Mila zeichnet einen Mond und möchte einen Satz zu ihrem Bild legen. Auf vier Karten stehen „Mila“, „malt“, „einen“ und „Mond.“. In dieser Reihenfolge ergeben sie mit Abständen den Satz „Mila malt einen Mond.“. Zwischen den vier Wörtern bleiben drei Abstände. In dieser erfundenen Geschichte vergleichen Kinder bewegliche Wortkarten mit einem geschriebenen Satz und untersuchen, was die Zwischenräume zeigen — ohne anzunehmen, dass jede Sprechpause ein geschriebenes Leerzeichen sein muss.
Der Satz und die konkrete Frage
Die Geschichte beginnt mit einem Bild: Mila malt einen Mond. Der vorbereitete Satz lautet „Mila malt einen Mond.“. Wir fragen zunächst: „Wo endet ein Wort und wo beginnt das nächste?“ Danach zählen wir die Wörter und die sichtbaren Zwischenräume zwischen ihnen. Der Punkt am Satzende wird dabei nicht als zusätzliches Wort behandelt.
Die Wörter lauten in der vereinbarten Reihenfolge Mila, malt, einen und Mond. Zwischen Mila und malt, zwischen malt und einen sowie zwischen einen und Mond liegt jeweils ein Abstand. Die Abstände vor dem ersten oder nach dem letzten Wort gehören nicht zu diesen drei Zwischenräumen.
Die Wortkarten sind ein Modell: Jede enthält im vorbereiteten Beispiel ein Wort, während der Punkt auf der letzten Karte als Satzzeichen mitgeführt wird. Im fortlaufenden Text gibt es keine Kartenkanten. Dort helfen die geschriebenen Abstände beim Erkennen der Wortgrenzen.
Eine sinnvolle Reihenfolge für das Gespräch ist: zuerst den Satz hören, dann die vier Karten sehen, schließlich die drei Zwischenräume zeigen. Wenn das Kind bereits etwas entdeckt, können Sie seiner Beobachtung folgen. Die vorbereitete Reihenfolge ist eine Hilfe und kein Test, der exakt eingehalten werden muss.
Die Frage „Wie viele Abstände?“ sollte den Bereich benennen: Wir zählen die Leerstellen zwischen benachbarten Wörtern dieses Satzes. Platz am Rand des Blattes oder oberhalb der Zeile wird nicht mitgezählt. Das Kind darf diese Flächen trotzdem bemerken und beschreiben.
Material und Vorbereitung
Schreiben Sie die vier Wörter groß und lesbar auf einzelne Karten. Auf der vierten Karte steht „Mond.“ mit dem Punkt direkt nach dem Wort. Zusätzlich bereiten Sie einen Papierstreifen mit dem vollständigen Satz vor. Verwenden Sie einen gut lesbaren Druck und genügend Platz zwischen den Wörtern.
Für den Vergleich können drei schmale Papierstreifen als bewegliche Abstandshalter dienen. Sie stehen jeweils für einen Zwischenraum, sind aber keine Wörter. Wenn sie zu breit sind oder Buchstaben verdecken, schneiden Sie sie passend zu oder zeigen Sie die Abstände nur mit dem Finger.
Ein Kind, das die Karten nicht selbst bewegen möchte oder kann, zeigt die gewünschte Position. Eine andere Person wiederholt die Auswahl und legt die Karte nach Bestätigung ab. Die Geschichte lässt sich auch ohne eigenes Schreiben oder lautes Vorlesen bearbeiten.
Schneiden Sie die Wortkarten so zu, dass kein Buchstabe an einer Kante fehlt. Die Abstände zwischen den Buchstaben auf einer Karte sollten kleiner und gleichmäßiger wirken als die später gelegten Abstände zwischen den Karten. Dennoch bleiben die Kartenkanten ein zusätzlicher Hinweis, der im geschriebenen Satzstreifen nicht vorhanden ist.
Die Abstandshalter können einfache helle Papierstreifen sein. Erklären Sie vorab, dass jeder Streifen eine Lücke zwischen zwei Karten markiert. Ein farbiger Streifen ist kein Wort und gehört nicht zum Bildinhalt. Wenn ein Kind lieber direkt zeigt, sind die Streifen nicht notwendig.
