In „Mama liest“ stehen zwei geschriebene Wörter. Der Zwischenraum zeigt, wo das erste endet und das zweite beginnt. In „Der Hund schläft.“ sind es drei Wörter und zwei Zwischenräume zwischen ihnen; der Punkt beendet den Satz. Mit großen Wortkarten kann ein Kind die Wörter zeigen, umlegen oder eine andere Person anleiten. Es muss den Satz dafür weder selbst schreiben noch jedes Wort schon lesen können.
Zwei Sätze vorbereiten
Schreiben oder drucken Sie „Mama liest“ und „Der Hund schläft.“ auf zwei große Papierstreifen. Lassen Sie zwischen den Wörtern jeweils einen gut sichtbaren Abstand. Für eine bewegliche Version können Sie zusätzlich einzelne Karten vorbereiten: „Mama“ und „liest“ sowie „Der“, „Hund“ und „schläft.“. Die Satzzeichen bleiben zunächst bei dem Wort, zu dem sie auf der Karte gedruckt sind.
Legen Sie die Streifen auf eine stabile, übersichtliche Fläche. Kleine Papierstücke sind für manche Kinder nicht geeignet; verwenden Sie bei Bedarf große Karten oder eine einzelne Vorlage, auf die gezeigt wird. Eine helfende Person kann Karten auf Anweisung des Kindes bewegen. Das Kind entscheidet mit, welchen Satz es betrachten und wie es seine Antwort ausdrücken möchte.
Lesen Sie den ausgewählten Satz einmal vor und zeigen Sie dabei die Richtung der deutschen Schrift auf diesem Papier: von links nach rechts. Das Vorlesen ist eine Unterstützung, keine Prüfung, ob das Kind jeden Buchstaben bereits kennt. Fragen Sie zunächst, was es bemerkt, und lassen Sie Zeit für eine Antwort durch Worte, Blick, Geste oder ein vertrautes Kommunikationsmittel.
„Mama liest“: zwei Wörter und ein Zwischenraum
Zeigen Sie zuerst das gedruckte Wort „Mama“, dann „liest“. Dazwischen liegt ein Leerzeichen. Es gehört nicht als sichtbarer Buchstabe zu einem der beiden Wörter, sondern trennt sie in dieser Schreibweise. Eine Person kann beim Zeigen für jedes ganze Wort eine Bewegung machen: einmal für „Mama“, einmal für „liest“. Das ergibt zwei Wörter, nicht die Anzahl der einzelnen Buchstaben.
Vergleichen Sie die gedruckte Vorlage mit zwei Karten. Legen Sie die Karte „Mama“ links und „liest“ rechts, mit einem sichtbaren Abstand. Eine helfende Person kann die Karten nach Anweisung des Kindes bewegen. Anschließend lässt sich prüfen, ob die Karten dieselbe Reihenfolge wie der Papierstreifen zeigen. Der Satz kann gemeinsam gelesen werden, muss aber nicht auswendig wiederholt werden.
Wenn das Kind auf jeden Buchstaben einzeln zeigt, kann es gerade Buchstaben statt Wörter zählen. Fragen Sie, was es zeigt, bevor Sie die Antwort bewerten. Sie können gemeinsam eine Karte als ganzes Wort umfassen oder darunter einen Streifen legen. So wird sichtbar, dass mehrere Buchstaben zusammen ein Wort bilden können.
„Der Hund schläft.“: drei Wörter und ein Punkt
Im zweiten Beispiel stehen „Der“, „Hund“ und „schläft.“ in dieser Reihenfolge. Es sind drei Wörter. Zwischen „Der“ und „Hund“ sowie zwischen „Hund“ und „schläft“ steht jeweils ein Leerzeichen. Der Punkt steht direkt nach dem letzten Wort und markiert hier das Satzende; er ist kein viertes Wort.
