine Erinnerung und prüft sie an derselben Fläche. Dabei wird ein Farbwort mit einem konkreten Beispiel verbunden; zugleich kommt eine kurze Gedächtnisanforderung hinzu.
Das Verdecken ist freiwillig und dauert nur so lange, wie es für das Kind angenehm ist. Eine Erinnerung kann richtig, unklar oder anders als das später sichtbare Beispiel sein. Das gemeinsame Nachsehen ist der nächste Schritt, kein Urteil über die Fähigkeiten des Kindes.
Verwenden Sie nur Gegenstände, die tatsächlich vorhanden und gut erkennbar sind. Im Beispiel nehmen wir ein rotes Tuch und ein blaues Blatt. In Ihrer Familie können es andere Farben sein. Das Kind darf sprechen, zeigen, eine Auswahl auf einem Hilfsmittel treffen oder beobachten.
Die Gedächtnisfrage unterscheidet diese Idee von einer einfachen Farbzuordnung bei sichtbaren Gegenständen. Wenn das Kind beim Verdecken nicht mitmachen möchte, lassen Sie beide Farben sichtbar und vergleichen sie direkt. Beide Varianten sind möglich, beantworten aber unterschiedliche Fragen.
Die drei Schritte haben unterschiedliche Aufgaben: Beim Ansehen ist die Fläche sichtbar; beim Erinnern ist sie verdeckt; beim Prüfen wird sie wieder sichtbar. Sagen Sie jeweils, welcher Schritt gerade stattfindet. So weiß das Kind, ob es eine aktuelle Beobachtung oder eine Erinnerung mitteilt.
Eine Farbantwort kann aus mehreren Gründen anders ausfallen als erwartet: Das Wort war unklar, das Zielobjekt wurde verwechselt oder die Fläche war schwer zu sehen. Die kurze Szene allein trennt diese Möglichkeiten nicht. Genau deshalb ist das gemeinsame Nachsehen hilfreicher als ein pauschales Urteil.
Das Kind kann den Ablauf jederzeit unterbrechen. Wenn es das Tuch sofort aufdecken möchte, sehen Sie gemeinsam nach. Der Wunsch, eine Sache zu überprüfen, ist eine sinnvolle Handlung und muss nicht zugunsten einer längeren Wartezeit unterdrückt werden.
Material vorbereiten
Wählen Sie ein großes, möglichst einfarbiges Tuch und ein Blatt in einem deutlich anderen Farbton. Ein weiteres neutrales Blatt oder ein Umschlag kann das Tuch kurz abdecken. Die Dinge müssen sicher und für das Kind geeignet sein; kleine lose Teile sind für manche Kinder ungeeignet.
Beispiel: Ein rotes Tuch ist das Zielobjekt und ein blaues Blatt die zweite sichtbare Farbfläche. Wenn das Tuch ein Muster hat, vereinbaren Sie, welchen roten Bereich Sie betrachten. Eine mehrfarbige Oberfläche kann auf die Frage nach „der Farbe“ mehrere Antworten zulassen.
Legen Sie die Gegenstände auf eine ruhige, gut beleuchtete Fläche. Prüfen Sie aus der Position des Kindes, ob das rote Tuch und das blaue Blatt unterscheidbar sind. Ein glänzender Untergrund oder ein Schatten kann die Wahrnehmung verändern; wählen Sie bei Bedarf andere Materialien.
Fragen Sie vor dem Spiel, ob die Gegenstände verwendet werden dürfen. Ein Kleidungsstück oder Tuch kann einer anderen Person gehören. Sie können auch farbige Papierflächen vorbereiten, wenn keine passenden Stoffstücke verfügbar sind. Ein gekauftes Kartenspiel ist nicht erforderlich.
Eine neutrale Abdeckung sollte groß genug sein, um die vereinbarte Fläche zu verdecken. Zugleich darf sie sich einfach entfernen lassen, ohne den Gegenstand darunter zu verschieben. Probieren Sie die Bewegung vorher aus, damit kein unbemerkter Austausch stattfindet.
Wenn das Tuch stark gemustert ist, können Sie ein einfarbiges Papierfeld als Ziel nehmen. Ein farbiger Rand oder eine Aufschrift darf im Spiel sichtbar sein, sollte aber nicht als eindeutige Erinnerung an die verdeckte Fläche ausgegeben werden. Sprechen Sie über solche Hinweise offen.