Kontrollieren Sie die Beschriftung: Mila mit großem M, malt und einen klein, Mond mit großem M und anschließendem Punkt. Auf dem Satzstreifen muss dieselbe Reihenfolge stehen. Unterschiedliche Schreibweisen würden eine zusätzliche Vergleichsaufgabe erzeugen, die für den ersten Schritt nicht beabsichtigt ist.
Wählen Sie eine Tischposition, von der das Kind die Zeile sehen kann. Sitzen die Beteiligten einander gegenüber, kann die Orientierung der Karten für eine Person ungewohnt sein. Drehen Sie die Zeile bei Bedarf zur lesenden Person und zeigen Sie den Anfang ausdrücklich.
Erste Szene: Mila legt vier Karten
Lesen Sie jede Karte vor und legen Sie sie in der Reihenfolge „Mila“, „malt“, „einen“, „Mond.“. Lesen Sie den entstandenen Satz anschließend einmal vollständig. Mila ist in der Geschichte der Name der Person; das Wort Mond bezeichnet das, was sie malt.
Bitten Sie das Kind, jede Wortkarte einmal zu zeigen. Beim Zählen berührt oder zeigt es nacheinander die vier Karten: eins, zwei, drei, vier. Der Punkt gehört zur Satzschreibung auf der vierten Karte, ist aber kein fünftes Wort. Eine Karte mit einem Wort ist hier eine vorbereitete Hilfe, keine allgemeine Definition für jedes Schriftstück.
Wenn die Karten vertauscht werden, lesen Sie die neue Reihenfolge vor und fragen, ob sie noch dem vorbereiteten Satz entspricht. Korrigieren Sie nicht unbemerkt. Das Kind kann die Karten mit Blick auf den Satzstreifen neu ordnen oder eine andere Reihenfolge als eigenen Satz besprechen.
Bevor die Karten gezählt werden, liest die erwachsene Person jede Karte vor. Das Kind kann zeigen, welche Karte zu welchem Teil des Satzstreifens gehört. Wenn es eine Karte anhand ihrer Länge oder eines bekannten Anfangsbuchstabens erkennt, ist das eine verwendete Hilfe; daraus folgt noch nicht, dass es alle Wörter selbstständig lesen kann.
Legen Sie die Karten zunächst in einer Zeile. Ein Zeilenumbruch mitten im Beispiel könnte den Vergleich der Zwischenräume erschweren. Wenn nur wenig Platz vorhanden ist, verwenden Sie kleinere, aber gut lesbare Karten oder arbeiten Sie auf einer größeren Unterlage, statt die Reihenfolge unbemerkt zu ändern.
Fragen Sie nach dem ersten und letzten Wort: „Welches Wort beginnt den vorbereiteten Satz? Welches steht vor dem Punkt?“ Mila steht zuerst, Mond zuletzt. Das Kind kann auf die Karten zeigen; es muss die Begriffe „erstes“ und „letztes“ nicht schon schriftlich beherrschen.
Wenn das Kind die Wörter anders anordnet, etwa „Mila malt Mond einen“, lesen Sie genau diese Folge vor. Dann vergleichen Sie sie mit dem vereinbarten Satz. Die Karten werden gemeinsam neu geordnet, falls das Kind zum ursprünglichen Beispiel zurückkehren möchte.

Zweite Szene: Die Abstände sichtbar machen
Schieben Sie die Karten so zusammen, dass sie einander fast berühren, und fragen Sie, wo eine Karte endet und die nächste beginnt. Die Kartenkanten können helfen, ersetzen aber nicht den geschriebenen Wortabstand auf dem Satzstreifen. Legen Sie danach zwischen jedes benachbarte Kartenpaar einen Abstandshalter.
Zeigen Sie den ersten Zwischenraum nach „Mila“, den zweiten nach „malt“ und den dritten nach „einen“. Hinter „Mond.“ ist für diese Frage kein weiterer Abstand zwischen zwei Wörtern, weil danach kein Wort mehr folgt. Vier Wortkarten bilden also in dieser Anordnung drei Zwischenräume.