Legen Sie drei Wortkarten in derselben Reihenfolge wie auf der Vorlage. Der Punkt kann auf der Karte „schläft.“ bleiben, damit die Satzschlusszeichen sichtbar mitgedacht werden. Fragen Sie: „Welche Karte kommt nach Hund?“ oder „Zeigst du den Abstand zwischen den ersten beiden Wörtern?“ Eine einzelne Frage reicht; das Kind kann die Karte zeigen oder eine helfende Person anweisen.
Wenn die Karten vertauscht werden, entsteht möglicherweise eine andere oder ungewohnte Wortfolge. Lesen Sie sie nur dann vor, wenn die Beteiligten das möchten, und vergleichen Sie mit dem Original. Das Kind kann anschließend selbst entscheiden, ob es den Ausgangssatz wiederherstellen oder einen anderen Satz untersuchen möchte. Das sichtbare Modell bleibt für die Kontrolle verfügbar.

Warum die Lücke beim Lesen hilft
Vergleichen Sie „Mama liest“ mit der absichtlich zusammengeschriebenen Folge „Mamal iest“ oder mit „Mamaliest“. Die erste Veränderung setzt die Grenze an eine andere Stelle, die zweite lässt den Wortabstand aus. Für die vereinbarte Aussage „Mama liest“ zeigt die ursprüngliche Schreibweise die beiden Wörter klar. Lesen Sie die veränderte Form nicht als gleichwertige korrekte Schreibweise des Beispiels.
Eine Lücke ist eine Eigenschaft der geschriebenen Darstellung. In gesprochener Sprache entsteht nicht nach jedem Wort zwingend eine hörbare Pause; Sprechtempo und Betonung können variieren. Das Kind kann Wörter in einem bekannten Satz zeigen, ohne zwischen ihnen künstlich lange Pausen machen zu müssen. Die gedruckte Vorlage und das gesprochene Vorlesen unterstützen einander, sind aber nicht identisch.
Unterschiedliche Schriftgrößen oder ein breiterer Kartenabstand verändern die Zahl der Wörter nicht. „Mama“ und „liest“ bleiben zwei Wörter, solange diese beiden Wörter gemeint und unverändert geschrieben sind. Ein übermäßig großer Abstand kann jedoch die Zuordnung erschweren. Wählen Sie eine Darstellung, die für das Kind gut erkennbar und zugänglich ist.
Wort, Buchstabe und Satzzeichen unterscheiden
Das Wort „Hund“ enthält vier Buchstaben: H, u, n und d. Im Satz „Der Hund schläft.“ ist es zugleich eines von drei Wörtern. Welche Zahl gefragt ist, hängt von der Einheit ab. Wer vier Buchstaben zeigt, beantwortet eine andere Frage als jemand, der drei Wörter zählt. Zeigen Sie die jeweilige Einheit auf der Vorlage.
Der Punkt am Ende von „schläft.“ gehört zur Zeichensetzung des Satzes. Er wird nicht als eigenes Wort mitgezählt. Andere Satzzeichen haben eigene Funktionen; für diese erste Aufgabe genügt es, den Punkt zu bemerken und bei der Wortzählung nicht mit einem zusätzlichen Wort zu verwechseln. Zwischen Wort und abschließendem Punkt steht in dieser Schreibweise kein Leerzeichen.
Auch eine Karte ist ein Gegenstand und ein Wort eine sprachliche Einheit. Hier wurde absichtlich jedes Wort auf eine eigene Karte geschrieben. Eine Karte könnte aber auch den ganzen Satz enthalten; dann wären es immer noch drei Wörter auf einer Karte. Fragen Sie, ob gerade Karten, Wörter oder Buchstaben gezählt werden.
Eine Karte verändern und die Vorlage prüfen
Lassen Sie eine Person die Karten „Mama“ und „liest“ legen. Eine zweite Person kann sie mit der Vorlage vergleichen. Steht „liest“ links von „Mama“, ist die Kartenfolge nicht dieselbe wie „Mama liest“. Das Kind kann die Reihenfolge selbst korrigieren oder erklären, dass es eine andere Folge ausprobieren wollte.