Für Kinder, die Blickauswahl nutzen, können zwei große Farbflächen mit Abstand auf dem Tisch liegen. Prüfen Sie, ob die erwachsene Person die Wahl erkennen kann, und vereinbaren Sie eine Bestätigung. Bei Bedarf wird das Layout geändert, bevor eine Antwort erwartet wird.
Ein Blatt Papier als Abdeckung und ein farbiges Blatt als Antwortmöglichkeit können verwechselt werden. Verwenden Sie unterschiedliche Größen oder benennen Sie ihre Rollen: „Dieses Blatt deckt das Tuch zu; dieses blaue Blatt kannst du auswählen.“
Schritt 1: gemeinsam betrachten
Zeigen Sie das rote Tuch und sagen Sie: „Hier ist ein rotes Tuch.“ Lassen Sie dem Kind Zeit, die Fläche zu betrachten. Fragen Sie, welche Stelle es sieht, und zeigen Sie selbst nur so lange, bis die gemeinsame Referenz klar ist. Danach sollte die Hand die Farbe nicht verdecken.
Das Kind kann „Tuch“ sagen, darauf zeigen oder eine eigene Beschreibung geben. Antworten Sie etwa: „Ja, dieses Tuch. Ich sehe hier Rot.“ Der Gegenstandsname und die Farbbezeichnung beschreiben verschiedene Eigenschaften; beides kann ein sinnvoller Beitrag sein.
Legen Sie das blaue Blatt daneben und benennen Sie die Flächen getrennt: „Das Tuch ist hier rot, das Blatt ist blau.“ Fragen Sie, ob das Kind beide gut sehen kann. Wenn die Farben schwer unterscheidbar sind, passen Sie die Beleuchtung oder die Beispiele an, bevor Sie verdecken.
Ein Kind könnte sagen: „Das Tuch hat auch einen weißen Rand.“ Wenn dieser Rand vorhanden ist, bestätigen Sie ihn. Vereinbaren Sie für die Frage einen bestimmten Bereich: „Ich meine diese rote Mitte.“ So ist später klar, an welche Fläche erinnert werden soll.
Fragen Sie vor dem Verdecken: „Welchen Bereich sollen wir uns merken?“ Das Kind kann die Mitte, den Rand oder einen anderen deutlich sichtbaren Teil wählen. Wiederholen Sie die Auswahl und zeigen Sie ihn. Die spätere Frage bezieht sich genau auf diesen Bereich.
Wenn das Kind eine andere Farbe nennt als die erwachsene Person, vergleichen Sie zunächst die sichtbaren Beispiele. Vielleicht wird eine andere Stelle betrachtet oder der Ton wirkt im Licht anders. Erst wenn beide über denselben klaren Bereich sprechen möchten, kann eine Erinnerungsrunde beginnen.
Ein kurzer Blick kann genügen, ein Kind möchte aber möglicherweise länger schauen. Lassen Sie das Kind den Moment des Abdeckens mitbestimmen. Eine feste Anzahl von Sekunden wäre hier eine zusätzliche Regel und für das Ziel nicht notwendig.

Schritt 2: das Tuch kurz abdecken
Erklären Sie die Bewegung vorher: „Ich lege dieses Blatt kurz über das rote Tuch. Danach sehen wir wieder nach.“ Das Kind kann zustimmen, die Abdeckung selbst hinlegen oder darum bitten, dass alles sichtbar bleibt. Verstecken Sie den Gegenstand nicht überraschend.
Decken Sie nur das Tuch ab und lassen Sie das blaue Blatt als Auswahl sichtbar, wenn das Kind diese Unterstützung nutzen möchte. Alternativ können zwei Farbflächen als Antwortmöglichkeiten bereitliegen. Achten Sie darauf, dass die Abdeckung das Tuch vollständig verdeckt, aber nicht versehentlich vertauscht.
Warten Sie kurz und fragen Sie: „Weißt du noch, welche Farbe die Mitte des Tuchs hatte?“ Eine bestimmte Wartezeit ist nicht vorgegeben. Wenn die Frage schwer verständlich ist, können Sie zwei Namen anbieten: „Rot oder Blau?“ Wiederholen Sie beide Optionen auf Wunsch.
Ein Kind kann „Ich weiß es nicht“ sagen. Antworten Sie: „Dann schauen wir zusammen nach.“ Das ist eine passende Möglichkeit, mit Unsicherheit umzugehen. Das Kind muss vor dem Aufdecken keine Vermutung abgeben.