Vergleichen Sie mit dem Satzstreifen: Auch dort sind zwischen den Wörtern sichtbare Leerstellen. Die Papierstreifen sind nur Modelle dieser Leerstellen; sie sollen nicht mitgeschrieben oder als eigene Wörter gezählt werden.
Ein Abstand liegt zwischen zwei Nachbarn. Für den ersten nennen Sie die Karten links und rechts: „Mila“ und „malt“. Beim zweiten sind es „malt“ und „einen“, beim dritten „einen“ und „Mond.“. Diese Zuordnung macht deutlich, warum nicht jede Karte zusätzlich einen eigenen Zwischenraum am Ende erhält.
Legen Sie die drei Abstandshalter nacheinander ein. Nach dem ersten Halter sind erst zwei Karten verbunden; die übrigen Karten folgen noch. Nach dem dritten können Sie vom Satzanfang bis zum Punkt durchgehen und kontrollieren, dass zwischen jedem benachbarten Kartenpaar genau ein markierter Zwischenraum liegt.
Wenn zwei Papierstreifen versehentlich übereinanderliegen, sind es zwar zwei Gegenstände, aber sie markieren dieselbe Stelle. Für die Frage nach Zwischenräumen zählt die Position zwischen den Wörtern, nicht die Anzahl der übereinandergelegten Hilfsmittel. Entfernen Sie den zusätzlichen Streifen nach gemeinsamer Erklärung.
Ein Kind kann den Abstand auch mit einer Fingerbewegung zeigen, ohne einen Streifen zu legen. Fragen Sie, welche Wörter die Lücke begrenzen. So bleibt die Entscheidung beim Kind, während eine erwachsene Person gegebenenfalls die sichtbare Markierung übernimmt.
Vom Kartenmodell zum geschriebenen Satz
Legen Sie den Satzstreifen unter die Karten und zeigen Sie Wort für Wort. Unter „Mila“ steht „Mila“, darunter folgt „malt“ und so weiter. Prüfen Sie, dass die Karten die Zeile nicht verdecken. Das Kind kann eine Karte auswählen und die entsprechende Stelle im Satzstreifen zeigen.
Weisen Sie auf den Punkt direkt nach „Mond“ hin. Er schließt den geschriebenen Satz ab; in diesem Beispiel steht kein Wortabstand zwischen dem Wort und dem Punkt. Beim Zählen der Wörter nennen wir „Mond“ einmal und zählen den Punkt nicht mit.
Ein Leerzeichen in einem digitalen Text ist ein Schriftzeichen, das meist als sichtbarer Abstand erscheint. Auf Papier zeichnen wir keine eigentliche Taste, sondern lassen Platz. Für dieses erste Beispiel genügt es, die drei Zwischenräume zu zeigen, ohne eine technische Erklärung vorauszusetzen.
Auf dem Satzstreifen können Sie mit einem Stift unter jedes Wort eine kurze Linie setzen und die Lücken dazwischen frei lassen. Erklären Sie, dass die Linien nur Markierungen zur Betrachtung sind. Schreiben Sie sie auf einen eigenen Übungsstreifen, nicht in ein fremdes Buch.
Zeigen Sie, dass ein Wort mehrere Buchstaben enthalten kann, ohne dass zwischen jedem Buchstaben eine Wortlücke steht. In „Mila“ folgen M, i, l und a als Teile eines Wortes aufeinander. Danach kommt der Wortabstand vor „malt“. Der genaue Abstand der Buchstaben innerhalb einer Schrift kann variieren; wir betrachten hier den vorbereiteten, lesbaren Satz.
Wird der Satz von Hand geschrieben, müssen Abstände nicht millimetergenau gleich breit sein. Wichtig für dieses Beispiel ist, dass die einzelnen Wörter erkennbar getrennt sind. Wenn ein Kind einen sehr schmalen Abstand setzt, können Sie gemeinsam prüfen, wo ein Wort endet, statt zuerst das Schriftbild zu bewerten.
Bei einer Tastatur wird ein Leerzeichen üblicherweise mit der Leertaste eingegeben. Das Kind muss diese Bedienung nicht beherrschen, um die Zwischenräume auf Papier zu verstehen. Wenn eine erwachsene Person tippt, kann das Kind auf Wunsch anzeigen, wann zwischen zwei Wörtern Platz eingefügt werden soll.
