Auf einem Papierstreifen steht „Mila liest.“ Zwei Personen betrachten die Nachricht gemeinsam: Ein Wort nennt Mila, das andere beschreibt, was sie tut. Zwischen den Wörtern ist ein sichtbarer Abstand; der Punkt gehört am Ende zum Satz. Mit einer Kopie und zwei Wortkarten können die Beteiligten ausprobieren, wie sich dieselbe Nachricht wieder zusammensetzen lässt. Das Kind kann zeigen, sprechen, eine Karte wählen oder einen Partner anleiten.

Eine Nachricht wählen und gemeinsam lesen

Schreiben Sie „Mila liest.“ in gut lesbarer Druckschrift auf einen Streifen. Lassen Sie zwischen den beiden Wörtern einen sichtbaren Abstand und setzen Sie den Punkt unmittelbar nach „liest“. Ein zweiter Streifen mit demselben Satz dient später als Vorlage. Der Name Mila ist ein Beispiel; ein Kind kann einen anderen Namen wählen, der für die Beteiligten angenehm und verständlich ist.

Lesen Sie die Nachricht zunächst als ganzen Satz vor oder geben Sie sie in der vertrauten Kommunikationsform des Kindes wieder. Besprechen Sie, was gemeint ist: Eine Person namens Mila liest. Der Inhalt muss nicht wahr sein; die Beteiligten können eine Figur erfinden. Wer den Satz noch nicht selbst lesen möchte oder kann, darf ihn hören, zeigen lassen oder eine zugängliche Ausgabe nutzen.

Zeigen Sie anschließend nacheinander auf „Mila“ und „liest“ und weisen Sie auf den freien Raum dazwischen hin. In diesem gedruckten Beispielsatz sind zwei Wörter durch einen Wortzwischenraum getrennt. Die Buchstaben innerhalb eines Wortes stehen ebenfalls mit Abständen nebeneinander; diese sind bei normaler Gestaltung meist kleiner als der Abstand zwischen den Wörtern. Die konkrete Schrift und Darstellung können den Unterschied beeinflussen.

Der Punkt beendet in diesem Beispiel die Aussage. Er ist ein Satzzeichen und kein drittes Wort. Für die spätere Wortkarte bleibt er an „liest.“ stehen, damit die Nachricht beim Zusammensetzen ihren Punkt behält. Andere Satzzeichen und Schreibweisen müssen nicht gleichzeitig eingeführt werden. Fragen Sie das Kind, was es an dem Streifen bemerkt, ohne ein bestimmtes Fachwort als Antwort zu verlangen.

Prüfen Sie, ob die Darstellung für beide Personen zugänglich ist. Eine größere Schrift, mehr Platz um den Streifen oder eine kontrastreiche Ausgabe kann helfen. Wer nicht mit dem Finger zeigen kann, kann einen Partner anweisen oder eine digitale Anzeige verwenden. Körperliche Unterstützung erfolgt nach Absprache. Eine Person, die den Streifen nicht selbst hält, kann trotzdem über die Anordnung entscheiden.

Aus einer Kopie zwei Wortkarten machen

Legen Sie die Vorlage mit „Mila liest.“ gut sichtbar zur Seite und verwenden Sie die zweite Kopie für Karten. Ein Erwachsener kann im freien Raum zwischen den Wörtern schneiden, wenn dies für die Beteiligten passend ist. So entstehen zwei Streifen mit „Mila“ und „liest.“ Die Vorlage bleibt unverändert und kann beim Vergleichen helfen. Alternativ schreiben Sie jedes Wort von Anfang an auf eine eigene Karte.

Legen Sie die Karten mit etwas Abstand in derselben Reihenfolge wie auf der Vorlage: links „Mila“, rechts „liest.“. Die Kinder oder Erwachsenen können den Satz gemeinsam vorlesen beziehungsweise auf vertraute Weise wiedergeben. Ein Kind darf die Karten selbst verschieben, auf eine Position zeigen oder den Partner bitten, sie dorthin zu legen. Geben Sie Zeit, das Ergebnis anzusehen und zu bestätigen oder zu ändern.

Fragen Sie: „Was sollen wir tun, damit unsere Karten dieselbe Nachricht zeigen wie der Streifen?“ Die sichtbare Vorlage beantwortet sowohl die Frage nach der Reihenfolge als auch die nach dem Abstand. Ein Kind muss die Anordnung nicht auswendig erinnern. Zeigt es zuerst auf den Punkt oder einen Buchstaben, hören Sie zu: Vielleicht hat es ein Detail bemerkt, das für die spätere Prüfung hilfreich ist.

