Eine Mappe und eine Tasse liegen auf dem Tisch. Das Kind benennt beide Dinge, hört ihren ersten Laut und beobachtet, wie eine Karte zugedeckt wird. Anschließend erinnert es sich an die verdeckte Karte und prüft seine Vermutung durch Aufdecken. Die beiden Aufgaben sind verwandt, aber nicht identisch: Ein Kind kann den Gegenstand vergessen und seinen Anlaut trotzdem erkennen, sobald es ihn wieder sieht. Diese Anleitung zeigt, wie Sie das Spiel Schritt für Schritt durchführen, welche Antworten möglich sind und wie Sie Gedächtnis und Lautwahrnehmung getrennt unterstützen.
Das Ziel: den Anfang eines gesprochenen Wortes hören
Der Anlaut ist der erste Laut eines gesprochenen Wortes. Bei „Mappe“ ist das /m/, bei „Tasse“ /t/. Die Schrägstriche kennzeichnen hier einen Laut; dem Kind müssen Sie diese Schreibweise nicht erklären. Sprechen Sie das ganze Wort zunächst normal und machen Sie dann den Anfang hörbar. Es geht um das Gehörte, nicht darum, bereits alle Buchstaben lesen oder schreiben zu können.
Die Abdeckung bringt eine zusätzliche Gedächtnisaufgabe ins Spiel. Das Kind soll sich erinnern, welcher Gegenstand verborgen ist. Erst danach fragen Sie nach dem Anfang des gemeinsam benannten Wortes. Wenn das Erinnern schwerfällt, darf das Kind die Karte aufdecken und den Laut am sichtbaren Bild ermitteln. So bleibt die Übung beim eigentlichen Lernziel: einen Wortanfang wahrzunehmen.
Verwechseln Sie den Laut nicht mit dem Namen eines Buchstabens. Beim Wort „Tasse“ hören wir am Anfang ein kurzes /t/; der Buchstabenname „Te“ enthält zusätzlich einen Vokal. Ein Kind kann den Buchstabennamen kennen, ohne den Anlaut im Wort schon sicher herauszuhören. Umgekehrt kann es /m/ bei „Mappe“ erkennen, ohne den Buchstaben M zu benennen.
Das brauchen Sie
Bereiten Sie zwei gut erkennbare Bilder vor: eine Mappe und eine Tasse. Alternativ eignen sich die echten Gegenstände, sofern das Kind sie sicher betrachten oder berühren kann. Dazu kommt ein Stück Papier oder ein kleines Tuch, das eine Karte vollständig bedeckt. Ein Tisch oder eine freie Fläche auf dem Boden reicht aus. Legen Sie weitere Dinge zunächst beiseite, damit klar bleibt, welche Auswahl zum Spiel gehört.
Für eine spätere Erweiterung können Sie ein Bild einer Maus bereithalten. „Mappe“ und „Maus“ beginnen beide mit /m/; „Tasse“ beginnt mit /t/. Falls eines der Wörter für das Kind ungewohnt ist, wählen Sie ein vertrautes Wort und prüfen Sie gemeinsam, welchen Laut es tatsächlich am Anfang spricht. Bei diesem Spiel zählt das benutzte Wort, nicht eine vermeintlich einzig richtige Bezeichnung für das Bild.
Achten Sie darauf, dass die Bilder groß genug sind und sich gut voneinander unterscheiden. Eine echte Tasse sollte leer und unbeschädigt sein. Verwenden Sie bei Kindern, die kleine Gegenstände in den Mund nehmen, ausreichend große Materialien und begleiten Sie die Aktivität. Eine Abdeckung aus Papier kann bei Bedarf durch ein größeres Tuch ersetzt werden.
