Anna und Marina besuchen ein Haus, in dem jedes gesprochene Wort einen eigenen Rhythmus hat. Für „Haus“ legen sie ein Plättchen, für „Mama“ zwei: Ma-ma. Auch ihre Namen hören sie sich an: Anna lässt sich in zwei Sprechsilben gliedern, Marina in drei. Die kleine Geschichte lädt dazu ein, Wörter langsam zu sprechen und ihre Silben mit Plättchen oder Bewegungen sichtbar zu machen. Lesen und Schreiben sind dafür nicht erforderlich.

Die Szene vorbereiten

Legen Sie zwei Namenskarten mit „Anna“ und „Marina“ bereit, dazu mehrere große Plättchen und ein einfaches Bild von einem Haus. Die Karten dienen zunächst dazu, die Figuren der Geschichte auseinanderzuhalten. Sagen Sie die Namen laut, damit niemand die Schrift lesen können muss. Statt gekaufter Plättchen eignen sich große Pappkreise oder andere Materialien, die für das Alter und die Bedürfnisse der Beteiligten sicher sind.

Erzählen Sie den Anfang: Anna und Marina kommen an einem Haus vorbei. An der Tür liegt ein Korb mit Plättchen. Der Korb soll für jede Sprechsilbe eines Wortes ein Plättchen erhalten. Bevor die Figuren etwas hineinlegen, überlegen sie gemeinsam, welches Wort sie hören und wie es klingt. Sie müssen nicht alle Wörter des Besuchs untersuchen; eine einzige Szene kann für den Einstieg genügen.

Vereinbaren Sie, was die Plättchen darstellen: Ein Plättchen steht für eine gesprochene Silbe, nicht für einen Buchstaben und nicht für eine Person. Das Hausbild stellt das gemeinte Wort bereit. So lässt sich vermeiden, dass die Kinder die Fenster des Hauses zählen oder für jede Figur ein Plättchen legen, obwohl die Frage nach dem Klang des Wortes gestellt wurde.

Wer Plättchen nicht selbst greifen möchte oder kann, darf auf eine Position zeigen oder einer anderen Person mitteilen, wann ein Plättchen gelegt werden soll. Auch Zeigen, Blickwahl oder ein vertrautes Kommunikationsmittel können eine Entscheidung ausdrücken. Die gemeinsame Erkundung hängt nicht davon ab, dass alle sprechen, klatschen und Material gleichzeitig bewegen.

Ein Wort hören und gemeinsam zerlegen

Sagen Sie das Wort „Mama“ zunächst einmal in normalem Tempo. Sprechen Sie es danach etwas langsamer und rhythmisch: „Ma-ma“. Für jeden gehörten Teil kann ein Plättchen gelegt oder eine vereinbarte Bewegung gemacht werden. Zwei Plättchen liegen bereit. Anschließend sagen Sie das ganze Wort noch einmal, damit die einzelnen Teile wieder mit dem vertrauten Wort verbunden werden.

Bei „Haus“ ergibt dieselbe Vorgehensweise ein Plättchen. Sprechen Sie das Wort vollständig und achten Sie darauf, keinen zusätzlichen Laut anzuhängen. Der Doppellaut in „Haus“ macht aus dem Wort nicht automatisch zwei Silben. Das Kind kann die Anzahl zeigen, während eine andere Person das Wort spricht. Ein deutliches Beispiel ermöglicht einen Vergleich, ohne dass das Wort geschrieben werden muss.

Lassen Sie Zeit zwischen dem Hören und der Antwort. Wenn ein Kind sofort ein zweites Plättchen legt, fragen Sie, was es gehört hat, und sprechen Sie das Wort gemeinsam noch einmal. Vielleicht hat es auf zwei Bewegungen geachtet, die die erwachsene Person unbeabsichtigt gemacht hat, oder das Wort anders verstanden. Die Wiederholung soll beim Zuhören helfen, nicht eine bestimmte Antwort erzwingen.

Für den Vergleich können Anna und Marina zunächst zwei nebeneinanderliegende Felder bekommen: Auf dem einen steht das Hausbild, daneben liegt ein Plättchen; auf dem anderen liegt ein Bild oder eine Karte für „Mama“, daneben zwei. Besprechen Sie, wofür die Anzahl steht. Sie beschreibt die Silben der gewählten gesprochenen Wörter, nicht die Größe des Hauses oder die Anzahl der Familienmitglieder.