Liegen die Karten direkt aneinander, entsteht auf der Kartenoberfläche unter Umständen der Eindruck „Milaliest.“. Zeigen Sie den Unterschied zur Vorlage und fragen Sie, ob ein freier Raum zwischen den Karten gewünscht ist. Eine Karte anzuheben oder einen kleinen Papierstreifen als Abstandshalter zu verwenden, kann den Raum sichtbar machen. Der Abstandshalter ist kein zusätzliches Wort und muss keine festgelegte Breite haben.

Vertauschen die Beteiligten die Karten, liegt „liest. Mila“ vor. Lesen oder beschreiben Sie, was tatsächlich auf den Karten steht, einschließlich des Punktes nach dem ersten Teil. Diese Anordnung entspricht nicht mehr genau der Vorlage. Das Kind kann die Reihenfolge ändern oder eine neue Nachricht erfinden; für den Vergleich mit dem ursprünglichen Satz muss die Veränderung benannt werden.

Zwei Rollen vereinbaren, ohne die Entscheidung abzunehmen

In einer Runde kann eine Person die Positionen auswählen und die andere die Karten nach Anweisung legen. Der ausführende Partner fragt bei Bedarf nach: „Soll die Karte mit Mila hier links liegen?“ Das Kind erhält Gelegenheit, zu bestätigen oder zu korrigieren. So kann es die Anordnung steuern, auch wenn ein Erwachsener die Papierstreifen bewegt.

In einer anderen Runde können beide Personen zunächst auf je eine Karte zeigen und dann gemeinsam entscheiden, welche zuerst kommt. Wenn beide dieselbe Karte verschieben möchten, besprechen sie eine passende Lösung: abwechseln, eine zweite Kopie nutzen oder eine Person dirigieren lassen. Ein Rollenwechsel ist möglich, aber nicht vorgeschrieben. Die Beteiligung soll verständlich und freiwillig sein.

Eine klare Anweisung kann sich auf den Inhalt beziehen: „Lege Mila vor liest.“ Für Menschen, die sich gegenübersitzen, können „links“ und „rechts“ unterschiedliche Richtungen bezeichnen. Vereinbaren Sie die Blickrichtung oder drehen Sie die Vorlage gemeinsam, bevor Sie räumliche Begriffe verwenden. Zeigen, Vorlesen oder eine taktile Markierung können eine mündliche Beschreibung ergänzen.

Wenn das Kind um Hilfe bittet, bieten Sie eine passende Unterstützung an: die Vorlage näher heranlegen, ein Wort vorlesen oder die Karte stabilisieren. Fragen Sie, bevor Sie die Hand des Kindes führen oder seine Auswahl verändern. Nach der Hilfe kann das Kind entscheiden, ob die Anordnung seiner Absicht entspricht. Hilfe ist Teil der gemeinsamen Arbeit und kein Grund, den Beitrag des Kindes geringer zu bewerten.

Ein Erwachsener kann sich ebenfalls irren und den Punkt abdecken oder die Vorlage falsch herum halten. Er kann den Fehler benennen und mit dem Kind prüfen, was auf dem ursprünglichen Streifen steht. Dazu muss er keine Fehler absichtlich inszenieren. Gemeinsames Überprüfen bedeutet, dass beide Beteiligten Fragen stellen und eine Anordnung verändern dürfen.

Die Vorlage als Hilfe beim Prüfen nutzen

Legen Sie Vorlage und Wortkarten so hin, dass beide Personen sie in derselben Leserichtung betrachten können. Vergleichen Sie zunächst das erste Wort, dann den Zwischenraum und schließlich das zweite Wort mit dem Punkt. Ein Kind kann bei jedem Schritt zeigen, ob es eine Übereinstimmung sieht. Wenn der visuelle Vergleich anstrengend ist, kann der Partner die Teile vorlesen oder auf andere vereinbarte Weise beschreiben.

Bei „Mila liest.“ steht der Abstand nach dem letzten Buchstaben von „Mila“ und vor dem ersten Buchstaben von „liest“. Innerhalb von „Mila“ stehen vier Buchstaben; sie bilden in diesem Beispiel ein Wort. Es ist nicht nötig, jeden Buchstaben einzeln auszuschneiden, um die Wortgrenze zu erkennen. Die Wortkarte bewahrt gerade den Zusammenhang der Buchstaben innerhalb des Wortes.