Vor der ersten Runde: Bilder gemeinsam benennen
Legen Sie Mappe und Tasse offen nebeneinander. Fragen Sie: „Was siehst du hier?“ Warten Sie die Antwort ab und zeigen Sie jeweils auf das gemeinte Bild. Wenn das Kind „Ordner“ zu einer Mappe sagt, ist das zunächst eine verständliche Benennung. Erklären Sie: „Ich nenne dieses Bild heute Mappe. Möchtest du auch dieses Wort nehmen?“ Entscheiden Sie sich gemeinsam für das Wort, bevor Sie seinen Anfang vergleichen.
Bleibt das Kind bei „Ordner“, können Sie mit diesem Wort weiterarbeiten; dann hören Sie auf seinen Anfang und erwarten nicht mehr /m/. Das Bild selbst hat keinen fest eingebauten Anlaut. Erst das gesprochene Wort macht die Lautfrage eindeutig. Diese kurze Absprache verhindert, dass eine passende Antwort wegen einer anderen Bildbezeichnung als Fehler erscheint.
Sagen Sie anschließend beide vereinbarten Wörter in normalem Sprechtempo: „Mappe. Tasse.“ Zeigen Sie bei jedem Wort auf den entsprechenden Gegenstand. Das Kind darf sprechen, zeigen oder mit einem vertrauten Kommunikationsmittel antworten. Es muss die Wörter nicht vollkommen deutlich aussprechen, um am Hören und Zuordnen teilzunehmen.

Das offene Vorbild
Zeigen Sie auf die Mappe und sagen Sie: „Mappe. Am Anfang höre ich /m/.“ Dann zeigen Sie auf die Tasse: „Tasse. Am Anfang höre ich /t/.“ Lassen Sie die Gegenstände währenddessen sichtbar. Fragen Sie anschließend: „Welches Wort fängt mit /m/ an?“ Das Kind kann die Mappe zeigen oder „Mappe“ sagen. Wiederholen Sie seine Antwort mit dem ganzen Wort, damit Laut und Bedeutung verbunden bleiben.
Wählt das Kind die Tasse, vergleichen Sie beide Wörter noch einmal: „Mappe beginnt mit /m/, Tasse mit /t/. Hör noch einmal auf den Anfang von Mappe.“ Eine Antwort muss nicht sofort korrigiert werden. Sie können zunächst anbieten, die beiden Wörter erneut zu hören oder auf die Mundbewegung zu achten, wenn dies für das Kind hilfreich ist.
Das /m/ lässt sich bei „Mappe“ kurz verlängern, etwa „mmm-Mappe“, ohne das Wort unkenntlich zu machen. Das /t/ ist dagegen ein kurzer Verschlusslaut; versuchen Sie nicht, ihn künstlich zu singen. Fügen Sie möglichst keinen deutlich hörbaren Vokal an den Laut an. Wenn das Kind das offene Beispiel noch kennenlernen möchte, lassen Sie die Abdeckung vorerst weg.
Eine Karte verdecken
Sagen Sie: „Ich decke jetzt die Mappe zu.“ Legen Sie das Tuch so über die Mappe oder ihre Karte, dass das Kind die Bewegung sieht. Die Tasse bleibt offen. Fragen Sie: „Was liegt unter dem Tuch?“ Gibt das Kind „Mappe“ an, decken Sie gemeinsam auf: „Ja, hier ist die Mappe.“ Erst danach fragen Sie: „Welchen Laut hören wir am Anfang von Mappe?“
Antwortet das Kind „Tasse“, zeigen Sie auf die sichtbare Tasse: „Die Tasse steht noch hier. Lass uns unter das Tuch schauen.“ Nach dem Aufdecken nennen Sie die Mappe gemeinsam. Die Frage nach dem Anlaut folgt erst, wenn klar ist, welches Wort gemeint ist. Auf diese Weise muss das Kind nicht gleichzeitig eine falsche Erinnerung berichtigen und einen Laut finden.
Möchte das Kind nicht raten, darf es sofort nachsehen. Das Aufdecken ist ein Hilfsmittel, keine Strafe und kein Beweis für ein schlechtes Gedächtnis. Bei der nächsten Runde können Sie nur einen Teil des Bildes bedecken oder das Tuch für eine kürzere Zeit liegen lassen. Auch mit sichtbarer Karte lässt sich der Anlaut sinnvoll üben.