Für den Dreikartensatz können Sie zunächst eine Karte weglassen: „Der“ und „schläft.“. Welche Karte aus der sichtbaren Vorlage fehlt dazwischen? „Hund“ ergänzt die ursprüngliche Folge. Die Frage setzt voraus, dass der vollständige Ausgangssatz zum Vergleich gezeigt wird. Ohne Modell könnte eine andere Ergänzung zu einem anderen Satz führen.
Verstecken Sie Karten nicht überraschend, wenn das Kind dies nicht möchte. Eine offen sichtbare Lücke oder eine getrennt bereitliegende Karte genügt. Das Ziel ist, die Wortfolge und ihre Grenzen zu untersuchen; ein Gedächtnistest ist nicht erforderlich. Ein erneuter Blick auf die Vorlage bleibt jederzeit möglich.
Ein zusammengesetztes Wort im Deutschen
Im Deutschen können mehrere Bestandteile zu einem geschriebenen Wort verbunden werden. „Haustür“ enthält die Bestandteile „Haus“ und „Tür“, wird aber in dieser Schreibweise ohne Leerzeichen als ein Wort geschrieben. In „Die Haustür ist offen.“ stehen vier geschriebene Wörter: „Die“, „Haustür“, „ist“ und „offen“. Die Bestandteile des zusammengesetzten Wortes werden bei dieser Wortzählung nicht als zwei durch Leerzeichen getrennte Wörter behandelt.
Vergleichen Sie damit „Das Haus ist offen.“ Hier stehen „Das“, „Haus“, „ist“ und „offen“ als vier Wörter. Es handelt sich nicht um denselben Satz und nicht um dieselbe Bedeutung wie bei der Haustür. Die Beispiele zeigen lediglich, dass die Frage nach einem sichtbaren Leerzeichen und die Frage nach Wortbestandteilen unterschiedliche Dinge untersuchen.
Ein Kind muss die Bildung zusammengesetzter Wörter für die erste Aufgabe nicht erklären. Wenn es bei „Haustür“ „Haus“ und „Tür“ erkennt, kann der Erwachsene diese Beobachtung anerkennen und zugleich zeigen, dass im gedruckten Wort kein Leerzeichen zwischen ihnen steht. Der Kontext bestimmt, ob gerade Bestandteile oder durch Abstände getrennte Wörter betrachtet werden.
Eine Form auf einer Karte, zwei Wörter auf zwei Karten
Vergleichen Sie „am“ mit „an dem“ in passenden Beispielen: „Der Hund sitzt am Haus.“ und „Der Hund sitzt an dem Haus.“ Im ersten Satz steht „am“ als eine geschriebene Form zwischen Leerzeichen; im zweiten stehen „an“ und „dem“ als zwei Wörter. Die beiden Sätze haben in diesem Beispiel eine ähnliche Aussage, aber die sichtbare Wortzahl ist unterschiedlich.
Zählen Sie gemeinsam: „Der Hund sitzt am Haus.“ enthält fünf Wörter. „Der Hund sitzt an dem Haus.“ enthält sechs. Der Punkt ist jeweils ein Satzzeichen und wird nicht zusätzlich als Wort gezählt. Sie können Wortkarten unter die Sätze legen und für jede geschriebene Form eine Karte zeigen.
Dieses Beispiel ist eine Erweiterung, kein notwendiger Schritt für „Mama liest“. Eine geschriebene Kurzform muss nicht in jedem Zusammenhang beliebig durch zwei Wörter ersetzt werden. Hier geht es lediglich darum, die beiden konkret gezeigten Schreibungen zu vergleichen und die Zahl der sichtbar getrennten Wörter korrekt anzugeben.