Wenn ein Kind nur den Buchstaben M als erstes Wort bezeichnet, fragen Sie, welchen Teil es meint, und betrachten Sie gemeinsam die ganze Karte. M ist der erste Buchstabe des Namens auf der Vorlage; „Mila“ ist das ganze erste Wort. Ein Kind kann den Buchstaben richtig erkannt haben und dennoch eine andere Frage beantworten als die nach dem Wort. Diese beiden Beobachtungen lassen sich getrennt besprechen.

Ist der Abstand sehr breit, können die Karten trotzdem dieselben zwei Wörter zeigen. Für eine gut lesbare Nachricht sollte der Zwischenraum erkennbar sein, ohne dass die Wörter unnötig weit auseinanderliegen. Eine bestimmte Fingerbreite ist keine allgemeine Regel: Handgröße, Schrift und verfügbare Fläche unterscheiden sich. Verwenden Sie einen Abstandshalter nur, wenn er den Beteiligten bei dieser Darstellung hilft.

Der Punkt ist auf der zweiten Karte direkt nach „liest“ zu sehen. Wenn das Kind ihn für ein eigenes Wort hält, können Sie den Satz einmal vorlesen und erklären, dass der Punkt hier das Ende markiert. Es besteht kein Grund, alle Satzzeichen in dieser Runde zu behandeln. Ein anderes Satzzeichen würde eine andere Vorlage erfordern; die Karten sollten jeweils zu der gewählten Nachricht passen.

Eine Vorlage kann auch Fehler enthalten. Wenn beim Abschreiben versehentlich ein Buchstabe fehlt, vergleichen Sie sie mit der beabsichtigten Nachricht und erstellen Sie bei Bedarf eine korrigierte Kopie. Zeigen sich Abweichungen zwischen Vorlage und Karten, muss nicht automatisch das Kind etwas falsch gemacht haben. Vielleicht hat der Erwachsene zwei verschiedene Versionen vorbereitet oder eine Karte falsch beschriftet.

Wer die Anordnung aus Erinnerung probieren möchte, kann die Vorlage kurz umdrehen und anschließend wieder ansehen. Fragen Sie vorher, ob das Kind diese Variante überhaupt spielen möchte. Wieder hinzusehen ist erlaubt und kein Scheitern. Die verdeckte Vorlage macht die Aufgabe zu einer zusätzlichen Gedächtnisaufgabe; sie ist nicht notwendig, um über Wortabstände zu sprechen.

Nach dem Vergleich kann das Kind die Karten ändern, bis sie seinem Ziel entsprechen, oder die Arbeit beenden. Der Partner liest das Ergebnis vor und fragt: „Ist das die Nachricht, die du legen wolltest?“ Eine andere erfundene Nachricht darf anders aussehen. Wenn die Aufgabe ausdrücklich lautet, die Vorlage nachzulegen, prüfen beide gemeinsam Reihenfolge, Wörter und Satzzeichen anhand dieser Vorlage.

Vom Zwei-Wort-Satz zu einer weiteren Nachricht

Wenn Interesse besteht, wählen Sie einen zweiten kurzen Satz: „Der Hund schläft.“ In diesem Beispiel gibt es drei Wörter: „Der“, „Hund“ und „schläft“. Zwischen dem ersten und zweiten sowie zwischen dem zweiten und dritten Wort steht jeweils ein Zwischenraum. Der Punkt nach „schläft“ ist wiederum ein Satzzeichen. Eine Kopie mit drei Karten ermöglicht denselben Vergleich wie beim ersten Satz.

Die Zahl der sichtbaren Wortzwischenräume in diesen einfachen Beispielen ist um eins kleiner als die Zahl der Wörter: zwei Wörter haben einen Zwischenraum, drei Wörter zwei. Das gilt hier für die Abstände zwischen benachbarten Wörtern innerhalb des jeweiligen Satzes. Zusätzlicher Rand vor dem Satz oder nach dem Punkt ist kein weiterer Wortzwischenraum zwischen zwei Wörtern. Man muss diese Beziehung nicht auswendig lernen, um die Karten zu legen.