Ein mögliches Gespräch
Erwachsene Person: „Hier ist eine Mappe und hier eine Tasse. Ich decke die Mappe zu. Was ist darunter?“ Kind: „Eine Mappe.“ Erwachsene Person: „Wir schauen nach. Ja, die Mappe. Ich sage das Wort noch einmal: Mappe. Welchen Laut hörst du zuerst?“ Kind: „/m/.“ Erwachsene Person: „Genau, bei Mappe hören wir zuerst /m/. Jetzt darfst du auswählen, was zugedeckt wird.“
Das Kind könnte auch mit „Tasse“ auf die Gedächtnisfrage antworten. Die erwachsene Person zeigt dann die offene Tasse und lädt zum Nachsehen ein. Nach dem Aufdecken sagt sie: „Unter dem Tuch ist die Mappe. Hören wir gemeinsam: Mappe.“ Ob das Kind sich selbst verbessert oder die Information durch Anschauen gewinnt, ist für den anschließenden Lautvergleich zunächst zweitrangig.
Nennt das Kind nach dem Aufdecken /t/, antworten Sie konkret: „/t/ hören wir am Anfang von Tasse. Ich sage beide Wörter noch einmal: Mappe, Tasse.“ Dann zeigen Sie auf die Mappe und machen /m/ hörbar. Die Rückmeldung bezieht sich auf den Unterschied zwischen den beiden Wörtern, statt das Kind pauschal für eine falsche Antwort zu bewerten.
Wenn das verdeckte Bild vergessen wurde
Heben Sie eine Ecke des Tuchs an und zeigen Sie einen erkennbaren Teil. Fragen Sie: „Hilft dir das beim Erinnern?“ Reicht der Ausschnitt nicht aus, decken Sie das Bild ganz auf. Benennen Sie es zusammen und hören Sie danach auf den Wortanfang. Eine Erinnerungshilfe verändert den Gedächtnisteil der Aufgabe; sie macht die Lautfrage nicht wertlos.
Für die nächste Runde kann nur ein Bild auf dem Tisch liegen. Benennen Sie es, bedecken Sie es sichtbar und fragen Sie direkt danach, was darunter ist. Dadurch gibt es keine Auswahl zwischen mehreren Bildern. Anschließend wird aufgedeckt und der Laut gemeinsam gehört. Falls das Kind die Aufgabe leicht findet und weiterprobieren möchte, kommt das zweite Bild wieder dazu.
Beobachten Sie, welche Hilfe tatsächlich benötigt wurde. Ein Kind, das das Bild erst nach dem Aufdecken benennt, aber danach den Anlaut richtig zeigt, braucht in dieser Runde Unterstützung beim Erinnern. Ein Kind, das das Bild sicher erinnert, aber die Anlaute verwechselt, profitiert eher vom wiederholten Vergleich der gesprochenen Wörter. Beide Beobachtungen führen zu unterschiedlichen nächsten Schritten.
Wenn das Kind den Laut verwechselt
Legen Sie die Mappe und die Tasse wieder offen hin. Sagen Sie „Mappe“ und „Tasse“ langsam genug, dass der Wortanfang wahrnehmbar ist, aber ohne die Wörter in unnatürliche Silben zu zerlegen. Fragen Sie zunächst nach einem der beiden Laute: „Bei welchem Wort hörst du am Anfang /m/?“ Eine Auswahl zwischen zwei sichtbaren Gegenständen ist überschaubarer als die Aufforderung, einen Laut völlig frei zu nennen.
Zeigt das Kind wieder auf die Tasse, modellieren Sie die Zuordnung: „Ich höre /m/ am Anfang von Mappe.“ Zeigen Sie gleichzeitig auf die Mappe. Sie können das Kind einladen, selbst „Mappe“ zu sagen, müssen die Lautbildung aber nicht erzwingen. Ein Zeigen, ein Blick oder ein ausgewähltes Symbol kann ebenfalls zeigen, welche Zuordnung es gerade vornimmt.