Das Kind kann die Abdeckung halten, während die erwachsene Person die Frage formuliert. Wenn es sie sofort wieder anhebt, ist der Vergleich verfügbar. Erklären Sie dann, was sichtbar ist, statt die Bewegung als Regelverstoß zu behandeln.
Falls das Tuch beim Abdecken verrutscht, sagen Sie es und legen Sie es wieder erkennbar hin. Ein Austausch gegen ein anderes Stück würde die Grundlage der Überprüfung verändern. Bei Unsicherheit beginnen Sie mit dem sichtbaren Gegenstand von vorn.
Ein Kind möchte vielleicht selbst das blaue Blatt statt des Tuchs verdecken. Dann ändern Sie die Frage ausdrücklich: „Jetzt geht es um das Blatt, das eben blau war.“ So bleibt klar, welche Erinnerung später mit welchem Gegenstand verglichen wird.
Schritt 3: die Erinnerung äußern
Wenn das Kind „Rot“ sagt, wiederholen Sie ohne Bewertung: „Du erinnerst dich an Rot. Wollen wir nachsehen?“ Das Kind kann die Abdeckung entfernen oder die erwachsene Person darum bitten. Danach vergleichen Sie die Aussage mit der sichtbaren Fläche.
Wenn das Kind „Blau“ sagt, notieren Sie zunächst, was es meint: „Du denkst an Blau. Möchtest du nachsehen?“ Decken Sie das Tuch nach Zustimmung auf. Zeigen Sie die vereinbarte rote Mitte und das blaue Blatt nebeneinander, wenn ein direkter Vergleich hilfreich ist.
Zeigt das Kind auf eine Farbkarte, bestätigen Sie die Auswahl: „Meinst du dieses blaue Blatt?“ Erst nach einer Bestätigung sollten Sie die Auswahl als Antwort verwenden. Zwei nahe beieinanderliegende Möglichkeiten oder ein verdeckter Blick können eine Geste mehrdeutig machen.
Falls das Kind seine Antwort ändern möchte, lassen Sie es dies tun. Eine Änderung vor dem Nachsehen ist Teil der eigenen Überlegung. Das Spiel braucht keinen festen Zeitpunkt, ab dem eine Antwort nicht mehr korrigiert werden darf.
Wenn das Kind eine Geste für „weiß nicht“ verwendet, bestätigen Sie sie genauso wie eine gesprochene Antwort. Bieten Sie das Aufdecken an. Das Kind muss nicht zwischen Rot und Blau wählen, wenn es seine Unsicherheit bereits ausgedrückt hat.
Bei zwei Antwortflächen kann das Kind auf die rote Fläche zeigen, ohne das Wort zu nennen. Die erwachsene Person sagt: „Du wählst diese Fläche. Meinst du Rot?“ Nach der Bestätigung wird das Tuch aufgedeckt. Die Handlung des Kindes bleibt von der Interpretation des Erwachsenen unterscheidbar.
Wenn ein anderes Kind die Antwort vorwegnimmt, fragen Sie, ob beide getrennt antworten oder eine gemeinsame Vermutung äußern möchten. Niemand muss seinen Gedanken gegen eine lautere Antwort verteidigen. Auch Zuhören ist eine mögliche Rolle.
Schritt 4: aufdecken und vergleichen
Heben Sie die Abdeckung an und legen Sie sie beiseite. „Hier ist die Mitte des Tuchs. Sie sieht rot aus.“ Wenn das Kind Rot genannt hatte, können Sie sagen: „Das passt zu deiner Erinnerung.“ Wenn es Blau genannt hatte, vergleichen Sie die tatsächliche Fläche mit dem blauen Blatt.
Das Nachsehen zeigt die aktuelle Oberfläche unter den aktuellen Lichtbedingungen. Wenn zwischenzeitlich der Gegenstand ausgetauscht oder das Licht stark verändert wurde, nennen Sie das. Die Prüfung ist nur sinnvoll, wenn beide wissen, welches Tuch und welche Fläche verglichen werden.
Wenn das Kind sagt „Ich dachte Blau“, antworten Sie: „Du hattest Blau in Erinnerung; hier sehen wir jetzt Rot.“ Fragen Sie, ob es erneut spielen oder etwas anderes machen möchte. Wiederholen Sie die Frage nicht mehrfach, um eine frühere Antwort zu korrigieren.
