Eine Person zeigt das Bild einer Maus, die andere hört auf den Anfang des gesprochenen Wortes. Zusammen legen sie die Karte M daneben. Danach können sie die Rollen tauschen und ein anderes vertrautes Wort ausprobieren. In dieser kleinen Partnersituation geht es um eine konkrete Verbindung zwischen Buchstabe und Laut, nicht um das Auswendiglernen eines ganzen Alphabets. Beide Beteiligten dürfen Fragen stellen, Hinweise geben und entscheiden, wann die Runde beendet ist.

Was an Maus zu M passt

Sprechen Sie zunächst das ganze Wort „Maus“ in normaler Weise. Am Anfang hören viele Sprecherinnen und Sprecher den Laut /m/, den wir hier vereinfacht als langes „mmm“ hörbar machen können. Auf der Buchstabenkarte steht das große M. In der geschriebenen Form des Wortes Maus bezeichnet dieser Buchstabe den Anfangslaut.

Der Name des Buchstabens lautet im Deutschen „Em“. Dieser Name ist nicht dasselbe wie der Laut /m/ am Anfang von Maus: Beim Namen hört man zusätzlich einen Vokal. Im Gespräch hilft deshalb die Unterscheidung „Der Buchstabe heißt Em; am Anfang von Maus hören wir mmm“. Weder der Name noch das Geräusch eines Tieres soll mit dem Anfangslaut verwechselt werden.

Ein kleiner Buchstabe m kann denselben Laut bezeichnen, zum Beispiel am Anfang des Wortes „malen“. Dass das Substantiv Maus großgeschrieben wird, liegt an der deutschen Rechtschreibung; das kleine m ist kein anderer Laut. Für die erste Runde genügt eine große Karte M. Wenn das Kind nach der kleinen Form fragt, können beide Formen nebeneinander betrachtet werden.

Ein Buchstabe und ein Laut sind nicht grundsätzlich dasselbe. Die Karte ist ein sichtbares Zeichen, ein Laut gehört zum gesprochenen Wort. Die Zuordnung kann je nach Buchstabe und Wort unterschiedlich sein; aus dem Beispiel M am Wortanfang folgt nicht, dass jede deutsche Schreibung durch einfaches Abhören eindeutig ist. Bleiben Sie zunächst bei Wörtern, deren Anfang in der gewählten Aussprache klar hörbar ist.

Zwei Rollen vorbereiten

Legen Sie eine große Karte mit M und ein gut erkennbares Bild einer Maus bereit. Ein zweites Bild kann einen Mond zeigen: Auch „Mond“ beginnt in der üblichen Aussprache mit /m/. Ein Bild eines Balls bietet eine Vergleichsmöglichkeit; „Ball“ beginnt mit /b/. Sprechen Sie die gemeinten Wörter vorher gemeinsam aus, damit klar ist, was auf den Bildern benannt werden soll.

Eine Person übernimmt zunächst die Bildrolle: Sie wählt ein Bild aus und sagt oder zeigt, welches Wort gemeint ist. Die zweite Person entscheidet, ob die M-Karte dazugelegt werden soll. Danach besprechen beide die Entscheidung. Anschließend können sie tauschen, wenn sie möchten. Die Rollen legen eine Handlung fest, aber sie geben niemandem die alleinige Macht, die Antwort der anderen Person zu bewerten.

Wenn zwei Kinder zusammenspielen, kann ein Erwachsener beim Vorbereiten und bei Bedarf beim Formulieren helfen. Spielt ein Kind mit einem Erwachsenen, darf auch das Kind das Bild auswählen oder eine Frage stellen. Eine Rolle, in der immer nur die erwachsene Person entscheidet und das Kind lediglich Karten bewegt, lässt wenig Raum für dessen eigene Ideen.

Vereinbaren Sie eine kleine Abschlussmarke, etwa zwei besprochene Bilder. Eine weitere Runde ist ein Angebot. Legen Sie die Karten groß genug aus, dass sie gut sichtbar und sicher zu handhaben sind. Kleine Teile gehören nicht in die Reichweite von Kindern, die sie verschlucken könnten; die notwendige Aufsicht übernimmt ein Erwachsener.

Eine Runde mit dem Bild der Maus

Die erste Person zeigt die Maus. Falls das Bild mehrdeutig ist, verständigen sich beide auf das Wort: „Meinst du eine Maus?“ Ein Kind könnte eine Abbildung anders benennen oder das Tier nicht kennen. Erst wenn klar ist, welches Wort untersucht wird, ist die Frage nach seinem Anfang sinnvoll.