Für die nächste Runde behalten Sie dieselben zwei Wörter bei. Tauschen Sie nicht gleichzeitig Gegenstände, Reihenfolge und Regel aus. So lässt sich besser beobachten, ob das Kind auf den Wortanfang achtet. Wenn die Auswahl noch schwer ist, hören Sie zunächst nur „Mappe“ und ihr /m/ an und beenden die Runde mit diesem einen Beispiel.
Gleicher Laut, unterschiedliche Dinge
Nehmen Sie nun die Mauskarte dazu. Benennen Sie alle drei Bilder: „Mappe, Maus, Tasse.“ Fragen Sie: „Welche zwei Wörter beginnen mit dem gleichen Laut?“ Die Antwort „Mappe und Maus“ passt, weil bei beiden am Anfang /m/ zu hören ist. Dass eine Maus ein Tier und eine Mappe ein Gegenstand ist, widerspricht dieser Lautbeziehung nicht.
Das Kind könnte zwei Dinge auswählen, die sich in Farbe oder Form ähneln. Würdigen Sie die beobachtete Ähnlichkeit und führen Sie die Frage zurück zum Hören: „Beide Bilder sind braun. Jetzt suche ich Wörter, die am Anfang gleich klingen. Hör: Mappe, Maus.“ Zeigen Sie beim Sprechen auf die Karten, damit die gesprochene Form eindeutig zugeordnet bleibt.
Decken Sie erst eine der beiden /m/-Karten zu, wenn die offene Zuordnung gemeinsam betrachtet wurde. Fragen Sie: „Welche Karte mit /m/ liegt unter dem Tuch?“ Falls das zu viel verlangt, trennen Sie die Fragen: „Was liegt darunter?“ und nach dem Aufdecken „Wie beginnt Maus?“ Ein schwieriger Gedächnisschritt soll den Lautvergleich nicht verdecken.
Bedeutung und Laut nicht verwechseln
Ein Kind kann Tasse und Mappe zusammenstellen, weil beides auf einem Tisch liegen kann. Das ist eine sinnvolle Beziehung zwischen Dingen, beantwortet aber eine andere Frage als die nach dem gleichen Anlaut. Sagen Sie: „Beide können auf dem Tisch liegen. Jetzt hören wir auf den Anfang ihrer Namen.“ Danach sprechen Sie „Tasse“ und „Mappe“ und zeigen, dass die Anfänge unterschiedlich klingen.
Um den Unterschied deutlich zu machen, legen Sie Maus und Mappe nebeneinander. Ihre Bedeutung ist verschieden, ihr Anfangslaut gleich. Danach können Sie zwei Gegenstände derselben Art suchen, deren Namen unterschiedlich beginnen. Entscheidend ist, dass die Kategorie der Frage erkennbar bleibt: Geht es darum, wozu Dinge gehören, wie sie aussehen oder wie ihre Namen beginnen?
Kinder dürfen zunächst auch eigene Erklärungen geben. Fragen Sie „Was hast du verglichen?“ und hören Sie die Antwort an. Wenn das Kind ein sichtbares Merkmal nennt, können Sie seine Beobachtung stehen lassen und die Lautaufgabe anschließend erneut anbieten. So wird eine nachvollziehbare Idee nicht als unsinnig abgetan, während die neue Aufgabe trotzdem klar bleibt.
Die Reihenfolge verändern
Tauschen Sie die Plätze von Mappe und Tasse sichtbar vor dem Kind. Fragen Sie: „Die Mappe liegt jetzt auf der anderen Seite. Beginnt das Wort Mappe noch mit /m/?“ Ja: Der Ort der Karte verändert das Wort nicht. Zeigt das Kind auf den alten Platz, benennen Sie die Karte am neuen Platz und sagen Sie das Wort noch einmal.