Mögliche Antworten
Kind: „Ich sehe fünf Wörter, weil da noch ein Punkt ist.“ Erwachsene Person: „Du hast den Punkt bemerkt. Er beendet hier den Satz; zählen wir die Wörter auf den vier Karten.“ Danach zeigen beide die Wortkarten. Die Beobachtung des Punktes ist richtig, nur seine Rolle beim Wortzählen ist eine andere.
Kind: „Hier sind vier Abstände, weil am Rand auch Platz ist.“ Erwachsene Person: „Am Rand ist tatsächlich Platz. Wir zählen gerade nur die Zwischenräume zwischen zwei Wörtern.“ Zeigen Sie die drei Nachbarpaare und grenzen Sie die andere Frage nach Randflächen davon ab.
Kind: „Mond ist großgeschrieben, weil der Mond groß ist.“ Erwachsene Person: „Die Größe des Gegenstands entscheidet nicht über die Schreibung. Mond ist hier ein Nomen; im Deutschen schreiben wir Nomen groß.“ Vergleichen Sie bei Interesse mit einem anderen vorbereiteten Nomen.
Kind: „Mila ist ein Bild von einer Person, kein Wort.“ Erwachsene Person: „Mila ist in unserer Geschichte die Person. Auf der Karte steht ihr Name als geschriebenes Wort.“ Zeigen Sie Bild und Namenskarte getrennt. Eine Person und die Buchstaben ihres Namens sind nicht dasselbe.
Kind: „Ich zähle drei, weil ich drei Streifen sehe.“ Erwachsene Person: „Du zählst die Zwischenräume. Wie viele Wortkarten liegen daneben?“ Beide Antworten können in derselben Anordnung zutreffen: drei markierte Zwischenräume und vier Wortkarten.
Kind: „Nach Mond ist auch ein Abstand bis zum Blattrand.“ Erwachsene Person: „Ja, dort ist freier Platz. Unsere Frage betrifft nur den Platz zwischen zwei Wörtern.“ Zeigen Sie den Punkt und den freien Rand, ohne die Beobachtung des Kindes als falsch abzutun.
Kind: „Warum ist das Wort auf der Karte mit Punkt?“ Erwachsene Person: „Damit wir das Satzende mit dieser Karte mitlegen können. Der Punkt ist ein Satzzeichen und kein weiteres Wort.“ Wer möchte, kann den Punkt auch auf einer separaten kleinen Karte darstellen; dabei bleibt er ein Satzzeichen.
Ein Gespräch über das Bild
Mila: „Ich möchte zu meinem Mondbild etwas schreiben.“ Partner: „Was soll dort stehen?“ Mila: „Mila malt einen Mond.“ Die erwachsene Person schreibt den vereinbarten Satz auf einen Streifen und liest ihn vor. Mila kann entscheiden, ob der Streifen zum Bild gelegt oder separat aufbewahrt wird.
Partner: „Ich sehe vier Karten. Wo ist der erste Abstand?“ Mila zeigt zwischen „Mila“ und „malt“. Danach zeigt sie die beiden weiteren Zwischenräume. Wenn ein Kind anders zeigt, fragt der Partner, welche beiden Wörter es gerade betrachtet, statt sofort die Karte zu verschieben.
Partner: „Möchtest du den Satz unter dein Bild legen?“ Mila: „Ja, aber lass den Mond sichtbar.“ Der Partner fragt, wohin der Streifen soll. Die Entscheidung über das eigene Bild bleibt bei Mila; das Zählen der Wörter erfordert kein ungefragtes Verschieben ihrer Zeichnung.
Mila: „Zwischen diesen Karten ist viel mehr Platz.“ Partner: „Wir können sie näher zusammenschieben und trotzdem eine Lücke lassen.“ Danach vergleichen sie mit dem Satzstreifen. Die Breite der Lücke kann sich ändern, ohne dass dadurch ein neues Wort entsteht.
Erwachsene Person: „Ich lese jetzt den ganzen Satz. Zeig mir danach eine Stelle zwischen zwei Wörtern.“ Das Kind zeigt zwischen „malt“ und „einen“. Die erwachsene Person bestätigt die beiden Nachbarn. Eine Antwort durch Zeigen ist für diese Frage ausreichend.