Die Namen der Figuren in die Geschichte einbauen

Anna sagt ihren Namen, während Marina für jede gehörte Silbe ein Plättchen legt. In der hier gemeinten Aussprache sind es zwei. Danach sagt Marina ihren Namen; Anna legt drei Plättchen. Sprechen Sie beide Namen zunächst als ganze Wörter und dann langsam in ihrem natürlichen Rhythmus. Die Namen können als „An-na“ und „Ma-ri-na“ veranschaulicht werden, wenn die Beteiligten sie so sprechen.

Vergleichen Sie die beiden Plättchenreihen: Zwei stehen für Annas Namen, drei für Marinas. Fragen Sie, welcher Name in dieser Aussprache mehr Silben hat. Die Anzahl sagt nichts darüber aus, welche Person wichtiger ist oder welcher Name „besser“ klingt. Anna und Marina können anschließend die Rollen tauschen oder ein anderes Wort wählen.

Namen sind persönlich und können regional oder familiär unterschiedlich ausgesprochen werden. Fragen Sie, wie die betreffende Person ihren Namen sagt, statt eine fremde Aussprache vorzugeben. Ein Kind darf einen Fantasienamen verwenden oder den eigenen Namen aus dem Spiel heraushalten. Beim Vergleich ist wichtig, dass alle dieselbe Aussprache hören oder auf andere Weise nachvollziehen können.

Wenn eine Namenskarte mit Buchstaben gezeigt wird, erklären Sie ihren Zweck: Sie kennzeichnet die Figur und das Wort, über das gesprochen wird. Für die Anzahl der Sprechsilben wird nicht einfach jeder Buchstabe gezählt. Anna hat vier geschriebene Buchstaben, aber in unserem Beispiel zwei gesprochene Silben. Schreiben und Sprechen hängen zusammen, sind jedoch nicht dieselbe Aufgabe.

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Klatschen ist eine Möglichkeit, keine Pflicht

Ein Klatschen pro Silbe kann den Rhythmus begleiten. Bei „Ma-ma“ wären es zwei Klatscher, bei „Haus“ einer. Zuerst darf die erwachsene Person das Wort einmal normal aussprechen, dann langsam zusammen mit der Bewegung. Wenn Sprechen und Klatschen gleichzeitig zu viel sind, hören beide zuerst das Wort und legen danach die Plättchen.

Statt zu klatschen können die Beteiligten mit einem Finger auf den Tisch tippen, große Schritte zeigen, eine Karte verschieben oder eine vertraute Taste für jede Silbe betätigen. Welche Bewegung passend ist, hängt von den Möglichkeiten und Vorlieben der Person ab. Eine Bewegung soll das Hören und Ordnen unterstützen; ihre Geschwindigkeit oder Stärke ist kein Maß für sprachliche Fähigkeiten.

BiSS-Transfer beschreibt in einer Übersicht zur [sprachlichen Bildung](https://www.biss-sprachbildung.de/btools/lust-auf-sprache-sprachliche-bildung-und-deutsch-lernen-in-kindertageseinrichtungen/) auch bewegungsbezogene Zugänge neben dem Klatschen. Für unsere Geschichte können die Partner gemeinsam entscheiden, ob sie tippen, legen oder nur zuhören. Wenn eine Form unangenehm ist, wechseln sie zu einer anderen oder beenden die Runde.

Vermeiden Sie eine Bewegung für jeden einzelnen Laut. Bei „Haus“ könnten vier Buchstaben sichtbar sein, aber für die gesprochene Silbe wird in diesem Beispiel nur ein Plättchen gelegt. Sprechen Sie das Wort als Ganzes und wählen Sie eine gleichmäßige, nicht übertrieben abgehackte Sprechweise. Sonst erzeugt die Vorführung zusätzliche künstliche Einheiten.

Was die Schreibweise zeigt und was das Ohr hört

Die Geschichte beschäftigt sich zuerst mit gesprochenen Wörtern. Eine Karte mit „Mama“ enthält vier Buchstaben, das gesprochene Wort hat in unserem Beispiel zwei Silben. „Haus“ hat ebenfalls vier Buchstaben, wird aber als eine Silbe gesprochen. Die gleiche Buchstabenzahl führt also nicht notwendig zur gleichen Silbenzahl.