Lassen Sie anschließend das Kind selbst die Karten umlegen und eine davon bedecken. Es sagt oder zeigt Ihnen, welche Karte zugedeckt wird. Nach einer Vermutung decken Sie gemeinsam auf. Das Kind erlebt dadurch beide Rollen: Es kann den Ablauf gestalten und sieht, dass auch Erwachsene eine Antwort anhand des sichtbaren Modells überprüfen.
Fügen Sie nicht unmittelbar weitere Ablenkungen hinzu. Ein Platzwechsel allein ist bereits eine Veränderung. Wenn die Zuordnung danach sicher gelingt, können Sie in einer späteren Runde die dritte Karte einbeziehen. Legen Sie die Karten so weit auseinander, dass eine Geste oder ein Blick eindeutig auf eine Karte gerichtet sein kann.
Zwei Antworten und eine Überprüfung
Manchmal vermutet das Kind „Maus“ unter der Abdeckung, während die erwachsene Person „Mappe“ erwartet. Bevor jemand die richtige Lösung verkündet, fragen Sie: „Wie können wir das prüfen?“ Das Kind kann aufdecken oder darum bitten, dass Sie es tun. Anschließend vergleichen Sie die Vermutung mit dem Bild und nennen gemeinsam das Wort.
War die Karte tatsächlich eine Mappe, können Sie sagen: „Unter dem Tuch liegt die Mappe. Du hattest Maus vermutet; beide Wörter beginnen mit /m/.“ Diese Rückmeldung unterscheidet Erinnerung und Lautbeziehung. Die Erinnerung war in diesem Beispiel nicht zutreffend, doch die beiden genannten Wörter haben denselben Anlaut. Das sind zwei überprüfbare Aussagen, keine gegensätzlichen Bewertungen des Kindes.
Wenn niemand mehr weiß, welches Bild bedeckt wurde, ist Aufdecken ebenfalls der passende Weg. Es ist nicht nötig, Sicherheit vorzutäuschen oder eine absichtliche Erwachsenenpanne einzubauen. Das Kind sieht, wie man mit Unsicherheit umgeht: nachsehen, benennen und die neue Information für den nächsten Schritt verwenden.
Das Spiel leichter machen
Nutzen Sie zunächst nur einen Gegenstand, zum Beispiel die Mappe. Sie nennen „Mappe“, decken sie teilweise zu und sprechen den Anfang /m/ vor. Das Kind kann zuhören oder eine passende Geste machen. Da keine zweite Karte zur Auswahl steht, bleibt mehr Aufmerksamkeit für die Verbindung zwischen dem Wort und seinem Anfang.
Als nächsten Schritt legen Sie die Tasse sichtbar daneben. Decken Sie die Mappe nur kurz oder nur teilweise ab. Wenn das Kind Hilfe benötigt, nennen Sie das Wort erneut: „Die Mappe liegt darunter. Hör auf den Anfang: Mappe.“ Danach darf es aufdecken. Das Ziel ist nicht, jede Hilfe sofort abzubauen, sondern eine Aufgabe anzubieten, bei der das Kind nachvollziehen kann, was verglichen wird.
Eine weitere Vereinfachung betrifft die Antwortform. Fragen Sie „Mappe oder Tasse?“ und zeigen Sie nacheinander auf beide Karten. Ein Kind kann durch Blick, Zeigen, Bewegung oder eine vorhandene Kommunikationshilfe wählen. Falls es /m/ nicht selbst produzieren kann, lässt sich die Unterscheidung trotzdem über die Auswahl eines Bildes beobachten.
Das Spiel anspruchsvoller machen
Legen Sie Mappe, Maus und Tasse offen aus. Das Kind ordnet zuerst Mappe und Maus zusammen, weil beide Wörter mit /m/ beginnen. Danach deckt es selbst eine der beiden Karten zu. Fragen Sie, welche Karte fehlt, und lassen Sie die Vermutung durch Aufdecken prüfen. Die Aufgabe kombiniert nun eine selbst hergestellte Lautbeziehung mit einer kleinen Gedächtnisleistung.