Sagen Sie das Wort „Maus“ gemeinsam oder lassen Sie eine Person sprechen und die andere zuhören. Der Anfang /m/ lässt sich etwas verlängern, ohne ein neues Wort daraus zu machen: „mmm–aus“. Danach kann die zuhörende Person die Karte M danebenlegen oder darauf zeigen. Das Bild und die Karte bleiben sichtbar, damit beide den Bezug überprüfen können.

Die Person mit der Karte erklärt auf ihre Weise, warum sie M gewählt hat. Ein gesprochenes „Das fängt mit mmm an“ ist ebenso möglich wie eine vereinbarte Geste oder die Auswahl einer Lautkarte. Falls die Erklärung ausbleibt, wiederholen Sie gemeinsam das Wort und zeigen auf seinen geschriebenen Anfang. Erzwungene vollständige Sätze sind für die Zuordnung nicht erforderlich.

Eine unterstützende Rückmeldung nennt die Beziehung: „In Maus hören wir am Anfang mmm; das geschriebene Wort beginnt mit M.“ Vermeiden Sie ein pauschales Urteil über Begabung oder Aufmerksamkeit. Das Kind kann auch nur zuhören und später entscheiden, ob es selbst ein Bild auswählt.

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Rollenwechsel mit Mond

Nun kann die zweite Person das Mondbild wählen. Bevor die Karte angelegt wird, nennen beide das ganze Wort „Mond“ und achten auf den Anfang. Auch hier steht am Anfang /m/. Das Kind, das vorher die Karte gewählt hat, kann diesmal das Bild zeigen oder die Frage stellen: „Passt M zum Anfang von Mond?“

Die Wörter Maus und Mond unterscheiden sich in vielen Lauten und in ihrer Bedeutung. Für diese Runde vergleichen wir nur ihren Anfang. Beide beginnen im gewählten Beispiel mit /m/, obwohl eine Maus ein Tier und der Mond ein Himmelskörper ist. Die M-Karte beschreibt also nicht das Aussehen oder die Kategorie der Abbildung, sondern eine Beziehung zur gesprochenen und geschriebenen Wortform.

Falls eine Person sagt, das Bild zeige einen Halbmond, können Sie klären, welches Wort Sie untersuchen: „Mond“ oder „Halbmond“. Beim Wort Halbmond hört man am Anfang /h/, nicht /m/. Unterschiedliche Antworten können daher aus unterschiedlichen Bildbenennungen entstehen. Einigen Sie sich auf ein Wort, bevor Sie die Karte zuordnen.

Ein Rollenwechsel muss nicht nach einer festen Anzahl von Sekunden erfolgen. Warten Sie, bis die gewählte Handlung abgeschlossen ist, und fragen Sie, ob der Tausch jetzt passt. Ein Kind kann auch länger dieselbe Rolle behalten oder die Runde beenden. Entscheidungsfreiheit ist wichtiger als ein mechanisch durchgesetzter Wechsel.

Ein Gegenbeispiel: Ball beginnt anders

Zeigen Sie nun den Ball und vereinbaren Sie, dass das Bild mit dem Wort „Ball“ benannt wird. Sprechen Sie das Wort natürlich aus und hören Sie auf den Anfang. Er beginnt mit /b/, nicht mit /m/. Die M-Karte passt deshalb nicht zu diesem Anfangslaut. Das Wort Ball beginnt in seiner üblichen Schreibung mit B.

Das Gegenbeispiel sollte keine Falle sein. Sagen Sie offen, dass manche Bilder zur M-Karte passen und andere nicht. Beide Personen dürfen das Wort wiederholen oder sich den Anfang noch einmal vorsprechen lassen. Wenn das Kind zunächst M auswählt, vergleichen Sie „Maus“ und „Ball“ hörbar miteinander und lassen Sie Zeit für eine neue Entscheidung.

Nicht jedes Bild eines Balls wird automatisch „Ball“ genannt. Ein Kind könnte „Spielzeug“ sagen; dann gilt es, den Anfang von „Spielzeug“ zu betrachten oder sich für diese Runde auf das Wort Ball zu einigen. Die Entscheidung über das gemeinte Wort ist ein gemeinsamer Schritt, keine versteckte Voraussetzung, die das Kind erraten muss.