Wenn die Fläche rot und weiß gemustert ist und das Kind Weiß nennt, prüfen Sie, ob beide denselben Bereich gemeint haben. Vielleicht war die ursprüngliche Frage nicht eindeutig. Benennen Sie die verschiedenen Teile und wählen Sie für einen weiteren Versuch eine klarere Fläche.
Wenn Erinnerung und sichtbare Fläche übereinstimmen, genügt eine konkrete Beschreibung: „Du hast Rot gewählt, und die Mitte ist rot.“ Eine Punktzahl oder ein Versprechen über die nächste Runde ist nicht erforderlich. Fragen Sie, ob das Kind selbst die Materialien wegräumen möchte.
Bei einer abweichenden Antwort stellen Sie beide Informationen nebeneinander: die genannte Farbe und die nun sichtbare Fläche. Vermeiden Sie Aussagen wie „Du weißt die Farbe nicht“, denn die Aufgabe verlangt zugleich Erinnerung und Verständnis der Frage.
Wenn das Kind die Abdeckung nicht entfernen möchte, bleibt die Überprüfung offen. Sie können sagen: „Wir schauen ein anderes Mal, wenn du möchtest“, sofern die Gegenstände liegen bleiben dürfen. Andernfalls erklären Sie, dass Sie das Tuch zum Aufräumen aufdecken.
Eine vollständige Beispielsituation
Erwachsene Person: „Das Tuch ist hier rot. Möchtest du es kurz abdecken?“ Kind: „Ja.“ Die erwachsene Person legt ein neutrales Blatt darüber und lässt das blaue Blatt daneben sichtbar. Beide Gegenstände bleiben an ihrem Platz.
Erwachsene Person: „Welche Farbe hatte die Mitte des Tuchs?“ Kind: „Blau.“ Erwachsene Person: „Du erinnerst dich an Blau. Wollen wir schauen?“ Das Kind nickt und hebt das Blatt selbst an. Die rote Mitte wird sichtbar.
Erwachsene Person: „Hier ist Rot. Das blaue Blatt liegt daneben.“ Kind: „Ich dachte an das Blatt.“ Erwachsene Person: „Du hast an das blaue Blatt gedacht. Möchtest du noch eine Runde oder lieber aufhören?“ Die Antwort des Kindes wird erklärt, ohne sie zu beschämen.
Das Kind entscheidet sich aufzuhören. Beide legen die Dinge zurück. Die Szene enthält eine Erinnerung und eine Überprüfung; sie erlaubt keinen Schluss darüber, wie gut das Kind Farben oder Erinnerungsaufgaben allgemein beherrscht.

Typische Schwierigkeit: Objekt und Farbe vertauschen
Wenn gleichzeitig ein rotes Tuch und ein blaues Blatt gezeigt werden, kann sich das Kind an das falsche Objekt erinnern. Fragen Sie daher nach dem „Tuch unter diesem Blatt“ und nicht nur „Welche Farbe war da?“ Die Referenz lässt sich vor dem Verdecken zeigen.
Eine weitere Verwechslung betrifft den Ort: Das Kind erinnert sich vielleicht, dass das rote Tuch links lag. Wechseln Sie während der ersten Runde die Plätze nicht. Erst wenn das Kind eine neue Frage dazu möchte, können Sie offen umordnen und die Veränderung erklären.
Das Kind kann sich auch an einen anderen Teil eines mehrfarbigen Gegenstands erinnern. Zeigen Sie vor dem Abdecken den vereinbarten Bereich. Falls die Auswahl trotzdem unklar ist, akzeptieren Sie die Mehrdeutigkeit und wählen Sie beim nächsten Mal ein einfarbiges Beispiel.
Ein langes Warten oder eine Ablenkung durch ein Gespräch verändert die Gedächtnisanforderung. Wenn die Erinnerung dadurch verloren geht, bedeutet das nicht automatisch, dass das Farbwort unbekannt ist. Decken Sie auf, vergleichen Sie sichtbar und entscheiden Sie gemeinsam über eine weitere Runde.
Ein rotes Tuch und ein blaues Blatt können beide Gegenstand einer Unterhaltung sein. Vor der Frage hilft ein eindeutiger Satz: „Ich frage nach dem Tuch unter der Abdeckung, nicht nach dem Blatt daneben.“ Das Kind kann bestätigen, welches Objekt gemeint ist.