Leerzeichen sind nicht die einzigen Hinweise
In einem einfachen gedruckten Satz helfen Leerzeichen, Wortgrenzen sichtbar zu machen. Satzzeichen, Bindestriche und Zeilenumbrüche können die Darstellung jedoch komplizierter machen. In „Der Hund schläft.“ steht zwischen „schläft“ und dem Punkt kein Leerzeichen; der Punkt wird trotzdem nicht als eigenes Wort gezählt. Für die ersten Runden sind kurze, eindeutig gesetzte Sätze hilfreich.
Bei einem Zeilenumbruch kann ein Satz in der nächsten Zeile weitergehen. Der Beginn einer neuen Zeile ist nicht automatisch das Ende eines Satzes. Ein Wort kann in geeigneter Schreibweise am Zeilenende getrennt werden; dann zeigt ein Trennstrich die Fortsetzung an. Diese typografische Situation unterscheidet sich von einem Leerzeichen zwischen zwei selbstständigen Wörtern.
Das Kind muss nicht alle Ausnahmen vorab lernen. Wenn es im Buch eine ungewohnte Stelle findet, betrachten Sie sie gemeinsam und benennen Sie, was tatsächlich zu sehen ist. Ein einfacher Wortkartenstreifen eignet sich zunächst für die Frage nach Abständen; ein gedrucktes Buch kann später weitere Fragen zur Gestaltung aufwerfen.
Wörter legen, ohne eine Bedeutung zu verlieren
Die Karten „Mama“ und „liest“ lassen sich zu „Mama liest“ ordnen. Auf „Der“, „Hund“ und „schläft.“ folgt entsprechend „Der Hund schläft.“. Halten Sie die Karten nah genug beieinander, dass sie als Satz erkennbar bleiben, und weit genug auseinander, dass die Grenzen sichtbar sind. Vergleichen Sie mit der Vorlage, bevor Sie sie entfernen.
Wenn ein Kind die Karten nach einer anderen Idee sortiert, fragen Sie nach dem beabsichtigten Satz. „Hund“ und „Mama“ können etwa als zwei einzelne Wörter nebeneinanderliegen, auch wenn sie nicht den ursprünglichen Satz bilden. Die Aufgabe, eine Vorlage zu kopieren, und die Aufgabe, selbst eine Wortfolge zu erfinden, haben unterschiedliche Ziele.
Ein Erwachsener kann ein Wort auf eine Karte schreiben, während das Kind es auswählt oder auf dem Modell zeigt. Wer Hilfe beim Bewegen braucht, kann die Karte und den Zielort angeben. Die helfende Person prüft, ob sie richtig verstanden hat, statt die Reihenfolge ohne Rücksprache festzulegen.
Ein Leerzeichen einsetzen und gemeinsam kontrollieren
Schreiben Sie „Mama“ und „liest“ auf separate Streifen und legen Sie sie mit Abstand nebeneinander. Dann schieben Sie die Karten so zusammen, dass kein Zwischenraum mehr sichtbar ist. Fragen Sie, was sich an der Darstellung verändert hat. Die Karten bleiben zwei Gegenstände, aber die geschriebene Folge ohne Lücke macht die vereinbarte Wortgrenze weniger deutlich.
Das Kind kann die Karten wieder auseinanderziehen oder eine helfende Person darum bitten. Vergleichen Sie das Ergebnis mit der Vorlage „Mama liest“. Ein echter Leerraum auf einer gedruckten oder digitalen Zeile hat keine festgelegte physische Breite wie der Abstand zwischen zwei großen Papierkarten; die Karten sind ein Modell, das die Grenze anschaulich macht.
Vermeiden Sie die Regel, nach jedem gesprochenen Atemzug müsse ein Leerzeichen stehen. Die geschriebene Worttrennung folgt der jeweiligen Sprache und Schreibung, nicht beliebigen Pausen. Für die beiden Beispiele genügt es, die sichtbaren Wortformen und ihre Abstände auf dem Papier zu untersuchen.