Eine weitere Möglichkeit ist ein neues Wort mit /m/. Das Kind könnte „Milch“ nennen, wenn es dieses Wort kennt. Wiederholen Sie „Milch“ und „Mappe“ und hören Sie auf die Anfänge. Sie brauchen kein passendes Bild für jedes vorgeschlagene Wort. Wenn das Kind ein Wort mit einem anderen Anfang nennt, vergleichen Sie es hörbar und bieten eine weitere Wahl an, statt es einfach in die /m/-Gruppe zu legen.
Erhöhen Sie jeweils nur eine Anforderung: entweder mehr Karten, weniger sichtbare Hinweise oder ein neues Wort. Drei Veränderungen zugleich machen es schwer zu erkennen, wo Unterstützung nötig ist. Wenn der neue Schritt nicht verständlich ist, kehren Sie zu zwei offenen Karten zurück und bauen von dort erneut auf.
Wörter ohne Bilder erinnern
Wenn das Kind die Karten und Wörter kennt, können Sie die Bilder kurz beiseitelegen. Sagen Sie: „Ich nenne Mappe und Tasse. Welches Wort begann mit /m/?“ Diese Variante fordert das auditive Erinnern stärker als die sichtbare Auswahl. Wiederholen Sie beide Wörter, wenn das Kind darum bittet oder zögert; Sie können die Karten jederzeit zurückholen.
Sagt das Kind „Mappe“, wiederholen Sie beide Wörter und den Anfang: „Mappe, Tasse. Mappe beginnt mit /m/.“ Sagt es „Tasse“, legen Sie die Bilder offen hin und vergleichen Sie die Wörter erneut. Anschließend kann das Kind selbst entscheiden, ob es die bildfreie Variante noch einmal versuchen möchte.
Die bildfreie Antwort ist nicht automatisch ein höherwertiges Ergebnis für jedes Kind. Visuelle Unterstützung, ein Kommunikationsgerät oder andere vertraute Hilfen können dauerhaft sinnvoll sein. Bei Hör- oder Sprachschwierigkeiten orientieren Sie sich an den bereits verwendeten Unterstützungen und an Empfehlungen der betreuenden Fachpersonen; das Spiel ersetzt keine Abklärung oder Therapie.
Anlaute im Alltag aufgreifen
Wenn später eine echte Tasse auf dem Tisch steht, können Sie einmal auf das bekannte Wort zurückkommen: „Das ist die Tasse aus unserem Spiel. Tasse beginnt mit /t/.“ Das Kind darf darauf reagieren, muss aber nicht jede Alltagssituation in eine Übung verwandeln. Erst kommt der eigentliche Anlass, etwa gemeinsam zu trinken; die Lautbeobachtung ist eine freiwillige kurze Ergänzung.
Auch bei der Mappe lässt sich das Bild mit einem realen Gegenstand verbinden. Fragen Sie: „Wie nennen wir das?“ Wenn das Kind ein anderes passendes Wort verwendet, hören Sie dessen Anfang an. Es wäre irreführend, /m/ zu erwarten, während das Kind tatsächlich „Ordner“ sagt. Geben Sie die Beziehung zwischen Laut und gesprochenem Wort ausdrücklich an.
Bei neuen Beispielen wählen Sie Wörter, deren Aussprache Ihnen und dem Kind vertraut ist. Geschriebene Anfangsbuchstaben allein garantieren nicht, dass die Anfangslaute gleich klingen. Wenn Sie unsicher sind, sprechen Sie die Wörter normal aus und verzichten Sie lieber auf ein fragwürdiges Paar, bis die Aussprache geklärt ist.
Was eine kurze Notiz festhalten kann
Notieren Sie nach einer Runde die verwendeten Wörter, die Hilfe und die beobachtete Antwort. Beispiel: „Mappe und Tasse; Mappe teilweise verdeckt; Kind nennt Mappe und zeigt auf das Wort mit /m/.“ Diese Angaben sind konkreter als eine allgemeine Aussage wie „kann Anlaute“. Sie helfen beim Vorbereiten einer vergleichbaren nächsten Runde.