Lesen Sie „Der Hund schläft.“ als zusammenhängende Nachricht und zeigen Sie dann die drei Wortkarten. Ein Kind kann zunächst nur die Karte „Hund“ auswählen oder die Position der letzten Karte bestimmen. Wenn drei Karten zu viel sind, kehren Sie zum Zwei-Wort-Satz zurück oder lassen Sie eine Karte bereits an ihrem Platz. Die Unterstützung soll die konkrete Entscheidung erleichtern.

Ein Kind könnte die Karte „Der“ überspringen und „Hund schläft.“ legen. Auch das ist eine lesbare Wortfolge, aber sie entspricht nicht vollständig der Vorlage „Der Hund schläft.“. Legen Sie beide Versionen nebeneinander und fragen Sie, was unterschiedlich ist. Die Aufgabe besteht darin, die gewählte Vorlage nachzubilden; sie verlangt nicht, die neue Wortfolge als unsinnig zu bezeichnen.

Achten Sie bei einem anderen Namen oder Satz darauf, welche Schreibweise die Person selbst verwendet. Ein zusammengesetzter Name kann aus mehr als einem geschriebenen Teil bestehen; ein Bindestrich oder ein Leerzeichen ist Bestandteil seiner vereinbarten Schreibweise. Fragen Sie nach der gewünschten Form, statt sie für das Spiel zu vereinfachen. Für das erste Beispiel bleibt „Mila“ bewusst ein einzelnes geschriebenes Wort.

Bei deutschen zusammengesetzten Wörtern wie „Spielplatz“ stehen zwei inhaltlich erkennbare Bestandteile in einem geschriebenen Wort ohne Wortzwischenraum. Das lässt sich an einem passenden Beispiel entdecken, wenn ein Kind danach fragt. Es zeigt, warum Bedeutungsteile und die sichtbare Einteilung durch Leerzeichen nicht immer dasselbe sind. Daraus muss keine umfassende Rechtschreibregel für alle Zusammensetzungen entstehen.

Zeilenumbrüche und digitale Umbrüche können Wörter auf verschiedene Zeilen verteilen. Eine Karte mit einem ganzen Wort bewahrt das Wort, auch wenn die nächste Karte darunterliegt. Für den Einstieg ist eine Zeile oft leichter zu überblicken. Wenn die verfügbare Fläche das nicht erlaubt, lesen Sie den Satz gemeinsam weiter und klären Sie, welche Karte als Nächstes kommt.

Die gesprochene Sprache und die sichtbaren Zwischenräume erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Beim natürlichen Sprechen hört man nicht zwingend an jeder geschriebenen Wortgrenze eine deutliche Pause. Daher muss das Kind beim Vorlesen keine künstlich langen Pausen machen. Die Karten zeigen die schriftliche Anordnung; der Satz darf trotzdem flüssig und sinnvoll klingen.

Die Karten für unterschiedliche Zugänge gestalten

Verwenden Sie eine Schriftgröße und einen Kontrast, die für das Kind und seinen Partner passen. Testen Sie die Darstellung gemeinsam, statt aus einer Standardvorlage auf ihre Lesbarkeit zu schließen. Karten mit genügend freiem Rand können leichter voneinander unterschieden werden. Wenn die Karten verrutschen, kann eine rutschfeste Unterlage helfen, ohne dass sie dauerhaft festgeklebt werden müssen.

Für ein Kind, das tastbare Schrift oder ein anderes Schriftsystem nutzt, wählen Sie Materialien gemeinsam mit der Person und gegebenenfalls vertrauten Fachkräften. Wortgrenzen können in der jeweils verwendeten Schrift anders zugänglich gemacht werden als durch farbige Papierstreifen. Lassen Sie Zeit, die Vorlage zu erkunden und die Karten oder Zeichen wiederzufinden. Eine selbst gebastelte Oberfläche ist nicht automatisch für alle lesbar.

Eine digitale Vorlage kann die beiden Wörter mit einem Leerzeichen darstellen; ein unterstützender Partner kann die Karte oder den Text nach Anweisung bewegen. Beachten Sie, dass Darstellung, Vergrößerung und Zeilenumbruch je nach Gerät variieren. Vor dem Vergleich prüfen die Beteiligten, ob der sichtbare Abstand und der Punkt zu erkennen sind. Eine digitale Version ist eine Möglichkeit und keine Voraussetzung.