Schriftliche Trennungen am Zeilenende folgen eigenen Regeln und dienen einem anderen Zweck als das rhythmische Hören. Für den Einstieg müssen Kinder die Schreibweise nicht zerlegen. BiSS-Transfer weist in der Beschreibung von [Sprachspielen](https://www.biss-sprachbildung.de/btools/hoeren-lauschen-lernen-sprachspiele-fuer-kinder-im-vorschulalter/) darauf hin, beim Silbenspiel die gesprochene Form zu beachten. Nutzen Sie die Namenskarten daher als Orientierung und die ausgesprochenen Wörter als Grundlage der Aktivität.

Legen Sie die Karten „Mama“ und „Haus“ nebeneinander. Eine Person kann darauf zeigen, während die andere beide Wörter spricht. Danach legt das Kind seine Plättchen und erklärt, falls es möchte, welche Reihe zu welchem Wort gehört. Wenn es Buchstaben zählt, ist das eine sinnvolle Beobachtung zur Schrift; klären Sie freundlich, dass heute eine andere Frage untersucht wird: Wie viele rhythmische Sprechsilben hören wir?

Nicht jedes Wort ist für eine erste Runde gleich eindeutig. In schneller Alltagssprache können einzelne Laute reduziert sein, und Aussprache kann sich zwischen Sprechenden unterscheiden. Wählen Sie zunächst vertraute Wörter, die in der konkreten Aussprache klar gegliedert werden können. Bei Unsicherheit hören Sie zu, wie die sprechende Person das Wort tatsächlich sagt, statt ihre Aussprache an eine Karte anzupassen.

Weitere Wörter für den Besuch im Haus

Anna findet in der Küche eine Banane. Sprechen Sie „Banane“ zunächst vollständig und anschließend langsam: „Ba-na-ne“. Drei Plättchen können die drei gehörten Silben darstellen. Vergleichen Sie die Reihe mit den zwei Plättchen für „Mama“. Dass eine Banane größer oder kleiner als ein Haus sein kann, spielt für diese Frage keine Rolle; verglichen wird die Anzahl der Silben der gesprochenen Wörter.

Marina entdeckt einen Ball. Sagen Sie „Ball“ und legen Sie ein Plättchen. Nun stehen „Haus“ und „Ball“ als zwei verschiedene Wörter mit jeweils einer Sprechsilbe nebeneinander. Die Wörter müssen weder gleich viele Buchstaben noch dieselbe Bedeutung haben, um in dieser Hinsicht vergleichbar zu sein. Beide Gegenstände können mit Bildern oder tatsächlichem Spielmaterial bezeichnet werden.

Als dritte Möglichkeit können die Figuren einen Hasen besuchen: „Ha-se“ ergibt in der hier gemeinten Aussprache zwei Silben. Vergleichen Sie „Hase“ mit „Mama“: Beide erhalten zwei Plättchen, obwohl sie anders beginnen und Verschiedenes bedeuten. Wenn das Kind lieber ein anderes vertrautes Wort wählt, sprechen Sie dieses gemeinsam und prüfen Sie, ob seine Gliederung für alle Beteiligten klar hörbar ist.

Verändern Sie pro Runde nicht zu viele Dinge. Wenn Sie die Geschichte um mehrere Gegenstände, neue Namen und Spielregeln erweitern, muss das Kind zugleich den Inhalt verfolgen und die Klangfrage behalten. Ein einzelnes bekanntes Wort mit einer sichtbaren Plättchenreihe genügt oft. Eine spätere Runde kann die Wörter wieder aufgreifen oder ein weiteres Wort hinzufügen.

Die Geschichte vor der Lösung anhalten

Erzählen Sie: Marina hält die Bananenkarte hoch und Anna greift nach einem Plättchen. Stoppen Sie hier und fragen Sie: „Wie können wir herausfinden, ob ein Plättchen ausreicht?“ Eine Möglichkeit ist, „Banane“ langsam zu sprechen und für jede gehörte Silbe ein Plättchen zu legen. Lassen Sie das Kind zuerst einen eigenen Vorschlag machen, wenn es möchte.

Nach dem Legen zeigen die Beteiligten die drei Plättchen und sprechen das Wort noch einmal. Nun kann die Geschichte weitergehen: Anna legt zwei weitere Plättchen in den Korb und bedankt sich für die Idee. Das Ende passt zum Ausgangsproblem, weil das Wort nicht ausgetauscht wurde und die Plättchen weiterhin die Silben von „Banane“ darstellen.

Ein anderer Schluss ist möglich: Das Kind möchte das Wort „Ball“ untersuchen und legt ein Plättchen. Dann hat es die Frage gewechselt. Benennen Sie diesen Wechsel: „Für Ball liegt ein Plättchen da; für Banane schauen wir separat.“ Beide Antworten können sinnvoll sein, wenn klar bleibt, auf welches Wort sie sich beziehen. So wird ein Einfall nicht vorschnell als Fehler behandelt.