Ein anderes Protokoll könnte lauten: „Maus unter dem Tuch vergessen; nach dem Aufdecken Maus benannt und /m/ gehört.“ Hier war die Erinnerung nur mit Hilfe möglich, die Lautantwort erfolgte am sichtbaren Bild. Schreiben Sie dazu, ob das Kind gesprochen, gezeigt oder ein Hilfsmittel benutzt hat. Alle diese Antworten können aussagekräftig sein, solange klar ist, welche Auswahl gemeint war.
Aus einer einzelnen Runde lässt sich keine Diagnose ableiten. Tagesform, vertraute Wörter und die Art der Unterstützung beeinflussen die Antwort. Wenn Sie später vergleichen möchten, verwenden Sie zunächst dieselben Wörter und beschreiben Sie die Hilfe erneut. So erkennen Sie Veränderungen der Aufgabe und nicht nur unterschiedliche Ergebnisse.
Eine kleine Folge für mehrere Gelegenheiten
Beim ersten Treffen reichen Mappe und Tasse offen auf dem Tisch. Benennen Sie die Gegenstände und hören Sie /m/ und /t/ am Wortanfang. Wenn das Kind möchte, verdecken Sie eine Karte sichtbar und decken sie wieder auf. Halten Sie fest, welche Benennungen das Kind gewählt hat; die nächsten Schritte müssen nicht in derselben Sitzung folgen.
Bei einer weiteren Gelegenheit beginnen Sie mit denselben beiden Bildern. Das Kind kann jetzt eine Karte verdecken und Sie raten lassen. Anschließend wechseln Sie die Rollen. Wenn die offene Lautzuordnung noch Unterstützung benötigt, bleiben Sie dabei und verzichten auf neue Karten. Wiederholung ist hier ein erneuter Vergleich, nicht das Auswendiglernen einer langen Antwort.
Erst wenn es für das Kind passt, kommt Maus als drittes Wort hinzu. Zunächst ordnen Sie Mappe und Maus offen nach /m/ zu; danach kann eine Karte kurz verdeckt werden. Diese Reihenfolge macht sichtbar, ob die Lautbeziehung schon vor dem Erinnern verständlich ist. Jede Gelegenheit kann nach einer einzelnen gelungenen oder gemeinsam unterstützten Runde enden.
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Die Grundlage ohne Abdeckung finden Sie bei den Anlautspielen mit Gegenständen aus dem Haushalt. Dort können Sie zuerst vertraute Dinge benennen und ihre Wortanfänge vergleichen, bevor eine Erinnerungsaufgabe hinzukommt.
Wenn das Kind einen gehörten Anlaut mit einem geschriebenen Zeichen verbinden möchte, sehen Sie gemeinsam in den Bereich Buchstaben. Das Erkennen aller Buchstaben ist keine Voraussetzung für die hier beschriebene Hörübung.
Hilfreiche Antworten
Muss das Kind die verdeckte Karte ohne Hilfe erinnern?
Nein. Es kann eine Ecke ansehen oder die Karte ganz aufdecken und anschließend den Anlaut am sichtbaren Bild untersuchen.
Warum passen Mappe und Maus zusammen?
Die gesprochenen Wörter beginnen beide mit /m/. Ihre Bedeutungen und die abgebildeten Dinge sind dabei verschieden.
Muss das Kind den Buchstaben M kennen?
Nein. Der erste Schritt ist, den Anfangslaut im gesprochenen Wort zu hören oder eine passende Karte auszuwählen.
Was tun, wenn das Kind einen anderen Namen für das Bild verwendet?
Vereinbaren Sie vor dem Vergleich ein Wort oder arbeiten Sie mit der gewählten Benennung und ihrem tatsächlichen Anlaut weiter.