Ein Kommunikationsgerät kann Nachrichten wie „erste Karte“, „zweite Karte“, „Abstand“, „noch einmal“, „anders“ und „fertig“ bereitstellen, sofern sie zum vertrauten System des Kindes passen. Beschränken Sie die Auswahl nicht auf die erwartete Antwort. Fragen, Widerspruch und der Wunsch aufzuhören sind ebenfalls Teil der Zusammenarbeit. Geben Sie ausreichend Zeit für Auswahl und Bestätigung.

Manche Kinder können die Vorlage besser erfassen, wenn der Partner sie vorliest und gleichzeitig die Wörter einzeln zeigt. Andere bevorzugen, zuerst allein zu schauen oder eine hörbare Beschreibung ohne gleichzeitige Bewegung zu erhalten. Fragen Sie nach der bevorzugten Reihenfolge und passen Sie sie an. Mehr gleichzeitige Hinweise sind nicht für jede Person hilfreicher.

Wenn Deutsch nicht die einzige Familiensprache ist, kann der Satzinhalt zunächst in einer vertrauten Sprache besprochen werden. Die Karten zeigen weiterhin die vereinbarte deutsche Schreibweise „Mila liest.“; eine Übersetzung ist eine eigene Nachricht mit eigener Wortzahl und eigenen Abständen. Unterschiede zwischen Sprachen müssen nicht als Fehler erscheinen. Entscheidend ist, dass beide wissen, welche Vorlage gerade geprüft wird.

Verwenden Sie keine Belohnung oder Drohung, um ein Kind zum Lesen, Sprechen oder Berühren der Karten zu bewegen. Ein anderes Ausdrucksmittel kann denselben Wunsch nach einer bestimmten Anordnung vermitteln. Wenn das Kind nicht teilnehmen möchte oder Anzeichen von Überforderung zeigt, legen Sie die Materialien beiseite. Der Satz bleibt für eine spätere Gelegenheit verfügbar, falls alle das möchten.

Bei anhaltenden Fragen zum Zugang zu Schrift oder Kommunikation kann die Familie die vertrauten Lehr- oder Fachpersonen einbeziehen. Diese einzelne Szene ist weder ein standardisierter Test noch eine Diagnose. Eine hilfreiche Beschreibung nennt die Aufgabe, die benutzte Darstellung und die Unterstützung, ohne aus einem Moment weitreichende Schlüsse zu ziehen.

Eine eigene Nachricht für eine andere Person legen

Möchte das Kind eine Nachricht erfinden, fragen Sie zunächst, an wen sie gerichtet sein soll und was sie sagen möchte. Ein Beispiel ist „Oma malt.“; der gewählte Satz kann aber ganz anders lauten. Schreiben Sie die Wörter nach Absprache auf Karten und lesen Sie sie zurück. Wenn der Satz nicht die Absicht des Kindes trifft, ändern Sie ihn gemeinsam vor dem Legen.

Bei „Oma malt.“ stehen zwei Wörter und ein Zwischenraum zwischen ihnen. Der Punkt folgt auf das zweite Wort. Das Kind kann die Karte „Oma“ auswählen und einen Partner bitten, „malt.“ mit Abstand daneben zu legen. Danach vergleichen beide das Ergebnis mit dem vorbereiteten Satz. Der Satz ist eine erfundene Aussage; niemand muss tatsächlich eine malende Großmutter haben.

Eine andere Person kann als Leserin eingeladen werden, wenn das Kind dies möchte. Sie liest die Nachricht vor oder beschreibt, wie sie sie versteht. Versteht sie etwas anderes als beabsichtigt, prüfen die Beteiligten Wortkarten, Reihenfolge und Satzzeichen. Manchmal liegt der Unterschied am Inhalt statt am Abstand; dann kann der Autor entscheiden, ob er eine zusätzliche Erklärung geben will.

Wenn das Kind eine Karte wegnimmt, verändert sich die gelegte Nachricht. Aus „Oma malt.“ bleibt mit der Karte „Oma“ allein zunächst nur der Name. Der Partner sollte nicht automatisch ergänzen, was die Person angeblich tut. Er kann fragen, ob die zweite Karte wieder dazukommen oder eine neue Nachricht entstehen soll. Die tatsächliche Anordnung ist die Grundlage der gemeinsamen Überprüfung.