Für einen klaren Vergleich sind eine Maus und ein Ball ausreichend. Mehr Bildkarten, mehrere Buchstaben und zusätzliche Regeln können die Aufgabe unnötig vergrößern. Wenn das Kind lieber nur die Maus untersuchen möchte, ist auch eine einzelne Zuordnung ein vollständiger Anfang.

Buchstabenname, Laut und Silbe auseinanderhalten

Der Buchstabenname „Em“ enthält den Laut /m/, beginnt aber selbst mit einem Vokal. Wenn ein Kind bei Maus „Em“ sagt, kann es die Karte korrekt benennen, ohne bereits den Anfangslaut des Wortes isoliert zu haben. Fragen Sie getrennt: „Wie heißt diese Karte?“ und „Was hörst du am Anfang von Maus?“ Beide Fragen haben ihren Platz.

Das hörbare „mmm“ ist außerdem keine vollständige Silbe wie „ma“. Wenn das Kind den Wortanfang als „Mau“ oder das ganze Wort nennt, können Sie die Antwort aufnehmen und den ersten Laut gemeinsam hervorheben. Vermeiden Sie es, aus einem einzelnen Versuch auf ein allgemeines Verständnis von Sprache zu schließen.

Manche Kinder sprechen Laute anders aus, manche nutzen Gebärden oder technische Kommunikationshilfen, und manche hören gesprochene Sprache anders. Ein Kind muss den Laut nicht selbst in genau derselben Weise produzieren, um an einer Zuordnung teilzunehmen. Es kann zwischen vereinbarten Symbolen wählen, auf eine Karte zeigen oder eine vertraute Unterstützung nutzen.

Das Dehnen von /m/ kann eine akustische Hilfe sein, muss aber nicht für jedes Kind angenehm oder zugänglich sein. Nutzen Sie bei Bedarf die sichtbare Mundbewegung, eine vertraute Gebärde oder das geschriebene Anfangszeichen als zusätzliche Information. Sagen Sie dazu, welche Hilfe gerade verwendet wird; sie beantwortet nicht automatisch jede Frage über das Gehör.

Wenn ein Wort anders ausgesprochen wird

Sprechen Sie die Wörter so, wie sie in Ihrer Familie natürlich verwendet werden. Regionale Aussprache und mehrsprachige Erfahrungen können beeinflussen, welche Unterschiede ein Kind wahrnimmt. Hören Sie zuerst auf das tatsächlich gesagte Wort, statt eine als einzig richtig dargestellte Sprechweise zu verlangen. Maus und Mond wurden hier als klarer Einstieg gewählt.

Wird zu Hause neben Deutsch eine andere Sprache gesprochen, darf ein Kind passende Wörter aus beiden Sprachen einbringen. Klären Sie jeweils, welches Wort und welche Sprache Sie betrachten, bevor Sie den Anfang mit der Karte vergleichen. Ein Bild kann in verschiedenen Sprachen verschieden heißen; es besitzt keinen sprachunabhängigen Anfangslaut.

Die deutsche Rechtschreibung enthält auch Buchstabenverbindungen und Sonderzeichen, die eine eigene Betrachtung verdienen. Ä, Ö, Ü und ß sind eigenständige Bestandteile der Schrift und keine bloße Verzierung. Aus dem Beispiel mit M lässt sich ihre Aussprache oder Schreibung nicht vollständig ableiten. Wenn eine Frage dazu auftaucht, untersuchen Sie ein passendes Wort gesondert.

Nicht jedes Kind muss in dieser Runde eine Regel für alle Wörter finden. Das überprüfbare Ergebnis kann schlicht sein: „Bei den Wörtern Maus und Mond haben wir am Anfang mmm gehört; Ball beginnt anders.“ Diese Aussage bleibt an die gehörten Beispiele gebunden und lässt Platz für spätere Entdeckungen.

Die Rollen so gestalten, dass beide entscheiden

In der Bildrolle kann ein Kind auswählen, ob es Maus oder Mond zeigen möchte, das gemeinte Wort nennen und um eine Wiederholung bitten. In der Kartenrolle kann es die M-Karte auswählen, ablehnen oder erst nach einem Hinweis fragen. Diese Entscheidungen sind wichtiger als die Frage, wer die Karte physisch über den Tisch schiebt.

Ein Erwachsener kann vor dem Wechsel prüfen, ob beide die vereinbarte Aufgabe verstehen: „Du zeigst ein Bild; ich überlege, ob M zum Anfang passt. Danach kannst du entscheiden, ob wir tauschen.“ So bleibt erkennbar, wer gerade was tut. Eine zusätzliche Regel wie Zeitdruck oder eine Punktetabelle ist nicht nötig.