Die Figuren müssen die Aufgabe nicht lösen, wenn das Kind lieber mit ihnen spielt oder die Runde verlassen möchte. Die Erzählung ist eine Einladung und keine Prüfung, die zu Ende geführt werden muss. Ein offenes Ende lässt Raum, später mit derselben Frage zurückzukehren oder die Plättchen für ein anderes Spiel zu verwenden.

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Wenn ein Plättchen zu viel oder zu wenig liegt

Angenommen, bei „Mama“ liegt nur ein Plättchen. Fragen Sie zuerst, für welches Wort es gelegt wurde; vielleicht meinte das Kind noch „Haus“. Wenn beide dasselbe Wort untersuchen, sprechen Sie es erneut in natürlichem Rhythmus und zeigen Sie zwei Bewegungen. Das Kind kann anschließend entscheiden, ob es ein weiteres Plättchen hinzufügen möchte.

Liegen bei „Haus“ zwei Plättchen, prüfen Sie, ob die erwachsene Person beim Vorführen zweimal geklatscht oder das Wort künstlich gedehnt hat. Sagen Sie es einmal ohne Bewegung und hören Sie gemeinsam hin. Eine Wiederholung unter klareren Bedingungen kann aufschlussreicher sein als die Aufforderung, einfach eine andere Zahl zu nennen.

Manche Wörter sind einem Kind unbekannt oder werden in der Familie anders betont. Klären Sie zunächst die Bedeutung und hören Sie die konkrete Aussprache. Wenn die Gruppe nicht sicher ist, wie ein Wort im Spiel zerlegt werden soll, wählen Sie ein anderes eindeutiges Beispiel. Eine einzelne abweichende Antwort ist kein umfassender Test des Sprachverständnisses.

Beschreiben Sie beobachtbare Handlungen: „Du hast zwei Plättchen zu Mama gelegt und dabei zweimal getippt.“ Vermeiden Sie aus einer Runde Aussagen darüber, ob ein Kind später gut lesen wird. Spiel, Aufmerksamkeit, Hörbedingungen und Vertrautheit mit dem Wort wirken zusammen. Wer eine weitergehende Frage zur Entwicklung hat, braucht dafür eine passende fachliche Einschätzung, nicht die Bewertung dieses Spiels.

Hörbedingungen und zugängliche Beteiligung

Ein ruhiger Raum erleichtert es vielen Menschen, ein gesprochenes Wort wahrzunehmen. Schalten Sie störende Geräusche nach Möglichkeit aus und wenden Sie sich der Person zu. Fragen Sie, ob das Wort wiederholt werden soll. Lauter zu sprechen ist nicht automatisch verständlicher; deutlich und in einem angenehmen Tempo zu sprechen kann hilfreicher sein.

Bei Hörbeeinträchtigungen oder unterschiedlichen Zugängen zu gesprochener Sprache stimmen Sie die Aktivität mit dem Kind und vertrauten Bezugspersonen ab. Vorhandene Hör- und Kommunikationshilfen sollen nutzbar sein. Schrift, Bilder, Gebärden oder sichtbare Bewegungen können eine sinnvolle sprachliche Aktivität unterstützen, messen aber nicht ohne Weiteres dasselbe wie das Hören gesprochener Silben. Ein einzelnes Spiel ersetzt keine individuelle Anpassung.

Wer nicht sprechen möchte, kann sich das Wort von einem Partner sagen lassen und die Plättchen legen oder auswählen. Umgekehrt kann jemand sprechen und eine andere Person die Plättchen bewegen. Vereinbaren Sie, wie um eine Wiederholung gebeten oder eine Antwort geändert wird. Ausreichend Zeit ist eine Voraussetzung für echte Wahl, keine zusätzliche Belohnung.

Bei mehrsprachig aufwachsenden Kindern können Wörter und Namen aus den Familiensprachen vorkommen. Fragen Sie, wie sie zu Hause ausgesprochen werden und was sie bedeuten, wenn Sie sie noch nicht kennen. Lautstruktur und Sprechgewohnheiten sind sprachabhängig; wenden Sie nicht unbesehen eine aus dem Deutschen abgeleitete Zerlegung auf ein unbekanntes Wort einer anderen Sprache an.