Wenn das Kind „rot“ sagt, weil es eine rote Antwortfläche vor sich sieht, ist das nicht zwangsläufig ein Problem. Es kann die Antwortfläche bewusst als Kommunikationsmittel auswählen. Entscheidend ist, dass beide wissen, ob die Fläche eine Antwortoption oder der verdeckte Gegenstand ist.
Verwechseln Sie nicht die Erinnerung an einen Namen mit der Wahrnehmung der Farbe. Ein Kind kann wissen, wie das Tuch aussah, aber gerade das Wort nicht finden. Eine sichtbare Auswahl oder ein Zeigen kann diese zusätzliche sprachliche Anforderung verringern.
Die Aufgabe vereinfachen
Lassen Sie das Tuch sichtbar und fragen Sie: „Welche Farbe siehst du hier?“ Das ist eine direkte Beobachtung, keine Erinnerungsfrage. Sie kann als Einstieg dienen, wenn das Kind die abgedeckte Version nicht möchte oder die Farbunterschiede zunächst gemeinsam betrachten will.
Decken Sie die Fläche nur für einen kurzen Moment ab und kündigen Sie das Aufdecken an. Es gibt keinen Mindestabstand, der erreicht werden muss. Das Kind kann selbst bestimmen, wann die Fläche wieder sichtbar wird.
Bieten Sie zwei sichtbare Farbflächen zur Auswahl an, statt das Farbwort frei abzurufen. Die erwachsene Person kann die Namen nennen oder auf die Flächen zeigen. Bestätigen Sie die gewählte Option, besonders wenn das Kind mit Blickrichtung oder einer Kommunikationshilfe antwortet.
Verwenden Sie ein großes, mattes Tuch ohne Muster und einen kontrastierenden Untergrund. Wenn das Kind nicht berühren möchte, kann die erwachsene Person das Tuch auf Wunsch bewegen. Die Farbfläche und das Kommunikationsmittel sollten zugänglich bleiben.
Zeigen Sie nur ein farbiges Tuch und nennen Sie seine Farbe. Decken Sie es kurz ab und lassen Sie das Kind nachsehen, ohne vorher eine Frage zu stellen. So wird der Ablauf vertraut, bevor eine eigene Erinnerung ausgedrückt werden muss.
Wenn zwei Auswahlflächen verwirren, fragen Sie zunächst nur, ob das Kind nachsehen möchte. Danach betrachten Sie die tatsächliche Farbe. Ein einfacher Ablauf kann später um eine Auswahl ergänzt werden, wenn das Kind daran Interesse hat.
Ein ruhiger Untergrund und ein gut erreichbarer Platz unterstützen die Sicht. Wenn die erwachsene Person helfen muss, fragt sie vor dem Bewegen: „Soll ich die Abdeckung für dich anheben?“ Die Antwort kann in jeder vertrauten Kommunikationsform erfolgen.
Die Aufgabe behutsam erweitern
Wenn das Kind eine weitere Runde möchte, kann es selbst ein andersfarbiges Tuch auswählen und die erwachsene Person fragen. Die erwachsene Person nennt ihre Erinnerung und sieht dann gemeinsam mit dem Kind nach. Beide Rollen enthalten dieselbe Möglichkeit, unsicher zu sein.
Zwei nacheinander betrachtete Gegenstände sind eine andere Anforderung als ein einzelnes Tuch. Zeigen Sie zuerst das rote, dann das blaue Beispiel und fragen Sie nach einem der beiden. Benennen Sie das Zielobjekt deutlich. Wenn die Zuordnung verwirrend wird, kehren Sie zu einem Gegenstand zurück.
Ein Kind kann die Wartezeit selbst verlängern, indem es vor dem Aufdecken eine kleine Geschichte erzählt. Drängen Sie nicht dazu und versprechen Sie nicht, dass eine längere Pause besser ist. Ein längerer Abstand prüft zusätzliches Erinnern und ist nicht nötig, um Farbwörter zu besprechen.
Vergleichen Sie bei Interesse zwei ähnliche Farbtöne, etwa helles und dunkles Blau. Sagen Sie vor dem Abdecken, welchen Unterschied Sie meinen. Wenn die Töne nicht eindeutig unterscheidbar sind, bleiben Sie bei deutlich verschiedenen Beispielen oder akzeptieren die Unsicherheit.