Ein zweites Beispiel mit drei Karten
Legen Sie „Der“, „Hund“ und „schläft.“ untereinander als ungeordnete Karten aus und zeigen Sie die Vorlage „Der Hund schläft.“. Das Kind kann die erste Karte auswählen, dann die zweite und die dritte. Wer Unterstützung benötigt, kann auf die gewünschte Karte und ihre Position deuten. Ein Erwachsener bewegt sie erst nach dieser Auswahl.
Prüfen Sie anschließend die Grenzen: Zwischen der ersten und zweiten Karte liegt ein Abstand, ebenso zwischen der zweiten und dritten. Es gibt drei Wortkarten und zwei Zwischenräume zwischen aufeinanderfolgenden Karten. Der Punkt auf der letzten Karte ist nicht selbst ein vierter Abstand oder ein viertes Wort.
Wenn eine Karte fehlt, zeigen Sie das vollständige Modell und die vorhandenen Karten. Bei „Der“ und „schläft.“ fehlt „Hund“. Ohne sichtbares Modell könnte auch eine andere Wortfolge denkbar sein; die Antwort hängt von der Aufgabe ab, genau diesen Ausgangssatz wiederherzustellen.
Namen, Großschreibung und Wortgrenzen
„Mama“ steht im ersten Beispiel am Satzanfang und wird großgeschrieben. „Hund“ ist im zweiten Satz ein Substantiv und wird ebenfalls großgeschrieben. Großbuchstaben können beim Wiederfinden helfen, aber Großschreibung allein markiert nicht zuverlässig die Anzahl aller Wörter. Auch „Der“ beginnt mit einem Großbuchstaben; die sichtbaren Abstände bleiben für diese einfache Zählaufgabe der Ausgangspunkt.
Ein Satz wie „Mia liest.“ enthält zwei Wörter: einen Namen und ein Verb. Wenn das Kind den eigenen Namen verwenden möchte, übernehmen Sie die tatsächlich gewählte Schreibweise respektvoll und fragen Sie nicht nach persönlichen Angaben, die für das Spiel nicht gebraucht werden. Ein erfundener Name funktioniert ebenso.
Mehrteilige Namen oder Titel können mehrere getrennt geschriebene Wörter enthalten. Für den ersten Vergleich reichen eindeutige, kurze Beispiele. Statt aus einem Beispiel eine umfassende Regel für alle Namen abzuleiten, zählen Sie die konkret sichtbaren Wortformen und besprechen Sie offene Fragen bei Bedarf gesondert.
Sprechen und geschriebenen Text verbinden
Eine Person liest „Mama liest“ in natürlichem Tempo vor und zeigt danach die beiden geschriebenen Wörter. Das Kind kann mit dem Finger nachfahren, auf eine Karte deuten oder durch ein Kommunikationsmittel auswählen. Es muss nicht selbst laut sprechen, um am Vergleich teilzunehmen. Ebenso kann eine sprechende Person entscheiden, nur zuzuhören.
Beim Sprechen können Laute ineinander übergehen; zwischen Wörtern entsteht nicht immer eine klar hörbare Stille. Die gedruckten Abstände sind deshalb eine eigene Orientierungshilfe. Wenn ein Kind nur eine durchgehende Lautfolge wahrnimmt, können Wortkarten und ein langsames gemeinsames Zeigen helfen, ohne eine künstliche Pause als allgemeine Sprachregel darzustellen.
Eine Person kann auch einen der Sätze diktieren, während eine andere die sichtbaren Karten legt. Anschließend vergleichen beide mit der Vorlage. Wenn sich das Kind lieber für Bilder interessiert, können Karten mit einem Bild von einem Hund und einer lesenden Person die Geschichte ergänzen; ein Bild ist dabei nicht automatisch dasselbe wie das geschriebene Wort.