Zwei Rollen und eine gemeinsame Kontrolle

Eine Person spricht ein ausgewähltes Wort, die andere legt Plättchen. Danach kann der erste Partner das Wort erneut sagen und auf jedes Plättchen zeigen. Gemeinsam prüfen sie, ob ihre Bewegungen zu den gehörten Teilen passen. Wer die Plättchen legt, darf auch ein anderes Tempo oder eine Wiederholung vorschlagen.

Dann tauschen Anna und Marina in der Geschichte ihre Rollen. Das Kind kann die sprechende Figur wählen, während der Erwachsene Plättchen legt. Stimmt die Reihe aus Sicht des Kindes nicht, kann es sie ändern oder eine weitere Aussprache anregen. So liegt die Kontrolle nicht ausschließlich bei einer Person.

Sind sich die Partner uneinig, verlangsamen sie das Wort und prüfen zunächst, ob beide dasselbe Wort meinen. Bei Bildkarten können unterschiedliche Benennungen auftreten: Ein Bild zeigt vielleicht einen Hasen, wird aber von jemandem „Kaninchen“ genannt. Bevor die Silbenzahl verglichen wird, einigen sie sich auf das Wort oder untersuchen die beiden tatsächlich verwendeten Wörter getrennt.

Eine klare Regel für den Abschluss hilft: Nach einem oder zwei Wörtern sehen beide die Plättchen an und entscheiden, ob sie fortsetzen möchten. Ein Partner darf aufhören, ohne damit die Geschichte „falsch“ beendet zu haben. Die Figur kann den Korb für einen anderen Tag beiseitestellen.

Wortlänge und Bedeutung auseinanderhalten

In der Geschichte ist ein Haus groß und eine Banane vergleichsweise klein. Trotzdem hat das gesprochene Wort „Haus“ eine Silbe, „Banane“ dagegen drei. Diese Gegenüberstellung kann überraschen. Sie zeigt nicht, dass ein kleiner Gegenstand immer einen längeren Namen hat; sie zeigt nur, dass die Größe eines Gegenstands die Silbenzahl seines Namens nicht bestimmt.

Auch die Länge der Plättchenreihe beschreibt nicht, wie viele Gegenstände auf dem Bild zu sehen sind. Ein einzelner Ball erhält in unserem Beispiel ein Plättchen, eine einzelne Banane drei. Legen Sie nicht unbemerkt weitere Bananenbilder hinzu, um drei Silben darzustellen. Die drei Plättchen beziehen sich auf das eine gesprochene Wort „Banane“.

Umgekehrt können zwei Gegenstände denselben Namen tragen: zwei Bälle. Fragen Sie bei diesem Bild ausdrücklich, welches Wort untersucht wird. Wird „Ball“ gesagt, geht es um die Silben dieses Wortes. Wird die ganze Wortgruppe „zwei Bälle“ gesprochen, ist es eine andere Aufgabe, weil mehrere Wörter im Satzteil vorkommen. Für den Anfang ist ein einzelnes Wort leichter zuzuordnen.

Die Figuren können ihren Korb nach einer anderen Regel füllen, etwa ein Plättchen pro abgebildetem Gegenstand. Das ist ein gültiges neues Spiel, aber nicht dieselbe Silbenaufgabe. Sagen Sie den Regelwechsel an und beginnen Sie mit einer leeren Ablage. So lassen sich unterschiedliche Arten des Zählens vergleichen, ohne die Bedeutung der Plättchen zu vermischen.

Eine kleine Bildreihe zum Nacherzählen

Zeichnen Sie auf drei Karten ein Haus, Mama und eine Banane oder wählen Sie passende Bilder. Eine Person nennt ein Wort, die andere legt eine Plättchenreihe daneben: eins für „Haus“, zwei für „Mama“, drei für „Banane“. Bevor eine fremde Person die Karte sieht, prüfen die Partner, ob jede Reihe noch bei dem Wort liegt, das tatsächlich gesprochen wurde.

Anschließend können sie die Bilder für einen Moment abdecken und nur die Plättchen zeigen. Wer die Bilder nicht sieht, kann aus drei Plättchen allein nicht eindeutig ableiten, dass „Banane“ gemeint war: Es gibt viele Wörter mit drei Silben. Die Reihe bewahrt eine Eigenschaft des Wortes, nicht seine vollständige Bedeutung. Decken Sie die Karten wieder auf und vergleichen Sie die Vermutungen.