Wenn zwei Kinder gleichzeitig verschiedene Bilder zeigen, legen Sie sie nebeneinander und klären Sie, welches zuerst besprochen werden soll. Ein Kind darf auch sagen, dass es sein Bild nicht zur Verfügung stellen möchte. Konflikte über Reihenfolge oder Material lassen sich durch eine neue Absprache lösen, ohne die Lautfrage mit der Frage nach Gehorsam zu vermischen.

Nach dem Tausch kann die neue Bildperson überprüfen, ob sie richtig verstanden wurde. Zeigt sie den Mond, während die andere Person „Maus“ sagt, wird zunächst das gemeinte Wort geklärt. Erst danach vergleichen beide den Wortanfang. Ein solcher Austausch macht deutlich, dass beide Personen zur Verständigung beitragen.

Einen Hinweis gemeinsam verbessern

Ein Hinweis wie „Nimm das richtige Bild“ verrät nicht, worauf sich „richtig“ bezieht. Sagen Sie genauer: „Ich suche ein Bild, dessen Wort mit dem gleichen Laut wie Maus beginnt.“ Wenn das zu viel Information auf einmal ist, zeigen Sie zuerst Maus und sprechen das Wort; anschließend bieten Sie nur Mond und Ball zur Auswahl an.

Ein Kind kann einen eigenen Hinweis erfinden, etwa „Mein Wort fängt mit mmm an“. Die andere Person prüft, ob sie damit zwischen den verfügbaren Bildern entscheiden kann. Passen sowohl Maus als auch Mond, ist der Hinweis für eine eindeutige Auswahl nicht ausreichend, obwohl er für beide Wörter zutrifft. Ein zusätzlicher Hinweis auf den Mond als Himmelskörper kann die Auswahl eingrenzen.

Umgekehrt kann ein Hinweis auf die Bedeutung eindeutig sein, ohne etwas über den Anfangslaut zu verraten: „Ich suche das Tier“ führt bei Maus und Ball zur Maus. Das ist eine brauchbare Beschreibung, beantwortet aber eine andere Frage als „Welches Wort beginnt mit /m/?“. Beide Hinweisarten dürfen im Spiel vorkommen, solange ihr Zweck besprochen wird.

Wenn eine Person den Hinweis missversteht, kann sie nachfragen: „Meinst du den Laut am Anfang oder den Buchstaben, den ich sehe?“ Die erklärende Person formuliert neu oder zeigt ein Beispiel. Verständigung ist eine gemeinsame Aufgabe; Unklarheit muss nicht der zuhörenden Person angelastet werden.

Ein Laut im Wort ist nicht immer ein Anfangslaut

Sprechen Sie die Wörter „Maus“ und „Name“. In beiden kann ein /m/ vorkommen, aber nicht an derselben Stelle: Maus beginnt mit /m/, während Name mit /n/ beginnt. Wenn die Aufgabe nach dem Anfang fragt, passt die M-Karte zum ersten Beispiel, nicht zum Anfang von Name. Die schriftliche Form kann zusätzlich zeigen, dass der Buchstabe m im Wort Name später steht.

Ein Kind, das bei Name ein m bemerkt, hat also möglicherweise etwas Richtiges beobachtet und eine andere Frage beantwortet. Anerkennen Sie das: „Ja, im Wort Name gibt es ein m. Wir suchen gerade den Laut ganz am Anfang.“ Sprechen Sie das ganze Wort noch einmal und zeigen Sie, welche Stelle gemeinsam betrachtet wird.

Ein Laut kann in unterschiedlichen Positionen anders leicht wahrnehmbar sein. Sie müssen nicht alle Positionen zugleich untersuchen. Für die erste Partnerszene genügen Maus und Ball; der Vergleich mit Name eignet sich nur, wenn das Kind selbst weiterforschen möchte und die Benennungen vertraut sind.

Vermeiden Sie die Aussage, ein Wort enthalte „kein M“, wenn eigentlich nur sein Anfang nicht mit /m/ übereinstimmt. Auch bei Bildern ist es hilfreich, zuerst das gemeinte Wort zu benennen. So bleibt klar, ob über das sichtbare Schriftzeichen, den gehörten Laut oder seine Position im Wort gesprochen wird.

Von der Karte zum geschriebenen Wort

Schreiben Sie „Maus“ gut lesbar auf einen Streifen und legen Sie die einzelne M-Karte daneben. Eine Person kann auf das M am Anfang des Wortes zeigen, die andere auf die passende Einzelkarte. Das Kind muss die übrigen Buchstaben nicht lesen können, um die zwei sichtbaren Formen zu vergleichen.