Bindestrich und Wortkarte
Das geschriebene Wort „E-Mail“ enthält einen Bindestrich, aber in dieser Form kein Leerzeichen. In „Die E-Mail ist da.“ lassen sich die vier geschriebenen Wörter „Die“, „E-Mail“, „ist“ und „da“ erkennen; der Punkt ist ein Satzzeichen. Ein Bindestrich ist nicht automatisch ein Wortabstand. Dieses Beispiel eignet sich, wenn das Kind eine solche Schreibweise in einem Text bemerkt.
Bei den ersten Karten ist es einfacher, „E-Mail“ als eine zusammenhängende Karte anzubieten. Ein Erwachsener kann zeigen, dass der Strich innerhalb der Wortform steht. Daraus folgt nicht, dass jeder Strich in jedem Text dieselbe Funktion hat: Ein Trennstrich am Zeilenende etwa kann eine andere typografische Aufgabe erfüllen.
Der kurze Anfangssatz „Mama liest“ braucht diese Erweiterung nicht. Wenn der zusätzliche Strich vom eigentlichen Vergleich ablenkt, bleiben Sie bei den zwei einfachen Karten und kehren Sie zu Bindestrichen zurück, sobald ein konkreter Anlass besteht.
Gemeinsam lesen, gemeinsam überprüfen
Zwei Beteiligte können verschiedene Aufgaben wählen: Eine Person legt „Der Hund schläft.“ nach dem sichtbaren Modell, die andere zeigt die Zwischenräume. Danach können sie die Rollen tauschen, wenn beide möchten. Ein älteres Kind muss nicht dauerhaft als Lehrperson auftreten, und eine erwachsene Person bleibt für geeignete Materialien verantwortlich.
Wenn eine Person vier Wörter zählt, fragen Sie, was sie als viertes markiert hat. Vielleicht wurde der Punkt mitgezählt oder ein Wort in einzelne Buchstaben zerlegt. Die Gruppe kann daraufhin Wortkarten und Satzzeichen getrennt zeigen. So wird die abweichende Antwort anhand der konkreten Darstellung verständlich, ohne die Person bloßzustellen.
Eine weitere Runde kann darin bestehen, dass das Kind einen der beiden vorbereiteten Sätze auswählt und ein Gegenüber anleitet. Die helfende Person darf nachfragen, wenn eine Anweisung unklar ist. Eine Teilnahme ohne lautes Sprechen oder ohne eigenes Bewegen der Karten ist gleichfalls möglich.
Zugängliche Materialien und Beteiligung
Große Schrift auf kontrastreichem Hintergrund kann für manche Kinder hilfreich sein. Andere bevorzugen eine vertraute Kommunikationshilfe, eine verbale Beschreibung oder sichere tastbare Markierungen. Fragen Sie das Kind und gegebenenfalls vertraute Bezugspersonen, was gut funktioniert; ein einzelnes Format ist nicht für alle geeignet.
Wenn ein Erwachsener die Karten hält, kann das Kind durch Blick, Geste, Wort oder Gerät angeben, welche Karte es meint. Der Erwachsene wartet auf die Auswahl und bestätigt sie, wenn sie nicht eindeutig ist. Das Erfassen einer Wortgrenze ist eine andere Aufgabe als das Greifen eines kleinen Papierstreifens oder das Schreiben von Buchstaben.
Reduzieren Sie die Menge bei Bedarf auf „Mama“ und „liest“. Die vollständige Vorlage bleibt sichtbar, und eine Person kann auf den einzigen Abstand zeigen. Wenn das Kind aufhören möchte, wird die Runde beendet; der längere Satz kann für einen anderen Tag aufgehoben werden.
Was tun, wenn eine Antwort anders ausfällt?