Typische Schwierigkeit: Buchstaben und Wörter verwechseln
In „Mila“ stehen vier Buchstaben, aber auf der vorbereiteten Karte ein Wort. Wenn ein Kind beim Wortzählen jeden Buchstaben einzeln zählt, zeigen Sie zunächst die ganze Karte und lesen das Wort vor. Anschließend kann es die vier Wortkarten zählen. Buchstaben zu zählen ist eine andere sinnvolle Frage.
Auch die sichtbare Länge eines Wortes bestimmt nicht, ob es ein Wort ist. „malt“ und „einen“ haben unterschiedlich viele Buchstaben, bleiben in diesem Satz aber jeweils ein Wort. Nutzen Sie die konkreten Karten statt einer Regel, wonach jedes Wort eine bestimmte Länge haben müsse.
Schreiben Sie „Mond“ groß auf eine separate Karte und zeigen Sie M, o, n und d als vier Buchstaben eines Wortes. Vergleichen Sie anschließend mit den vier Wortkarten des ganzen Satzes. Die Zahl vier tritt in beiden Betrachtungen auf, bezeichnet aber unterschiedliche Dinge.
Ein Kind kann die Kartenkanten als Wortgrenzen verwenden, ohne den Satzstreifen bereits sicher zu segmentieren. Das ist beim Einstieg hilfreich. Notieren Sie bei Bedarf, dass die Karten sichtbar waren; aus einer richtigen Sortierung mit Karten folgt nicht automatisch dieselbe Leistung bei einem unsegmentierten Text.
Wenn zwei Wortkarten direkt aneinanderliegen, bleiben es physisch zwei Karten. Im geschriebenen Satz ohne sichtbaren Abstand wäre die Wortgrenze jedoch schwerer zu erkennen. Nutzen Sie diesen Unterschied, um die Funktion des Zwischenraums zu besprechen, statt zu behaupten, die Kartenkanten seien selbst Leerzeichen.
Großschreibung im Beispiel
„Mila“ beginnt als Personenname mit einem großen M. „Mond“ ist ein Nomen und wird in diesem Satz ebenfalls großgeschrieben. „malt“ und „einen“ stehen nicht am Satzanfang und sind in dieser Schreibung klein. Lesen Sie die Wörter gegebenenfalls vor, statt von einem Kind vollständige Regelkenntnis zu verlangen.
Wenn Sie die Reihenfolge zu „Einen Mond malt Mila.“ ändern, ist das ein anderer, möglicher Satz mit anderer Wortstellung. „Einen“ steht jetzt am Satzanfang und beginnt groß. Für den ersten Vergleich bleiben wir bei „Mila malt einen Mond.“, damit Wortstellung und Großschreibung klar zugeordnet sind.
Der Name „Mila“ bleibt auch innerhalb eines Satzes großgeschrieben, zum Beispiel in „Heute malt Mila.“. Das Wort „Heute“ steht am Satzanfang und beginnt deshalb ebenfalls groß. Diese Zusatzbeispiele betreffen die Großschreibung; sie ändern nicht die ursprüngliche Anzahl der Wörter.
Bei „Mond“ ist die Großschreibung nicht davon abhängig, ob das Wort am Ende steht. Im Satz „Der Mond ist rund.“ wird Mond ebenfalls großgeschrieben. Lesen Sie beide Beispiele vollständig vor und zeigen Sie die jeweiligen Wortgrenzen, wenn das Kind vergleichen möchte.
Vermeiden Sie die Aussage, dass jedes lange oder wichtige Wort großgeschrieben werde. Die deutsche Großschreibung folgt sprachlichen Regeln; in diesem begrenzten Beispiel nennen wir Personenname und Nomen als Gründe. Ausnahmen und weitere Wortarten müssen für die erste Abstandsübung nicht behandelt werden.
Sprechen und Schreiben unterscheiden
Beim Vorlesen kann eine Person zwischen Wörtern kurze Pausen machen oder flüssig sprechen. Die geschriebenen Wortabstände werden nicht dadurch bestimmt, ob gerade eine Pause hörbar war. Zeigen Sie den Satz und sprechen Sie ihn einmal natürlich, bevor Sie die Leerstellen betrachten.