Das Kind kann zwei Gegenstände nacheinander auswählen und jeden einzeln abdecken. Fragen Sie zunächst nur nach einem Gegenstand und prüfen Sie ihn, bevor Sie den zweiten besprechen. So bleibt der Bezug klar, obwohl die Gesamtaufgabe mehr Informationen enthält.
Bei einer eigenen Geschichte könnte die Figur eine Decke suchen und sich an deren Farbe erinnern. Vereinbaren Sie zuerst, welche reale Fläche die Decke darstellt. Eine Spielrolle ergänzt das Farbgedächtnis, ersetzt aber nicht die gemeinsame Überprüfung.
Wenn das Kind eine Antwort begründet, hören Sie zu: „Ich dachte an Rot, weil das mein Tuch ist.“ Die Begründung kann sich auf Besitz oder eine frühere Erfahrung beziehen. Sehen Sie danach auf die aktuelle Fläche, ohne die persönliche Verbindung abzuwerten.
Licht, Wahrnehmung und Kommunikation
Eine glänzende Fläche kann im Licht heller erscheinen. Betrachten Sie das Tuch vor und nach dem Abdecken möglichst unter ähnlichen Bedingungen und benennen Sie Veränderungen. Wenn das Beispiel nicht klar sichtbar ist, ist eine Antwort über die Farbe schwer zu beurteilen.
Menschen nehmen Farben unterschiedlich wahr. Eine einzelne abweichende Antwort in einem Erinnerungs- und Farbspiel ist keine Diagnose. Wählen Sie zugängliche Kontraste; bei anhaltenden Fragen zur Sicht kann die Familie eine geeignete Fachstelle oder Augenarztpraxis ansprechen.
Ein Kind kann eine Auswahl mit Blick, Gebärde, Sprache oder einem Kommunikationsgerät treffen. Geben Sie Zeit und fragen Sie nach, wenn die Auswahl unklar ist. Die erwachsene Person soll keine Antwort aus einer mehrdeutigen Bewegung ableiten, ohne eine Korrektur zu ermöglichen.
Wenn das Kind lieber über Formen spricht oder einen Gegenstand ertasten möchte, können Sie die Aufgabe entsprechend ändern. Eine Tastaufgabe zu Materialien ist jedoch keine direkte Prüfung eines Farbworts. Benennen Sie das neue Ziel und folgen Sie dem Interesse des Kindes.
Ein Farbton kann vor dem Abdecken im Sonnenlicht und danach im Schatten anders wirken. Wenn das passiert, beschreiben Sie die Änderung der Beleuchtung. Für einen klaren Vergleich können Sie einen Zeitpunkt oder Ort mit gleichmäßigerem Licht wählen.
Wenn das Kind die Tücher nicht greifen kann, halten Sie die Abdeckung so, dass es die Bewegung sehen und anhalten kann. Fragen Sie vor dem Aufdecken nach seiner Zustimmung. Die motorische Ausführung durch den Erwachsenen soll der Entscheidung des Kindes folgen.
Bei einer Kommunikationshilfe können die Symbole für Farben anders aussehen als das tatsächliche Tuch. Zeigen Sie gemeinsam, welches Symbol für die gewünschte Antwort verwendet wird. Ein Symbol und ein realer Gegenstand müssen nicht exakt denselben Farbton haben.
Wörter und Beispiele aus der Familie
Für einen ähnlichen Farbton können Familien „lila“ oder „violett“ sagen. Fragen Sie, welche Fläche gemeint ist, und verwenden Sie die vertraute Bezeichnung. In einer mehrsprachigen Familie kann das Kind ein Wort in seiner bevorzugten Sprache wählen oder auf das Beispiel zeigen.
Die erwachsene Person kann ein deutsches Wort ergänzen: „Du meinst diese Fläche; ich nenne sie rot.“ Das gemeinsame Zeigen klärt den Bezug. Das Kind muss nicht jedes Wort übersetzen, damit die Erinnerung und die Überprüfung miteinander verglichen werden können.
Wählen Sie Gegenstände aus dem tatsächlichen Alltag: einen Stoffrest, eine Heftseite oder ein großes Stück Papier, sofern sie vorhanden und freigegeben sind. Keine Familie braucht einen bestimmten Einkauf oder eine bestimmte Tradition, um die Aktivität durchzuführen.