Sagt ein Kind bei „Mama liest“ eine Zahl, die nicht zwei ist, prüfen Sie zunächst, was es gezählt hat: Karten, Buchstaben, Wortgruppen oder etwas anderes. Vielleicht war die Lücke auf der Vorlage zu klein oder ein Punkt wurde als Wort behandelt. Eine verständlichere Darstellung kann mehr klären als dieselbe Frage wiederholt zu stellen.
Bei „Der Hund schläft.“ können Sie die drei Karten nacheinander zeigen und den Punkt anschließend gesondert markieren. Fragen Sie, ob der Punkt ein weiteres Wort bezeichnet oder den Satz abschließt. Das Kind darf auf das Modell zurückblicken und seine Antwort zeigen, statt eine Formulierung auswendig wiedergeben zu müssen.
Ein einzelnes Ergebnis ist keine umfassende Aussage über die Leseentwicklung. Falls eine Notiz für die nächste Runde hilfreich ist, beschreiben Sie Handlung und Unterstützung: „Zeigte bei sichtbarer Vorlage zwei Wortkarten; der Erwachsene bewegte sie auf Anweisung.“ Eine solche Notiz ist keine Diagnose und nicht verpflichtend.
Ein kurzer Abschluss und ein neuer Satz
Zum Abschluss kann das Kind einen der beiden Sätze auswählen und die Wortkarten in der gewünschten Reihenfolge zeigen. Bei „Mama liest“ sind es zwei Wörter, bei „Der Hund schläft.“ drei. Die Wortabstände stehen jeweils zwischen benachbarten Wörtern. Danach können die Karten weggelegt oder für einen anderen Tag aufbewahrt werden.
Wenn die Beteiligten einen eigenen Satz erfinden, schreiben Sie ihn lesbar auf und prüfen Sie die tatsächlichen Wortformen gemeinsam. Ein Beispiel wie „Der Hund läuft.“ enthält drei Wörter. Der Punkt gehört zur Zeichensetzung; er wird nicht als zusätzliche Wortkarte gezählt. Ein anderer Satz kann mehr oder weniger Wörter haben.
Die Aktivität darf nach einer einzigen Beobachtung enden. Ein Kind kann auf die Lücke zeigen, eine Karte auswählen oder entscheiden, nicht weiterzumachen. Die Zahl der erledigten Varianten sagt für sich genommen wenig darüber aus, welche Fragen ein Kind als Nächstes interessant findet.
Eine Frage auf zwei Karten
Neben „Mama liest.“ kann die Frage „Liest Mama?“ betrachtet werden. Auf den Karten stehen „Liest“ und „Mama?“. Die Frage enthält ebenfalls zwei Wörter; das Fragezeichen ist kein drittes Wort. Die Reihenfolge unterscheidet sich vom Aussagesatz, und die Anfangsgroßschreibung folgt der Position am Satzanfang.
Das Kind kann beide Sätze mit sichtbaren Modellen legen und zeigen, wo jeweils ein Leerzeichen steht. Ein Erwachsener kann sie vorlesen, ohne die Frage künstlich als Aussage zu betonen. Wer noch keine Satzzeichen besprechen möchte, kann zunächst bei den zwei Karten „Mama“ und „liest“ bleiben.
Wenn Karten neu angefertigt werden, schreiben Sie die Wortform und das Satzzeichen so auf, wie sie in der jeweiligen Vorlage erscheinen. Eine Karte aus dem Aussagesatz ist nicht automatisch eine unveränderte Kopie der Karte aus der Frage, weil dort Großschreibung und Satzzeichen anders sein können.
Hilfreiche Antworten
Wie viele Wörter stehen in „Der Hund schläft.“?
Drei: „Der“, „Hund“ und „schläft“. Der Punkt ist ein Satzzeichen und kein zusätzliches Wort.
Muss das Kind die Wörter selbst schreiben?
Nein. Es kann auf eine Vorlage zeigen, Wortkarten auswählen oder eine andere Person anleiten.