Ein langes Wort wie „Mondlicht“ enthält mehrere Buchstaben, aber innerhalb des Wortes steht in dieser Schreibung kein Wortabstand. Schreiben Sie es als gesondertes Beispiel nur dann auf, wenn das Kind ein weiteres Wort untersuchen möchte. Die Buchstabenlänge allein entscheidet nicht über die Zahl der Wörter.
Lesen Sie „Mila malt einen Mond“ einmal flüssig und einmal langsam vor. Die Zahl der geschriebenen Wörter bleibt in beiden Vorleseweisen vier. Die Stimme kann Pausen unterschiedlich setzen; der Text auf dem Streifen verändert sich dadurch nicht.
Wenn ein Kind beim Sprechen nach jedem Wort innehält, kann dies beim Zeigen der Karten helfen. Machen Sie daraus aber keine allgemeine Schreibregel, nach der jede gehörte Pause ein Leerzeichen verlangt. Orientierung geben in diesem Beispiel die vorbereiteten Wortformen auf den Karten.
Beim Beispiel „Mondlicht“ können Sie zwei Bestandteile im gesprochenen oder geschriebenen Wort besprechen, falls das Kind danach fragt. Im gezeigten Wort steht dennoch kein Zwischenraum zwischen „Mond“ und „licht“. Es bleibt ein eigenes Zusatzbeispiel und gehört nicht zu den vier Wörtern des Ausgangssatzes.
Die Aufgabe vereinfachen
Beginnen Sie mit zwei Karten: „Mila“ und „malt.“. Lesen Sie „Mila malt.“ vor und zeigen Sie den einen Zwischenraum zwischen den zwei Wörtern. Danach können Sie den ursprünglichen Satz mit vier Karten einführen. Der Punkt steht jeweils am Satzende und wird nicht als Wort gezählt.
Nutzen Sie große Karten und einen gut sichtbaren Hintergrund. Ein Kind kann auf den Zwischenraum zeigen, ihn mit einem Streifen markieren oder einer anderen Person die Position angeben. Selbstständiges Schreiben ist nicht erforderlich.
Legen Sie die zwei Karten „Mila“ und „malt.“ mit einer deutlichen Lücke dazwischen. Fragen Sie zunächst nur: „Wo ist Platz zwischen den Karten?“ Wenn das Kind ihn zeigt, benennen Sie die beiden Nachbarn. Erst später wird die Zahl der Wortkarten oder Zwischenräume erfragt.
Falls ein Abstandshalter die Sicht erschwert, verwenden Sie eine kleine Klammer unter der Lücke oder zeigen Sie mit dem Finger daneben. Die Markierung soll auf den Zwischenraum hinweisen und ihn nicht selbst als Wort erscheinen lassen.
Für eine Auswahl mit zwei Möglichkeiten markieren Sie eine Stelle zwischen Wörtern und eine Stelle innerhalb eines Wortes. Lesen Sie das Wort vor und fragen Sie, welche Markierung zwischen zwei Wortkarten liegt. Das Kind kann antworten, ohne selbst einen Satz schreiben zu müssen.
Eine nächste Herausforderung
Fügen Sie ein Wort hinzu und schreiben Sie einen neuen, vollständigen Satz, etwa „Mila malt einen hellen Mond.“. Er enthält fünf Wörter und vier Zwischenräume zwischen benachbarten Wörtern. Bereiten Sie dafür eine zusätzliche Karte „hellen“ vor und vergleichen Sie den neuen Satz mit dem ursprünglichen.
Entfernen Sie anschließend die zusätzliche Karte wieder und fragen Sie, welcher Satz nun auf dem Tisch liegt. Der ursprüngliche Satz hat wieder vier Wörter. Eine Karte darf nur dann als Wort gezählt werden, wenn sie tatsächlich zum betrachteten Satz gehört; die beiseitegelegte Karte ist kein fünftes Wort.
Wer möchte, kann den ursprünglichen Satz selbst abschreiben. Lassen Sie eine Vorlage sichtbar und besprechen Sie, wo zwischen den Wörtern Platz bleibt. Unterschiede im Schriftbild sind kein Anlass, die inhaltliche Entscheidung des Kindes zu übergehen; bei Bedarf schreibt eine erwachsene Person nach seiner Angabe.