Daneben kann „Mond“ stehen. Beide Schriftbilder beginnen mit M, obwohl die folgenden Buchstaben verschieden sind. Sprechen Sie jedes ganze Wort und verknüpfen Sie dann den Anfang der geschriebenen Form mit dem gehörten /m/. Die Zuordnung ist an diese konkreten Wörter gebunden und ersetzt keine umfassende Erklärung der deutschen Laut-Buchstaben-Beziehungen.

Schreiben Sie außerdem „Ball“ auf einen eigenen Streifen, wenn Sie ein Gegenbeispiel betrachten möchten. Der erste Buchstabe ist B; beim Sprechen beginnt das Wort mit /b/. Wenn das Kind die Buchstabenformen noch nicht unterscheidet, können Sie sie größer schreiben und auf eine erkennbare Form hinweisen, ohne eine Verwechslung als mangelnde Aufmerksamkeit zu deuten.

Es ist möglich, die Wörter allein anhand ihrer Bilder oder einer auswendig gelernten Gesamtform wiederzuerkennen. Das ist eine echte Beobachtung, aber noch kein Beleg dafür, dass jeder einzelne Buchstabe gelesen wird. Fragen Sie nur nach dem Teil, den Sie gerade gemeinsam untersuchen, und machen Sie daraus keine formale Lesediagnose.

Maus, Milch und Mütze: vertraute Wörter prüfen

Wenn beide weiter spielen möchten, können sie nach einem zweiten Gegenstand oder Bild suchen, dessen deutsches Wort am Anfang /m/ hat. „Milch“ oder „Mütze“ kommen infrage, sofern die Wörter für die Beteiligten vertraut sind. Eine Person schlägt das Wort vor, die andere hört zu und prüft es gemeinsam mit ihr.

Bei „Mütze“ ist das Ü Teil des geschriebenen Wortes und bezeichnet einen anderen Laut als das M am Anfang. Seine Punkte sind nicht bloß Schmuck. Für die aktuelle Frage genügt es, den Anfang /m/ zu betrachten; eine genauere Untersuchung von Ü kann später an eigenen Beispielen stattfinden, wenn das Kind danach fragt.

Bei zusammengesetzten Wörtern zählt für die Frage nach dem Wortanfang das tatsächlich gewählte ganze Wort. „Milch“ beginnt mit /m/; „Kakao“ nicht, auch wenn Kakao mit Milch zubereitet werden kann. Die Bedeutung oder Zutat eines Getränks bestimmt den Anfangslaut seines Namens nicht. Lassen Sie das Kind das Wort nennen, das es wirklich meint.

Statt Gegenstände im Haushalt zu sammeln, können beide auch Wörter erzählen oder zeichnen. Wenn ein Vorschlag unklar ist, wiederholen Sie ihn und besprechen Sie, was beide am Anfang wahrnehmen. Ein Erwachsener muss nicht jede spontane Idee sofort in eine richtige oder falsche Kategorie einordnen; bei Unsicherheit darf man gemeinsam nachsehen oder ein anderes Beispiel wählen.

Sichtbare und hörbare Hinweise zugänglich machen

Große kontrastreiche Karten, ruhiger Hintergrund und ausreichend Licht können helfen, das M zu erkennen. Legen Sie die Bilder so aus, dass das Kind sie ohne Verrenkung erreichen oder ansehen kann. Eine Karte mit zusätzlicher Taststruktur kann die Form erfahrbar machen; besprechen Sie, ob das Kind sie anfassen möchte.

Manche Menschen profitieren davon, das Gesicht der sprechenden Person zu sehen. Gleichzeitig sind nicht alle Lautunterschiede allein von den Lippen sicher ablesbar. Eine Mundbewegung kann daher ein Hinweis neben anderen sein, aber kein Ersatz für die Klärung, welche Information das Kind tatsächlich nutzt. Vertraute Gebärden, Schrift oder technische Hilfen können ergänzen.

Bei Hörgeräten, Implantaten oder anderen individuellen Hilfsmitteln richtet sich die Situation nach den Gewohnheiten und Bedürfnissen der beteiligten Person. Fragen Sie, ob eine ruhigere Umgebung oder eine andere Position hilfreich ist. Vermeiden Sie den Schluss, ein Kind habe etwas nicht verstanden, nur weil es anders reagiert als erwartet.