Wenn ein Kind eine Geschichte zu den Bildern erfindet, hören Sie zu und wählen erst danach ein einzelnes Wort für das Silbenspiel aus. Ein ganzer Satz enthält mehrere Wörter und stellt eine andere Aufgabe dar. Zum Beispiel kann aus „Anna sieht eine Banane“ das Wort „Banane“ ausgewählt werden. Die drei Plättchen beziehen sich dann nur auf dieses Wort, nicht auf den ganzen Satz.

Ein Erwachsener, der etwas festhalten möchte, kann eine konkrete Beobachtung notieren: „Nach gemeinsamem Sprechen legte das Kind drei Plättchen zu Banane; der Erwachsene wiederholte das Wort einmal.“ Eine solche Notiz beschreibt Handlung und Unterstützung. Weitere Beispiele für eine konkrete Beobachtung können helfen, die nächste Einladung an den beobachteten Bedarf anzupassen.

Die Anzahl prüfen, ohne das Wort zu verlieren

Legen Sie für „Banane“ drei Plättchen in eine Reihe und sprechen Sie das Wort erneut vollständig. Zeigen Sie danach beim langsamen Sprechen auf die Plättchen. Wenn am Ende noch ein Plättchen übrig bleibt oder ein weiterer Teil ohne Plättchen gesprochen wird, halten Sie inne und beginnen Sie noch einmal. Die Bewegung soll der gesprochenen Form folgen; ein vorher auswendig gezähltes Muster darf das Wort nicht verändern.

Bei „Mama“ können die beiden Silben unterschiedlich stark betont sein und dennoch beide zur Plättchenreihe gehören. Lautstärke ist nicht dasselbe wie die Anzahl der Silben. Ein Kind muss die Betonung nicht benennen; es kann zuhören, wie das Wort in der vertrauten Aussprache klingt, und beide rhythmischen Teile darstellen.

Wenn zwei Personen unterschiedliche Reihen gelegt haben, vergleichen sie zunächst, ob sie dasselbe Wort und dieselbe Aussprache verwendet haben. Dann hören sie noch einmal gemeinsam zu. Die Plättchen lassen sich verschieben oder austauschen, ohne dass eine frühere Antwort gelöscht werden muss. Die Partner können zunächst beide Reihen nebeneinander liegen lassen, dann zu jedem Teil des langsam gesprochenen Wortes auf ein Plättchen zeigen und ihre Beobachtungen vergleichen. So bleibt sichtbar, welche Reihe zu welcher Aussprache gehört. Wichtig ist, die Begründung am gesprochenen Wort zu prüfen und nicht an der Länge des aufgedruckten Namens.

Ein Ende für Anna und Marina

Zum Abschluss wählen Anna und Marina je ein Wort aus ihrer Geschichte. Eine Person spricht, die andere zeigt oder legt die gehörten Silben. Dann sehen beide nach, ob sie noch wissen, welches Wort zu welcher Reihe gehört. Wer möchte, kann die Rollen wechseln; wer genug hat, darf den Korb schließen und die Geschichte beenden.

Bei einer späteren Begegnung kann ein vertrautes Wort den Einstieg bilden. Sprechen Sie es wieder so, wie die Beteiligten es tatsächlich verwenden. Ob sie klatschen, tippen oder Plättchen legen, bleibt eine gemeinsame Entscheidung. Das Wort wird zuerst als Ganzes gehört und kann danach in seine Sprechsilben gegliedert werden.

WAS DU VIELLEICHT WISSEN MÖCHTEST

Hilfreiche Antworten

Wie viele Silben haben Mama und Haus in diesem Beispiel?

In der verwendeten Aussprache hat „Mama“ zwei Sprechsilben und „Haus“ eine. Die Wörter werden zunächst vollständig gesprochen und dann rhythmisch untersucht.

Muss ein Kind lesen können?

Nein. Die Namenskarten kennzeichnen die Figuren; die Aktivität bezieht sich zunächst auf die gesprochenen Wörter.

Ist Klatschen notwendig?

Nein. Plättchen, Tippen, Zeigen oder eine andere zugängliche Bewegung können ebenfalls genutzt werden, soweit sie zu den Beteiligten passen.

Was geschieht bei unterschiedlicher Aussprache eines Namens?

Hören Sie zu, wie die betreffende Person ihren Namen ausspricht, und besprechen Sie die tatsächlich verwendete Form. Ein Kind darf auch einen anderen Namen wählen.

Mach aus einer kleinen Idee ein Abenteuer.

Probiert gemeinsam eine kurze Aktivität aus und nehmt die Entdeckung mit in euren Alltag.

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