Beim erweiterten Satz „Mila malt einen hellen Mond.“ liegen die Zwischenräume zwischen Mila und malt, malt und einen, einen und hellen sowie hellen und Mond. Zeigen Sie jede Stelle einmal. Die zusätzliche Karte erzeugt in dieser Anordnung einen weiteren Zwischenraum, weil sie zwischen zwei vorhandenen Wörtern eingefügt wird.
Vergleichen Sie die beiden Sätze mit untereinanderliegenden Karten. Markieren Sie das zusätzliche Wort „hellen“ und lesen Sie beide Sätze vor. Die Wörterzahl ändert sich von vier auf fünf; die Zahl der Zwischenräume zwischen den Wörtern von drei auf vier. Der Punkt bleibt Satzzeichen.
Eine andere Aufgabe lautet, einen Wortabstand auf dem Satzstreifen zu verdecken und anschließend wieder sichtbar zu machen. Das Kind zeigt, welche Wörter an dieser Stelle benachbart sind. Das Verdecken darf nicht als Beleg dienen, dass der ursprüngliche Satz gar keinen Abstand enthielt.
Falls das Kind eine eigene Bildunterschrift wählt, schreiben Sie sie genau nach gemeinsamer Absprache und lesen Sie sie zurück. Zählen Sie die tatsächlich geschriebenen Wörter; übernehmen Sie die Zahl vier nicht automatisch aus Milas Beispiel. Ein anderer Satz kann eine andere Anzahl haben.
In BrainHunters weiterüben
Wenn eine passende Aufgabe zu Wörtern oder Sätzen in BrainHunters verfügbar ist, lesen Sie ihre tatsächliche Anweisung und betrachten Sie die gezeigten Wörter. Das Kind kann auf einen Zwischenraum zeigen oder eine Auswahl mit Unterstützung treffen. Die digitale Aufgabe muss nicht denselben Satz wie die Papierkarten verwenden.
Kehren Sie zum Satzstreifen zurück und lassen Sie das Kind einen der drei Zwischenräume auswählen. Es kann die beiden benachbarten Wörter zeigen oder sich vorlesen lassen. Bewahren Sie die Karten auf Wunsch zusammen auf; eine einzelne Aufgabe belegt nicht das gesamte Lese- oder Schreibkönnen.
Eine digitale Aufgabe kann Wörter als einzelne Kacheln oder als fortlaufende Zeile zeigen. Fragen Sie zuerst, welche Darstellung vorliegt und was die Aufgabe verlangt. Kachelgrenzen sind wie Papierkarten eine zusätzliche Hilfe; Leerzeichen in einem Text sind anders dargestellt.
Eine kurze Beobachtungsnotiz könnte lauten: „Mit vier sichtbaren Wortkarten zeigte das Kind drei Zwischenräume.“ Ergänzen Sie, ob die Wörter vorgelesen wurden oder Abstandshalter bereitlagen. Diese Beschreibung vermeidet den weitergehenden Schluss, das Kind könne jeden Satz selbstständig schreiben.
Wenn kein passendes digitales Angebot verfügbar ist, reicht der Papierstreifen für die beschriebene Untersuchung aus. Mila kann den Satz beim Bild lassen oder die Karten weglegen. Die Geschichte bleibt ein Beispiel; die Wahl der nächsten Aktivität gehört den Beteiligten.
Hilfreiche Antworten
Wie viele Wörter und Abstände hat „Mila malt einen Mond.“?
Der Satz enthält vier Wörter und zwischen ihnen drei Wortabstände. Der Punkt beendet den Satz und wird nicht als eigenes Wort gezählt.
Warum beginnt „Mond“ mit einem großen M?
„Mond“ ist in diesem Satz ein Nomen und wird im Deutschen großgeschrieben. „Mila“ ist ein Name und beginnt ebenfalls mit einem Großbuchstaben.
Muss das Kind den Satz selbst schreiben können?
Nein. Es kann Karten zeigen oder legen und eine erwachsene Person bitten, den Satz vorzulesen oder aufzuschreiben.