Ein Kind kann „Oma“ durch „Mila“ ersetzen und „Mila malt.“ legen. Das erste Wort ändert sich, das zweite und der Zwischenraum bleiben in dieser Darstellung erhalten. Lesen Sie die neue Nachricht und fragen Sie, ob sie dem gewünschten Inhalt entspricht. Die Übung kann hier enden; weitere Kombinationen sind nur dann sinnvoll, wenn sie für die Beteiligten interessant bleiben.

Für einen handgeschriebenen Satz kann ein Partner die Wörter nach Diktat des Kindes auf einem Blatt notieren. Danach kann das Kind den Zwischenraum zeigen oder bitten, eine unklare Stelle neu zu schreiben. Ein Papierstreifen als Abstandshilfe ist optional. Die Partner achten darauf, dass Buchstaben innerhalb eines Wortes nicht versehentlich so weit getrennt werden, dass eine zusätzliche Wortgrenze vermutet wird.

Wenn eine digitale Tastatur genutzt wird, kann eine Leertaste den Zwischenraum zwischen den beiden geschriebenen Wörtern erzeugen. Die Bedienung hängt vom Gerät und den individuellen Eingabehilfen ab. Ein Partner kann nach Anweisung tippen und die fertige Zeile vorlesen. Fragen Sie nach, ob das Ergebnis stimmt, statt aus der Zahl der Tastenanschläge auf das Verständnis des Kindes zu schließen.

Eine Nachricht mit mehreren Leerzeichen hintereinander kann auf einem Bildschirm anders aussehen als auf einer Papierkarte. Für das Grundbeispiel genügt es, einen erkennbaren Wortabstand zu setzen und die Darstellung zu betrachten. Technische Details der Textverarbeitung oder Formatierung müssen nicht in derselben Runde erklärt werden. Wenn die Anzeige verwirrt, bietet die Papierkopie eine mögliche Vergleichshilfe.

Falls das Kind Wörter auf verschiedenen Karten zeichnerisch verzieren möchte, bleiben deren Buchstaben und ihre Reihenfolge trotzdem überprüfbar. Eine Zeichnung neben „Mila“ kann die Figur darstellen, ist aber kein weiteres geschriebenes Wort. Wenn Symbole anstelle von Wörtern verwendet werden, erklären die Beteiligten ihre Bedeutung und erkennen an, dass dies eine andere Form der Nachricht ist.

Zum Abschluss darf das Kind entscheiden, ob die Karten aufbewahrt, mitgenommen oder entsorgt werden. Soll eine Nachricht aufgehängt oder fotografiert werden, fragen Sie nach seiner Zustimmung und achten Sie auf persönliche Angaben. Ein gewählter Fantasiename genügt für die Übung. Eine öffentliche Präsentation ist keine Bedingung dafür, dass der Satz gemeinsam gelegt wurde.

Wenn der Partner später eine kurze Notiz benötigt, kann sie die Situation beschreiben: „Mit sichtbarer Vorlage zeigte das Kind auf den Zwischenraum; ich bewegte die Karten nach seiner Anweisung.“ Diese Aussage nennt Handlung und Unterstützung. Sie sagt nicht voraus, ob das Kind jeden anderen Satz selbstständig schreiben oder lesen kann. Die Notiz ist optional.

Ein gemeinsamer Schluss kann schlicht darin bestehen, den gelegten Satz noch einmal vorzulesen und das Material wegzuräumen. Vielleicht möchten die Beteiligten später eine neue Nachricht aus zwei oder drei Karten wählen; vielleicht nicht. Wortabstände lassen sich bei vielen echten Schreibanlässen entdecken, aber nicht jede Buchseite und jede Unterhaltung muss zur Übung werden.

WAS DU VIELLEICHT WISSEN MÖCHTEST

Hilfreiche Antworten

Wie viele Wörter stehen in „Mila liest.“?

Zwei: „Mila“ und „liest“. Der Punkt ist in diesem Beispiel ein Satzzeichen am Ende, kein drittes Wort.

Muss das Kind die Karten selbst schneiden und legen?

Nein. Es kann eine Auswahl treffen, zeigen oder einen Partner anleiten; Schneiden und Bewegen können nach Absprache übernommen werden.

Muss der Satz auswendig zusammengesetzt werden?

Nein. Die Vorlage darf sichtbar bleiben und jederzeit zum Vergleichen genutzt werden.

Mach aus einer kleinen Idee ein Abenteuer.

Probiert gemeinsam eine kurze Aktivität aus und nehmt die Entdeckung mit in euren Alltag.

Buchstaben und Wörter