Wenn zwei Kinder mitmachen, kann eines abdecken und das andere eine Erinnerung äußern, sofern beide diese Rollen möchten. Danach können sie tauschen oder getrennte Runden spielen. Ein Vergleich der Antwortgeschwindigkeit ist für die Frage nach der Farbe nicht nötig.
Ein Stoffstück kann in einer Familie „Tuch“, in einer anderen „Lappen“ oder „Stoffrest“ heißen. Wählen Sie ein neutrales vertrautes Wort für den tatsächlichen Gegenstand. Zeigen Sie ihn bei der Frage, damit eine unterschiedliche Bezeichnung nicht zu einer Verwechslung führt.
Wenn das Kind einen hellblauen Ton anders benennt als der Erwachsene, sprechen Sie über das konkrete Beispiel. Sie können „dieses helle Blau“ sagen und eine andere Fläche danebenlegen. Regionale oder persönliche Wortwahl ist nicht automatisch ein Fehler.
Ein Familienmitglied kann die Rolle des Fragenden übernehmen, wenn das Kind damit einverstanden ist. Vorher sollte die Person wissen, welche Fläche als Ziel ausgewählt wurde. So wird nicht versehentlich nach einem anderen Gegenstand gefragt.
Beenden und später wiederholen
Zum Abschluss können Sie sagen: „Wir haben erst hingesehen, dann erinnert und schließlich nachgeschaut.“ Beschreiben Sie eine konkrete Handlung, ohne eine Gesamtbewertung zu vergeben. Das Kind kann entscheiden, ob die Materialien weggelegt werden oder für eine eigene Geschichte bleiben.
Bei einer späteren Runde wählen Sie gegebenenfalls andere Gegenstände und nennen die Änderung. Ein zuvor rotes Tuch kann heute gegen ein grünes ausgetauscht sein. Erwarten Sie nicht, dass die alte Antwort für das neue Beispiel gilt.
Wenn Sie eine Notiz möchten, halten Sie die Bedingungen fest: welches Tuch, welcher Bereich, ob eine Auswahl sichtbar blieb und ob das Kind nachsehen wollte. Eine solche Notiz beschreibt eine Situation und ist keine umfassende Einschätzung von Gedächtnis oder Farbsehen.
Das Kind darf die sichtbare Vergleichsversion wählen, die Gedächtnisversion erneut versuchen oder eine andere Aktivität beginnen. Ein täglicher Ablauf und eine bestimmte Anzahl richtiger Antworten sind nicht erforderlich.
Wollen Sie eine weitere Runde mit denselben Materialien spielen, beginnen Sie wieder mit dem sichtbaren Gegenstand. Das Kind kann erneut wählen, ob und wann er verdeckt wird. Eine Wiederholung ist nicht erforderlich, nur weil die Erinnerung zuvor anders ausfiel.
Wenn Sie ein neues Tuch verwenden, sagen Sie das ausdrücklich. Eine alte Erinnerung an das erste Tuch ist dann nicht die Antwort auf die neue Frage. Lassen Sie das Kind das neue Beispiel zuerst betrachten und den gemeinten Bereich bestimmen.
Beim Aufräumen kann das Kind die Rolle des Tuchs im Haushalt benennen: Es gehört beispielsweise in die Schublade oder zu einer Person. Fragen Sie, wohin es zurückgelegt werden soll. Der Gegenstand muss nicht dauerhaft für das Spiel reserviert bleiben.
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Für eine direkte Suche mit sichtbaren Flächen lesen Sie Beispiele für Farben suchen. Einen Einstieg mit vertrauten Gegenständen bietet Farbnamen mit vertrauten Gegenständen lernen. Wenn das Kind eine digitale Aktivität möchte, schauen Sie gemeinsam in den Bereich Farben.
Hilfreiche Antworten
Muss das Kind eine Antwort geben, bevor aufgedeckt wird?
Nein. Es kann unsicher sein und direkt gemeinsam mit der erwachsenen Person nachsehen.
Wie lange soll das Tuch verdeckt bleiben?
Es gibt keine vorgeschriebene Dauer. Das Kind kann bestimmen, wann wieder nachgesehen wird.
Ist das eine Beurteilung des Farbsehens?
Nein. Das Spiel verbindet eine Farbfrage mit Erinnerung und ist keine Diagnose oder umfassende Beurteilung.