Wer nicht mit Lautsprache antwortet, kann ein Bild auswählen, auf M zeigen oder über ein Kommunikationsgerät eine vorbereitete Aussage machen. Planen Sie genügend Zeit für die Eingabe ein und bestätigen Sie die beabsichtigte Auswahl. Ein Erwachsener, der eine Karte auf Anweisung bewegt, sollte die Entscheidung nicht eigenmächtig ersetzen.

Was eine Beobachtung aussagt und was nicht

Ein Kind legt M zum Mausbild, nachdem ein Erwachsener das Wort deutlich vorgemacht hat. Das zeigt, was in dieser konkreten Situation mit dieser Unterstützung geschah. Es beweist für sich genommen weder, dass das Kind alle M-Wörter ohne Hilfe erkennt, noch, dass es den ganzen Satz lesen kann.

Wenn eine Zuordnung nicht gelingt, prüfen Sie mögliche Ursachen: War das Bild eindeutig? War das untersuchte Wort bekannt? Konnte das Kind die Karte erkennen und hatte es genug Zeit zu antworten? Vielleicht beantwortete es eine Frage nach der Bedeutung statt nach dem Anfang. Eine Änderung an der Darstellung kann aufschlussreicher sein als dieselbe Frage mehrfach lauter zu wiederholen.

Ein kurzer optionaler Vermerk könnte lauten: „Bei Maus zeigte das Kind nach gemeinsamem Vorsprechen auf M; bei Ball verglichen wir den Anfang noch einmal.“ Er beschreibt Aufgabe und Hilfe. Eine allgemeine Bezeichnung wie „kann keine Laute“ lässt dagegen offen, welche Wörter, Hinweise und Antwortmöglichkeiten vorlagen.

Die Beobachtung dient einer nächsten passenden Einladung, nicht einer Diagnose oder Vorhersage des späteren Schulerfolgs. Wenn Eltern Fragen zur individuellen Hör- oder Sprachentwicklung haben, können sie diese mit geeigneten Fachpersonen besprechen. Aus dieser Spielszene allein lässt sich ein solcher Bedarf nicht zuverlässig feststellen.

Die Runde gemeinsam abschließen

Zum Schluss können die Beteiligten zeigen, welches Bild sie gern untersucht haben. Eine mögliche Zusammenfassung lautet: „Bei Maus und Mond haben wir mmm am Anfang gehört; Ball begann anders.“ Wer nicht sprechen möchte, kann die Bilder neben die Karte legen oder einfach beim Betrachten bleiben.

Fragen Sie, ob die Karten weggeräumt oder für ein freies Spiel liegen bleiben sollen. Eine weitere Aufgabe ist keine Voraussetzung für das Ende. Vielleicht möchte ein Kind die Maus in eine Geschichte aufnehmen; dann darf sich das gemeinsame Spiel vom Lautthema entfernen.

Wenn die Gruppe später weiterforschen möchte, kann sie ein neues bekanntes Wort auswählen und zunächst das ganze Wort besprechen. Danach prüfen beide, ob der gewählte Anfang zur M-Karte passt. Ein Wiedersehen mit denselben Bildern ist ebenso sinnvoll wie ein Wechsel des Materials; mehr Karten sind kein Maß für den Erfolg.

Die erwachsene Person kann sich merken, welche Rolle und welche Hinweise dem Kind gefallen haben. Auch eine Pause oder die Entscheidung, heute nicht zu spielen, liefert eine praktische Information für die Gestaltung des Alltags. Die Entscheidung über eine neue Runde bleibt bei den Beteiligten.

WAS DU VIELLEICHT WISSEN MÖCHTEST

Hilfreiche Antworten

Ist Em derselbe Laut wie am Anfang von Maus?

Em ist der Name des Buchstabens M. Am Anfang des gesprochenen Wortes Maus steht der Laut /m/, vereinfacht als „mmm“ hörbar gemacht.

Muss das Kind den Laut selbst deutlich sprechen?

Nein. Es kann zuhören, zeigen, ein Symbol wählen oder eine vertraute Kommunikationshilfe nutzen. Die passende Unterstützung hängt vom Kind ab.

Müssen beide Personen die Rollen wechseln?

Ein Wechsel ist ein Angebot. Beide können mitentscheiden, bei einer Rolle bleiben oder die Runde beenden.

Mach aus einer kleinen Idee ein Abenteuer.

Probiert gemeinsam eine kurze Aktivität aus und nehmt die Entdeckung mit in euren Alltag.

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